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Baugewerbe kritisiert Vorwürfe der Gewerkschaft

Keine groben Verstöße gegen Corona-Maßnahmen am Bau

Berlin/Stuttgart/Hannover (ABZ). – Aus Sicht der Baugewerbe-Verbände gibt es auf Baustellen in Deutschland derzeit keine groben Verstöße gegen Corona-Maßnahmen. Die Bauunternehmen in Deutschland hätten von Beginn der Corona-Pandemie an mit dem größtmöglichen Maß an Verantwortungsbewusstsein gehandelt und die Gesundheit ihrer Beschäftigten an die erste Stelle gestellt, heißt in einer Stellungnahme, mit der der Zentralverband Deutsches Baugewerbe auf die jüngsten Vorwürfe der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) reagiert, nach denen die „Corona-Disziplin“ auf den Baustellen allmählich nachlasse.

Viele Bauunternehmen würden die Gefahr ignorieren und zum alten Trott zurückkehren, hatte der Vorsitzende der IG Bau, Robert Feiger, vor Kurzem kritisiert. „Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske“, so der Vorwurf der Gewerkschaft. Auch komme es wieder vermehrt zu Sammeltransporten zur Baustelle. Bei ihren Vorwürfen bezieht sich die Gewerkschaft auf Ergebnisse von Arbeitsschutzkontrollen. Dabei sei ein Fall besonders auffällig geworden, in dem ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sogar untersagt habe.

Die Arbeitgeberverbände zeigten sich empört über die Anwürfe der Gewerkschaft. Nach Aussagen der Berufsgenossenschaft BG Bau, die für die Überprüfung der Einhaltung von Arbeitsschutzstandards zuständig ist, können bei knapp 90 Prozent der Betriebe keine Mängel festgestellt werden, erklärt der ZDB. Im Vergleich zur Situation zu Beginn des Corona-Krise habe sich die Situation deutlich verbessert. Für die größtenteils inhabergeführten Unternehmen des Baugewerbes sei die Einhaltung der erforderlichen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen selbstverständlich, heißt es in der Stellungnahme des ZDB, der sich auch Baugewerbe-Verband Niedersachsen und die Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V. angeschlossen hatten.

Mit „derartigen Pauschalvorwürfen“ bringe die IG Bau eine ganze Branche in Verruf, so der ZDB. Zwar könnten Einzelfälle im Rahmen eines derart umgreifenden Pandemiegeschehens nicht ausgeschlossen werden, jedoch würden die aktuellen Zahlen klar zeigen, dass die Treiber des Infektionsgeschehens viel eher im privaten Bereich, beispielsweise bei Urlaubsrückkehrern aus Risikogebieten, zu verorten seien.

Die Eindämmung der Pandemie sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, jeder Einzelne habe seinen Beitrag zu leisten, betonte der ZDB. Noch vor wenigen Wochen haben die Sozialpartner des Baugewerbes gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft für die Einhaltung der erforderlichen Arbeitsschutzstandards geworben. Die nun hervorgebrachten Anschuldigungen ließen den Eindruck entstehen, dass die Gewerkschaft auf diese Weise ihre Position im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen zu stärken versuche.

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