Bauaussichten 2023

Baubranche kommt Schlüsselrolle zu

Von Fred Cordes, Geschäftsführer der Zeppelin GmbH und Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen GmbH
Zeppelin Bauaussichten

Dennoch hat sich Ende November die Stimmung in der Wirtschaft leicht gebessert, auch wenn wir längst noch nicht über den Berg sind. Unternehmen geben sich nicht mehr ganz so sorgenvoll für 2023 – ihrer Ansicht nach wird die Rezession schwächer ausfallen als vorhergesagt, meldete das ifo-Institut.

Dem Trend entgegen entwickelt sich unsere Geschäftserwartung für die Zeppelin Baumaschinen GmbH: Wir rechnen mit einem zufriedenstellenden Neumaschinengeschäft für 2023. Zeppelin wird überdies mit einem überdurchschnittlichen hohen Auftragsbestand ins neue Jahr starten. Damit haben wir eine solide Grundlage, mit der wir sehr zufrieden sind. Denn die Nachfrage nach Cat Baumaschinen übertrifft die derzeitigen Produktionskapazitäten. Wenn sich hier das Blatt kurz- bis mittelfristig wendet, stehen unsere Chancen noch etwas besser, den Auftragsüberhang nach neuer Baumaschinentechnik schneller bearbeiten und liefern zu können.

Auch unsere Kunden haben aufgrund des hohen Baubedarfs nach wie vor ein Auftragspolster, von dem sie zehren können, wenn 2023 mit einem Rückgang der Bauaufträge gerechnet werden muss. Das gilt insbesondere für den Wohnungsbau, der vermehrt mit Auftragsstornierungen kämpfen muss. Immobiliendarlehen sind so teuer geworden, dass viele den Traum vom Eigenheim aufgeben. Die Ampel-Koalition war angetreten, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen – schon 2021 wurde dieses Ziel nicht erreicht. 2022 dürfte es angesichts der Rahmenbedingungen ebenfalls verfehlt werden. Auch den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes bremste der Bund diesen Herbst nun vorzeitig aus, weil für die Gigabit-Förderung für schnelles Internet der Fördertopf aufgebraucht war. Ein fatales Signal, wenn man bedenkt, dass 75 Prozent aller Haushalte über gar keinen Glasfaseranschluss verfügen. Es scheint, als würde sich nun das Chaos durch den überraschenden Förderstopp für KfW-Häuser wiederholen. Bleibt für das nächste Jahr nur zu hoffen, dass der Ausbau des Breitbandnetzes 2023 zügig wieder Fahrt aufnimmt.

Auch andere versprochene Investitionsoffensiven der Ampel-Koalition, um unseren Wirtschaftsstandort zu stärken, bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beklagen inzwischen 79 Prozent der Unternehmen in Deutschland, dass ihre Geschäftstätigkeit durch Infrastrukturmängel beeinträchtigt ist. Der Sparkurs der öffentlichen Hand bei überfälligen Investitionen im Straßenbau geht zulasten unserer Wettbewerbsfähigkeit. Das Problem ist inzwischen, dass falsche Investitionsschwerpunkte gesetzt werden. Laut dem Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel), das die Bundeshaushalte der letzten 21 Jahre analysierte, sind über 40 Prozent aller Haushaltsmittel Sozialausgaben und es wird im Vergleich dazu viel zu wenig Geld für Zukunftsprojekte und Infrastruktur ausgegeben.

Es wird der Wirtschaft langfristig sehr schaden, wenn maroden Brücken, Straßen und Schulen ein Investitionsstau droht. Dabei hat sich in den letzten Krisen immer gezeigt, dass Investitionen in die Baukonjunktur eine sichere Bank waren, die Wirtschaft zu stabilisieren. Doch diese ächzt ohnehin schon unter den immer höheren Abgaben und der Bürokratie. Daher steht auch der Wirtschaftsbau im nächsten Jahr unter Spannung. Unternehmen werden sich angesichts der fragilen Konjunktur überlegen, wo sie investieren wollen. Dabei hätte die Baubranche dank ihrem Know-how eine Schlüsselrolle, um die Wirtschaft klimaneutraler zu gestalten. Das gilt auch für die Energiewende im Bereich Neubau und Gebäudesanierung. Weitere Baumaßnahmen, die hier nötig sind, betreffen die Stadtplanung und den Landschaftsschutz, um die Folgen des Klimawandels, etwa von Starkregenereignissen, aufzufangen. Auch im Hinblick auf die Mobilität sind die Herausforderungen nicht weniger geworden. Unsere Infrastruktur ist die Achillesferse der deutschen Wirtschaft – sie wieder fit zu machen, wird zur Herkulesaufgabe der nächsten Jahre werden. "Let's do the work" unter diesem Motto stand unser Messeauftritt auf der bauma. Das Motto gilt auch für 2023: Packen wir die Arbeit an, denn es gibt viel zu tun. Und für die dafür nötigen Bauaufgaben haben wir die passenden Cat Baumaschinen und Dienstleistungen.

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Verbände und Experten

Ausblick – Baujahr 2023

Nachdem das Jahr 2021 die Branche mit der Pandemie und Lieferkettenproblemen bereits vor Herausforderungen gestellt hatte, bedeutete der Beginne des Ukraine- Kriegs im Februar 2022 eine Zäsur, die bis heute fortwirkt. Energieknappheit, Preisexplosionen, Klimaschutzvorgeben und ein Rückgang der Nachfrage im Wohnungsbau stellten neue Aufgaben und verunsicherten Unternehmen und Manager.

Der erfolgreiche Verlauf und der bauma 2022 zum Jahresabschluss konnte dagegen den positiven Akzent setzen, auf den viele gehofft hatten und der sich zuvor angedeutet hatte – Baumaschinenhersteller berichteten durch die Bank von übervollen Auftragsbüchern. In den nun folgenden Bauaussichten 2023 spiegelt sich die Ambivalenz der aktuellen Entwicklungen wider: Verbände und Experten sind sich einig, dass die Entwicklung der Bauwirtschaft in diesem Jahr eine Delle verzeichnen wird, Hersteller sehen die Herausforderungen des Marktes und nehmen sie tatkräftig an. Trotz aller Widrigkeiten, zu denen auch der permanente Fachkräftemangel zählt, überwiegt eine positive Grundhaltung und die Gewissheit, dass die Baubranche die vor ihr liegenden Aufgaben als wichtigste Stütze der Wirtschaft schon stemmen wird.

Das Signal, das alle Teilnehmenden der Bauaussichten 2023 in den Markt senden, wird dominiert von Stärke und Kontinuität. Dieser gemeinsame Nenner wirkt wie ein Schulterschluss, der die Branche auszeichnet und der anderen als Vorbild dienen kann.

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