Bauaussichten 2021

Der Bau ist auch in Zeiten der Corona-Pandemie ein verlässlicher Motor der Wirtschaft

von: Ralf Deitenberg, Geschäftsführer Altrad plettac assco, Plettenberg
ALTRAD plettac assco Ausblick Baujahr 2021 Bauaussichten

Kein Thema hat die Medien und die gesamte Welt in den vergangenen Monaten so sehr beschäftigt wie Covid-19. Ob Einschränkungen des öffentlichen Lebens, Lockdown-Bestimmungen oder Schließungen von Schulen.

Auch unsere Branche stellte dies vor neue Herausforderungen, sowohl direkte als auch indirekte. Sei es die Umsetzung von Hygiene- und Abstandsregeln, die Senkung der Mehrwertsteuer oder Personalausfälle bedingt durch Krankheit und Quarantäne von selbst Betroffenen oder Angehörigen.

Trotz dieser Veränderungen hatte die Gerüstbaubranche jedoch in weiten Teilen keine Auftragseinbrüche. Ganz im Gegenteil: Der Hochbau und insbesondere der Wohnungsbau boomen weiterhin, die Fassadengerüstbauer hatten sehr gut zu tun. So stieg der Umsatz von Januar bis September 2020 im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut Statistischem Bundesamt um 3,4 Prozent. Von diesem positiven Trend haben unsere Kunden und auch wir profitiert. Im Industrie- und Gewerbebau hingegen verschlechterte sich die Auftragslage, da Großprojekte zurückgestellt oder komplett gecancelt wurden.

Schaut man sich die Entwicklungen im Ausland an, kann man feststellen, dass die Krise in Deutschland bisher vergleichsweise glimpflich ablief. Im Export sehen wir nach starken Rückgängen ab März in der zweiten Jahreshälfte eine kräftige Erholung.

Auf die Auswirkungen von Covid-19 mussten wir mit entsprechenden Maßnahmen reagieren. Andere Schichtmodelle, getrennte Pausen, Abstandsregelungen, Maskenpflicht sowie eine veränderte Kommunikation auf hauptsächlich digitaler Ebene zur Einschränkung der Kontakte sind nur einige Änderungen, die in unserer Produktion, Verwaltung und Logistik umgesetzt werden mussten.

Die Produktivität ist durch die Corona-Maßnahmen gesunken. Allein die Regelungen zum Schichtwechsel, wo sich Mitarbeiter nicht begegnen durften, haben uns neben der reinen Produktivzeit am Anfang auch Probleme in der Kommunikation zwischen den einzelnen Werkern an den Produktionseinheiten und Robotern bereitet.

Die befürchteten Lieferengpässe blieben bisher aus. Es zahlte sich aus, dass wir schon seit Jahren mit Partnern aus der näheren Umgebung unserer Hauptfertigungsstätte Großräschen arbeiten. Wir würden sogar sagen, dass die gesteigerte Fokussierung zur Gewährleistung der Lieferkette zu einer noch größeren Flexibilität seitens der Lieferanten geführt hat. Die Lieferfähigkeit war immer gegeben.

Covid-19 ist zwar die beherrschende Schlagzeile des Jahres, die Branche beschäftigten aber auch anderen Themen, die uns auch im laufenden Jahr begleiten werden. Ein Hauptthema ist hier die TRBS 2121-1. Die Gerüstbaubetriebe sind aufgerufen, die aufgrund der Neufassung der technischen Regel geforderten Maßnahmen umzusetzen. Auch müssen die erhöhten Anforderungen an die Auftraggeber kommuniziert werden. Dies ist noch nicht flächendeckend erfolgt und ist zusammen mit der Anpassung der Preise an die Kunden eine der vordringlichsten Aufgaben des kommenden Jahres.

Die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um sicheres Arbeiten zu gewährleisten, war für uns als Altrad plettac assco schon immer ein wichtiger Leitgedanke unserer Entwicklungen. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit sind und bleiben die bestehenden Rahmengerüste die sicherste Option für viele Aufgabenstellungen im Gerüstbau. Es handelt sich um zugelassene Systeme, für die eine langfristig erteilte Zulassung besteht. Zur Erfüllung der TRBS-Vorgaben bieten wir unseren Kunden unterschiedliche Möglichkeiten an, um den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der Unternehmen Rechnung zu tragen. Etwa Montage-Sicherheits-Systeme wie die MSG-Konsole oder das MSG-Geländer und permanente Systeme, wie SL-Sicherheitsgeländer oder SLS für das Rahmengerüst.

Bei diesem Geländer wird ein zusätzlicher Arbeitsschritt gespart. Der zum Patent angemeldete Klappmechanismus hält den logistischen Aufwand in Grenzen.

Gerüstbaukunden, die mit Einzelstielsystemen arbeiten möchten, bieten wir mit unseren bestehenden Modulgerüsten plettac contur und assco futuro und den neuen, zum Patent angemeldeten, Modulgeländern contur und futuro eine einzigartige Kombination an. Diese bewährten Gerüstsysteme werden durch nur ein Zusatzbauteil, die voreilenden und im Gerüst verbleibenden zugelassenen MGC-/MGF-Geländer, TRBS-konform erweitert. Damit ist der modulare Gerüstbau an der Fassade und im Industriegerüstbau deutlich sicherer geworden. Für unsere Kunden vermeiden wir die Doppelinvestition in besondere Einzelstiele für die Fassade. Mit den erprobten Gerüstsystemen plettac contur und assco futuro können nun beide Ausrichtungen, Fassadengerüstbau und Industriegerüstbau, mit begrenztem, geringem und minimalem finanziellem Aufwand abgedeckt werden. Besonders stolz sind wir auf die kürzlich erteilte Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik für die SLS-, MGC- und MGF-Geländer und danken hiermit noch mal allen beteiligten Mitarbeitern und Kunden. "Mit Sicherheit wirtschaftlich" unter diesem Motto ist die Verwendung der Gerüstsysteme von Altrad plettac assco möglich – auf lange Sicht ohne große Investitionen mit entsprechenden Zulassungen.

Das Thema Digitalisierung und damit Beschleunigung von Planungs- und Bauprozessen wird auch in diesem Jahr die Baubranche beschäftigen. Nicht zuletzt die Covid-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung eine immer tragendere Rolle in der Bewältigung von Prozessen in den Betrieben, aber auch in der Kommunikation zwischen den Gewerken spielen wird. Wir erarbeiten mit unseren Kunden Lösungen. Diese sind jedoch so vielfältig wie der gesamte Markt. Eine einheitliche Lösung, passend für alle Betriebe wird es aus unserer Sicht nicht geben. Daher arbeiten wir mit verschiedenen Systemen und Modellen.

Die Verbesserung der Fachkräftesituationen beschäftigt weiterhin die Branche. Bemühungen der Betriebe, der Verbände und auch unsere, müssen weiter intensiviert und ausgebaut werden, um dem Beruf des Gerüstbauers auch eine Zukunft zu geben. Vielleicht ergeben sich im Zuge der Digitalisierung der Branche hier neue Chancen, junge Leute für unser Gewerk zu begeistern.

Altrad plettac assco arbeitet daran, die Weichen für die Zukunft zu stellen. So werden wir 2021 unsere neue Produktlinie Modulgerüst RE sowie den neuen, leichteren und ergonomisch verbesserten Stahlboden auf den Markt bringen. Die dafür errichteten Produktionshallen an unserem Fertigungsstandort Großräschen wurden trotz Corona termingerecht fertiggestellt.

Im vergangenen Jahr konnten wir den Neubau unseres Verwaltungsgebäudes in Plettenberg ebenfalls abschließen. Mittlerweile sind wir umgezogen und freuen uns über die neuen Räumlichkeiten und optimierten Arbeitsplatz-Bedingungen für unser Team. Wenn es wieder möglich ist, werden wir unseren Kunden zukünftig Schulungen bei uns in Plettenberg anbieten.

Diese und andere Investitionen der vergangenen zwei Jahre in Höhe von mehr als 15 Millionen Euro zeigen, dass Altrad plettac assco auf den Standort Deutschland setzt. Diesen Weg werden wir weiter beschreiten. Weitere Investitionen im Hauptwerk Großräschen sind bereits geplant. Für unsere Kunden werden wir 2021 mit wichtigen Neuerungen in die Produktion gehen, um auch weiterhin als ein führender Gerüsthersteller voranzugehen. 2021 wird ein weiteres Jahr mit Herausforderungen werden. Aber die Aussichten für den Bau sind gut. Die Wohnungsknappheit wird durch den Virus nicht geringer. Angst vor Geldentwertung veranlasst viele in "Stein" zu investieren. Es wird weiterhin gebaut, auch wenn es durch Covid-19 eventuell hier und da zu kleineren Dellen aufgrund von Planungsengpässen kommt. Auch im Industriebau glauben wir, dass die verschobenen Maßnahmen mittelfristig starten. Wir sehen die oben genannten Herausforderungen als Chancen für das Jahr 2021. Gemeinsam müssen wir uns diesen stellen und erfolgreich meistern. Wir als Altrad plettac assco bleiben dabei Ihr verlässlicher Partner – bleiben Sie gesund!

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