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Bauen in schwierigem Gelände

Betonfertigteile erleichtern Arbeit in den Bergen

Weiler-Simmerberg (ABZ). – Bauvorhaben an schwer zugänglichen Orten stellen die beteiligten Unternehmen vor große Herausforderungen. So sind viele Berghütten nur schwer oder überhaupt nicht per Lastwagen zu erreichen, vor Ort muss oft auf engstem Raum gearbeitet werden und die Witterungsbedingungen sind nicht gerade optimal. Hier zählt jeder eingesparte Arbeitsschritt und jedes bisschen Material, das nicht auf die Baustelle transportiert werden muss. Durch den Einsatz von Betonfertigteilen lassen sich diese Probleme jedoch gut umgehen.

Durch die Vorfertigung im Werk entfallen viele Arbeitsschritte auf der Baustelle und die Produktion ist vollkommen witterungsunabhängig. Der Beton härtet immer unter idealen Bedingungen in Klimakammern aus und läuft niemals Gefahr, wegen Regen oder Frost an Stabilität oder Oberflächengüte einzubüßen. Die Dämmung und die Haustechnik können bereits werkseitig in die Wände und Decken integriert oder für die Installation vorbereitet werden, damit auf der Baustelle jedes Gewerk bereits die nötigen Anschlüsse und Leerrohre vorfindet.

Die fertigen Elemente können bei Bedarf auch per Helikopter an unzugängliche Orte transportiert werden und sind sofort montagebereit. Der Schalungsprozess entfällt, was nicht nur jede Menge Arbeit auf der Baustelle, sondern auch den aufwendigen An- und Abtransport des Schalmaterials erspart. Fertigteildecken sind nach der Montage schneller belastbar als reine Ortbetonkonstruktionen und so schreitet der Bau schnell voran.

Sogar der traditionelle Look einer Berghütte, z. B. mit Holzschindelfassade, lässt sich mit einer Unterkonstruktion aus Beton sehr leicht umsetzen. Die Holzelemente werden einfach vorgehängt und in der Wand verankert. Hierfür können die notwendigen Befestigungsanker oder Profile bereits bei der Vorfertigung in die Betonwand integriert werden.

Das Unternehmen Concrete Rudolph hat bereits einige solcher Objekte fertiggestellt, z. B. das Waltenberger Haus am Heilbronner Höhenweg, bei dem Betonfertigteile mit einer traditionellen Holzschindel-Fassade kombiniert wurden. Beim Bau wurden die fertigen Decken und Wände mit dem Hubschrauber vom Fuß der Oberstdorfer Berge bis auf 2084 m Höhe geflogen.

Bei der Lindauer Hütte ist architektonisches Highlight das harmonische Zusammenspiel von Betonfertigteilen und Holz: Die Thermowände und Elementdecken sind zu einem großen Teil mit Holz verkleidet, wie man es von einer traditionellen Berghütte erwartet – die Sichtbetonflächen geben der Hütte dagegen einen modernen Touch.

Für das 4-Sterne-Hotel Walserstube in Warth am Vorarlberg lieferte Concrete Rudolph rd. 1050 m² Fertigteildecken und 870 m² Doppelwände, die mit Holz verschalt oder zu Sichtbeton veredelt wurden. Auch die Seilbahnstationen auf dem Hohen Ifen wurden mit rd. 2000 m² Elementdecke, 1300 m² Doppelwand und 1450 m² Thermowand modernisiert. Und für die Weltmeisterschaft im Skiflug im Januar 2018 wurde eigens die Heini-Klopfer-Skiflugschanze modernisiert und umgebaut. Concrete Rudolph lieferte die Bauelemente für den neuen Schanzentisch sowie den barrierefreien Schrägaufzug: Thermowände, Doppelwände und Decken.

ABZ-Stellenmarkt

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 08/2019.

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