Anzeige

Baufachtage West 2018

Essen war für drei Tage Hotspot der Baubranche

Zum 3. Mal hat die acqua alta in der Messe Essen stattgefunden, nun jedoch erstmals im Rahmen der Baufachtage West.

Essen (ABZ). – Die Messe Essen zieht ein positives Fazit anlässlich der Baufachtage West 2018, wo 330 Aussteller jüngst High-Potential-Themen präsentierten: Zu den drei Spezialbaufachmessen Industrial Building, Construct IT sowie acqua alta kamen rd. 3000 Experten der Baubranche und bereits jetzt planen 87 % einen erneuten Besuch für das Jahr 2020. Für die Industrial Building (eine Fachmesse rd. um Industrie- und Gewerbebau) sowie die Construct IT (ein Format für die Digitalisierung der Baubranche) bedeutet das aus Sicht der Messe Essen eine erfolgreiche Premiere. Die Transformation in Richtung individualisierter Spezialbaufachmessen zahle sich aus und unterstreiche Essens Bedeutung im Herzen des Ruhrgebiets als Standort für eine Plattform der deutschen Baubranche.

Zum positiven Ergebnis habe auch die Behandlung wichtiger Gesellschaftsthemen beigetragen, die auf dem Messegelände interdisziplinär verknüpft wurden: Noch unter Eindruck des europaweiten Sturmtiefs "Burglind" hätten sich z. B. im Rahmen der acqua alta Hochwasserschutz-Experten versammelt, um notwendige Reaktionen auf den Klimawandel zu diskutieren. Auf der benachbarten Industrial Building konnte im Kompetenzzentrum Holz eine begehbare Tragwerkkonstruktion in Holz-Hybridbauweise in Augenschein genommen werden. Bereits ein Dachstuhl in Holzbauweise speichert nach Angaben der Messe Essen Ø bis zu 8,4 t CO2 und hilft, den Klimawandel abzuschwächen. Fachbesuchern sei ermöglicht worden, über Grenzen ihres Fachbereichs hinauszublicken sowie neue Kontakte zu knüpfen – und künftig in Bereichen zu wirtschaften, die bis dahin verschlossen schienen.

Die Verknüpfung von Themenbereichen habe die Zufriedenheit der Besucher und Aussteller gesteigert, denn mit ihrem Aufenthalt auf den drei Messen der Baufachtage West war 90 % der Fachbesucherschaft (85 % bei der Vorveranstaltung) zufrieden oder vollkommen zufrieden. Bereits jetzt planten 87 % einen erneuten Besuch für 2020, rd. 86 % (78 %) würden den Besuch weiterempfehlen. Szenarien waren vielfältig – z. B. konnten sich Besucher der acqua alta über Produkte zum Objektschutz informieren, die den extremer werdenden Wetterbedingungen trotzen: Wasserdichte Türen und Fenster bildeten dabei den Auftakt für ein Produktsegment, dessen Bedeutung künftig wachsen wird. "Es hat sich gezeigt, dass abseits von Breitbandmessen innerhalb der Baubranche ein Bedürfnis nach individualisierten Spezialbaufachmessen besteht. Der Markt differenziert sich – und diesen Prozess möchten wir als Messeveranstalter wirksam begleiten", sagte Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen.

Der Industrial Building sei erstmals die Besetzung einer "bautechnischen Lücke" in Messedeutschland gelungen: Das neue Messeformat vereine Informationen für Generalunternehmer, Architekten, Bauträger, Fachplaner, Investoren und Bauherren – also für alle Baufachleute, die sich mit der Planung, Errichtung und dem Betrieb von Gewerbeimmobilien bis hin zu ganzen Industriestandorten beschäftigen. Die Industrial Building bündelte industriebaurelevante Produkte und Lösungen in einer Veranstaltung mit dem Mehrwert von ergänzenden Architektur- und Ingenieurkongressen. Einen stark nachgefragten Schwerpunkt bildeten hier u. a. Lösungen der energieeffizienten Gebäudehülle von Nichtwohngebäuden sowie ganzheitliche Systemlösungen zur Wärme- und Energieversorgung.

"Mit der Industrial Building etablieren die 'Baufachtage West' ein neues Messeformat, das diesem Anliegen Rechnung trägt und das in der Verzahnung mit den anderen Fachmessen sowie unserem Internationalen Architekturkongress 'Neues Bauen mit Stahl' dazu beitragen wird, die Baukultur in unserem Land weiter zu stärken", betonte Markus Lehrmann, Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.

Ergänzt wurde die Fachmesse u. a. durch die Fachtagung Holzbau NRW. In den kommenden Jahren werden digitale Möglichkeiten alle Prozesse des Planens, Bauens und Betreibens durchdringen – ein Wandel, der durch die Construct IT eine neue Plattform erhalten und einen Software-Marktüberblick für alle Planungs- und Bauphasen, Gewerke und Gebäudetypen geboten hat. Im Kongress "Digitalisierung im Bauwesen" der Ingenieurakademie West hat der Umgang mit BIM im Fokus gestanden. Damit sei die Diskussionsreihe über die Planungsmethode BIM fortgesetzt und seien der Fachwelt Vorstellungen der Politik präsentiert worden.

Zum 3. Mal habe die acqua alta in der Messe Essen stattgefunden, nun jedoch erstmals im Rahmen der Baufachtage West: Die Fachmesse habe sich als Treffpunkt der Hochwasser-Kompetenz aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kommunen zum Austauschen, Informieren und Netzwerken etabliert. Hier wurden die Themen Hochwasservorsorge und -schutz sowie Katastrophenmanagement verknüpft. "Das Zusammenwirken der Messe acqua alta und des Symposiums Hochwasserrisikomanagement ist ein Erfolgsmodell", resümierte Georg Johann, Geschäftsführer des HochwasserKompetenzCentrums (HKC).

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach eröffnete den Internationalen Architektur-Kongress, an dem erneut rd. 900 Architekten und Planer teilnahmen. Zum 9. Mal veranstalteten die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Kooperation mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und dem Industrieverband Feuerzinken die Informationsplattform für Architekten, Ingenieure, Stadtplaner sowie öffentliche und private Bauherren. Referenten sprachen unter dem Motto "Neues Bauen mit Stahl – Baukultur im urbanen Kontext" über Visionen für die Baukultur und präsentierten aktuelle Architekturprojekte mit energieeffizienten Trag- und Fassadenstrukturen.

NRW-Umweltministerin Christine Schulze Föcking hielt beim 4. Hochwasser-Symposium "Gemeinsam Handeln – Risiken vermindern: Hochwasser und Starkregenrisiko-Management in NRW" vor über 450 Besuchern das Eröffnungsgrußwort: "Wir können den Klimawandel nicht mehr verhindern, aber wir können die Folgen des Klimawandels abmildern, u. a. durch geeignete Anpassungsmaßnahmen. Der Hochwasserschutz ist dabei von zentraler Bedeutung. Die Landesregierung hat dieses Jahr die Fördermittel für den Hochwasserschutz um 16 Mio. Euro auf 66 Mio. Euro erhöht." Im Anschluss haben Akteure der Hochwasserschutz-Branche die Bedrohungslage durch Hochwasser und Starkregen-Ereignisse sowie Bau- und Eigenvorsorge, Risikokommunikation und Objektschutz diskutiert. Das nächste Mal kommt die Baubranche vom 14. bis 16. Januar 2020 in der Messe Essen zusammen.

Weitere Informationen: www.baufachtage-west.de.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=335&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 03/2018.

Anzeige

Weitere Artikel