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Bauaussichten 2019

Die bauma wird zu Investitionen motivieren

Von Fred Cordes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen GmbH, Garching

Der Bauboom, der sogar die durch die Wiedervereinigung ausgelöste Baunachfrage in den Schatten stellte, erreichte 2018 einen weiteren Höhenflug. Davon konnte Zeppelin auch in diesem Jahr überaus stark profitieren – und das quer durch alle Produktgruppen an Baumaschinen, die Caterpillar und Zeppelin anbieten. Für Bauunternehmen gab es nach wie vor ein großes Polster an Aufträgen abzuarbeiten, die für eine hohe Investitionsbereitschaft sorgten. Der Wohnungsbau war 2018 wieder die treibende Kraft der Baukonjunktur, doch Bausparten wie der Straßen- und Tiefbau haben deutlich aufgeholt, sodass die Maschinenparks der Baufirmen durch die Bank ausgelastet waren. Im öffentlichen Bau profitierte die Bauwirtschaft von der Kehrtwende des Bundes, wieder verstärkt in Verkehrswege zu investieren. Die Deutsche Bahn startete ein nie dagewesenes Bauprogramm mit bis zu 800 Baustellen am Tag. Es soll an zahlreichen Strecken gleichzeitig gebaut werden, um Gleise auf Vordermann zu bringen und Weichen zu ertüchtigen. Dazu möchten wir unseren Beitrag leisten: Seit dem Herbst haben wir auch das für den Gleisbau passende Equipment zu bieten: Der innovative Cat Zweiwegebagger M323F erhielt die Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt.

Der Baubedarf ist gigantisch und das bezogen auf alle Verkehrsträger, aber auch auf Ingenieurbauwerke wie Brücken. Daran wird sich 2019 nichts ändern, selbst wenn die Konjunkturaussichten leicht zurückgeschraubt wurden. 2019 ist ein bauma-Jahr – und da gelten erfahrungsgemäß andere Gesetzmäßigkeiten. Denn die weltweit größte Messe hat schon immer als Konjunkturspritze gewirkt und ganze Branchen beflügelt. Man denke nur an 2010, als einer von der Wirtschafts- und Finanzkrise gebeutelten Baumaschinenbranche die Trendwende gelang und sich der Investitionsstau auflöste. Auch wir verbinden hohe Erwartungen an die Messe, die von Mal zu Mal einen Rekord nach dem anderen schlägt. Und das, obwohl kaum jemand eine erneute Steigerung des bisher Erreichten für möglich hält.

Deutschland hat viele Jahre seine Infrastruktur schleifen lassen. Das lässt sich nicht so schnell wieder ins Lot bringen. Große Infrastrukturaufgaben haben wir auch beim flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes vor uns: Vor allem in ländlichen Regionen sind wir längst nicht so weit, wie wir sein sollten. Deutschland muss und wird Glasfaserleitungen stärker forcieren – sie sind angesichts der Digitalisierung Grundvoraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort.

Allerdings führte der Bauboom auch zu Engpässen in den Betrieben: Das betraf die Lieferfähigkeit von Baumaterialien gleichermaßen wie die von Baumaschinen, deren Komponenten und Anbauteilen. Die öffentliche Hand klagt zunehmend über eine mangelnde Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen – wann hat es das schon mal gegeben? Im Rahmen der Auftragslage offenbarten sich zudem begrenzte Personalkapazitäten. Viele unserer Kunden hätten 2018 weitere Investitionen in Baumaschinen getätigt, aber ihnen fehlen die Fahrer dafür. Der Fachkräftemangel wird in Zukunft aufgrund der demografischen Entwicklung die größte Wachstumsbremse. Zu diesem Schluss kommen auch die Wirtschaftsweisen. Sie haben angesichts ungünstiger außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Kapazitätsengpässe ihre Konjunkturaussichten leicht nach unten korrigiert. Unsicherheit bringt in Europa der Brexit, aber auch die hohe Staatsverschuldung Italiens mit sich. Aber auch die Ausweitung von Handelskonflikten ist nicht vom Tisch.

Große Herausforderungen gehen in der Zukunft von der Digitalisierung aus, denen sich Zeppelin und Caterpillar in Vertrieb und Service stellen. Digitale Geschäftsmodelle, um Kundenprozesse durch digitale Technologien weiter zu optimieren, werden stetig ausgebaut, wie unser Konfigurator oder das Zeppelin Kundenportal für Online-Ersatzteilbestellungen. Aber auch die erfolgreich eingeführte neue Generation von Kettenbaggern, die Hightech pur verkörpern, soll zur Produktivitätssteigerung beitragen, Prozesse und Abläufe auf der Baustelle verbessern und den Einsatz von Baumaschinen noch wirtschaftlicher werden lassen. Nie zuvor waren Assistenzsysteme wie Planierautomatik, Wägesystem und Arbeitsraumbegrenzung sowie 2D- oder 3D-Maschinensteuerungstechnik und Flottenmanagement so konsequent in die Maschine integriert. 2019 werden wir daran anknüpfen – der Fokus wird im nächsten Jahr auf der neuen Generation Minibagger und den Kettenbaggern liegen. So wie bereits die neuen Kettenbagger nutzen die kommenden Mini- und Kompaktbagger eine einheitliche Entwicklungs- und Produktionsplattform, um Zeit und Komplexität zu reduzieren sowie Fertigung, Reparaturen und Lageraufwand für Ersatzteile zu verringern. Ein neues Design, aktuelle umweltfreundliche Motoren der Stufe 5 und der vorbildliche Bedienkomfort werden zum Markterfolg dieser Maschinen beitragen. Doch damit nicht genug: ein Feuerwerk an Innovationen wird erwartungsgemäß von der bauma ausgehen, die zu Investitionen motivieren und unserer Branche gut zu Gesicht stehen werden.

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