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Bauen für umweltgerechte Klärschlammverwertung

Peri liefert effiziente Systemlösungen für Monoverbrennungsanlage

Den Rohbau der Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage in Helmstedt/Buschhaus realisierten die Mitarbeiter innerhalb von 8,5 Monaten.

Helmstedt/Buschhaus (ABZ). – Im Sinne eines nachhaltigen Umwelt- und Ressourcenschutzes sind oftmals neue und moderne Verfahren sowie entsprechende Bauwerkenotwendig. Ein rascher und sicherer Bauablauf beschleunigt die Realisierungsphase und ermöglicht eine verzögerungsfreie Inbetriebnahme. Um den Rohbau einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage fertigzustellen, haben die Verantwortlichen lediglich 8,5 Monate benötigt.

Energetische Verwertung nutzt die in Abfällen enthaltene Energie und gewinnt so wertvolle Rohstoffe zurück. Das schont natürliche Ressourcen und entlastet die CO2-Bilanz. Am Energiestandort Buschhaus bei Helmstedt, wo fast 150 Jahre lang Braunkohle gefördert und verstromt wurde und wo seit mehr als 20 Jahren Energie aus Abfall gewonnen wird, entsteht derzeit eine neuartige Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage zur thermischen Klärschlammbehandlung.

Die Kapazität von 160 000 t teilentwässertem Klärschlamm entspricht rund einem Fünftel der in Niedersachsen anfallenden Menge. Klärschlamm soll zukünftig nicht mehr für die Böden landwirtschaftlicher Flächen verwendet werden. Stattdessen werde er als wertvoller Energie- und Rohstofflieferant, beispielsweise für Phosphor, dienen. Die EEW Energy from Waste Gruppe, ein europäischer Spezialist für thermische Abfall- und Klärschlammverwertung, wird die neue Anlage mit einem Investitionsvolumen von 45 Millionen Euro bereits im Herbst 2021 in Betrieb nehmen – weniger als zwei Jahre nach Beginn der Rohbauarbeiten.

Für die Rohbau-Fertigstellung des knapp 30 m hohen Bunkers samt Schaltanlagengebäude, Anlieferhalle und Treppenhaus, benötigte die Finsterwalder Bau-Union GmbH lediglich 8,5 Monate Bauzeit. Trotz beengtem Baufeld – aufgrund der benachbarten, im Betrieb befindlichen Abfallverbrennungsanlage sowie der hohen Dichtigkeitsanforderungen – konnte das Team um Bauleiter Carsten Wittich die enge Bauzeitvorgabe einhalten.

Besonders die großflächigen Umsetzeinheiten der Maximo-Wandschalung, inklusive der an der Schalung verbleibenden Betonierbühnen, verbesserten die Ein- und Ausschalzeiten und sorgten für sicheres Arbeiten in der Höhe. Der Schalungs- und Gerüsthersteller Peri hat die Traggerüstlösung, die zur Herstellung der westseitigen Bunkerauskragung in 16 m Höhe nötig war, auf Basis des "PERI UP"-Gerüstsystems geplant und geliefert.

Das Konsolensystem MXK war fester Bestandteil der Wandschalungslösung: einmalig am Boden vormontiert, verblieben die Arbeitsbühnen an der Schalung.

Der 30 m hohe Klärschlammbunker ist in zwei Lager- und zwei Abkippbunker unterteilt, knapp 27 m lang und 17 m breit. In 16 m Höhe kragt das Bunkergebäude um 9,5 m auf eine Gesamtlänge von etwa 35,5 m aus. Die Außenwände sind anfangs 70 cm stark, die Innenwände 60 cm. Nach oben hin verjüngen sich die Wandstärken auf 40 beziehungsweise 20 cm. Um die Stahlbetonkonstruktion herzustellen, verwendeten die Mitarbeiter flüssigkeitsdichten FD-Beton. Angrenzend an das Bunkergebäude mussten die Ausführenden auch die Anlieferungshalle, das Schaltanlagengebäude und das Aufzugs- und Treppenhaus errichten.

Geschalt wurden alle Stahlbetonwände mit der Maximo-Rahmenschalung, die "FB 180"-Faltbühne wurde als kranversetzbares Arbeits- und Schutzgerüst verwendet.

Bei den Regeltakthöhen von 4 m belief sich die Schalungshöhe auf 4,2 m. Dies basierte auf stehend eingesetzten, jeweils 2,4 m breiten Maximo-Großelementen. Zusammen mit MXK-Bühnen bildete die Maximo-Schalung fest verbundene, großflächige Umsetzeinheiten. Diese garantierten Peri zufolge auch eine sofortige Absturzsicherung. Aufwendige Zusatzmaßnahmen mussten nicht durchgeführt werden.

Im Unterschied zu konventionellen Bühnenkonstruktionen ist das modular aufgebaute Maximo-Konsolensystem MXK fester Bestandteil der Wandschalungslösung. Einmalig am Boden vormontiert, verbleiben die Arbeitsbühnen, inklusive Gerüstbelag und Seitenschutz, an den Schalungseinheiten, erläutert Peri. Zudem sorgen innenliegende, zur Schalungsseite hin begehbare Leitergänge für ein Plus an Sicherheit bei Arbeiten in großer Höhe. Zusätzlich zu den großflächigen Schalungseinheiten, die inklusive Betonierbühnen sofort genutzt werden können, haben auch die einseitig bedienbare MX-Ankertechnik und die reduzierten Ankerstellen der Maximo-Rahmenschalung zu einer großen Zeitersparnis beigetragen.

Für die Wandstärken bis zu 60 cm hätten sich viele Arbeitsschritte beim Schließen der Schalung verringert, da die Mitarbeiter die innenseitigen Arbeitsbühnen dazu nicht mehr betreten mussten. Ein weiterer Bestandteil der Peri-Lösungen vor Ort war die "PERI UP Flex"-Traggerüstkonstruktion, die an der Westseite des Klärschlammbunkers zum Einsatz kam. Um die 40 cm starke und 9,5 m auskragende Zwischendecke in 16 m Höhe sowie die aufgehenden Wände bis zu 30 m Höhe herstellen zu können, setzten die Ausführenden auf die "PERI UP"-Lösung. Sie habe für den erforderlichen Lastabtrag gesorgt.

Zur Berücksichtigung von Lastkonzentrationen, beispielsweise hohe Linienlasten unterhalb der aufgehenden Bunkerwände, konnten die Mitarbeiter das Gerüstraster an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Im Zuge dessen konnten sie die Gerüst-Stiele innerhalb der 1,5-Meter-Turmbreiten mithilfe von 25-Zentimeter- und 50-Zentimeter-Systemriegeln bündeln und diese so an die statischen Erfordernisse anpassen. Die durchgehende Verwendung von Peri-Systembauteilen und das Wegfallen aufwendiger Rohr-Kupplungsarbeiten haben auch die Gerüstmontage deutlich beschleunigt und vereinfacht, teilt Peri mit. Sieben Arbeiter benötigten für ebendiesen Aufbau lediglich eine Woche.

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