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Baugewerbe Nordrhein-Westfalen

Verbände nehmen die Zukunft in den Blick

Düsseldorf/Rietberg (ABZ). – Das nordrhein-westfälische Baugewerbe gegenüber der Politik noch stärker vertreten, die Digitalisierung in den Betrieben begleiten und sie insgesamt zukunftsfähiger machen – das waren die Kernthemen des ersten gemeinsamen Obermeistertages der Baugewerbeverbände Westfalen und Nordrhein. In den Diskussionsbeiträgen der etwa 30 Obermeister wurden aber ebenso die Nachwuchsprobleme und die Notwendigkeit angesprochen, die Ausbildungsinhalte an die aktuelle Berufspraxis anzupassen. Udo Vaupel wurde mit der Goldenen Ehrennadel des Baugewerbeverbands Westfalen ausgezeichnet. Viel Zustimmung erhielt der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok für seine Einschätzungen der Ursachen und vor allem der Folgen eines Brexits.

Karlgünter Eggersmann, der Präsident des westfälischen Verbands, der die Innungsvertreter zusammen mit Rüdiger Otto, seinem Kollegen aus dem Rheinland begrüßte, meinte dabei, der Obermeistertag sei "immer etwas Besonderes gewesen. Das wollen wir gerne auch so mit den Obermeistern aus dem Rheinland fortführen."

Als zentrales Ergebnis wurde beschlossen, dass die Innungen aus einem umfangreichen Themenkatalog, den Hauptgeschäftsführer Hermann Schulte-Hiltrop erläutert hatte, die wichtigsten und drängendsten benennen. Diese sollen dann möglichst schnell mit Unterstützung der Verbandsexperten vertieft werden.

Udo Vaupel wurde ausgezeichnet, weil er seit dem Jahr 2000 als Obermeister die Interessen seiner Innungskollegen vertritt. Zunächst stand er an der Spitze der Innung in Bochum und später der fusionierten Baugewerbe-Innung Ruhr. Durch den Zusammenschluss habe "das Innungsleben sehr gewonnen", lobte Eggersmann. In Mitgliederversammlungen des Verbands wiederum habe Vaupel "viele konstruktive Vorschläge und Anregungen gegeben". Sein Fachwissen bringe er darüber hinaus als langjähriger Delegierter in der Bundesfachgruppe Hochbau sowie im betriebswirtschaftlichen und technischen Ausschuss des Verbands ein. "Außerdem sind Sie als Sachverständiger ehrenamtlich vorbildlich im Einsatz."

"Brettköpfigkeit" und mangelnde Kompromissfähigkeit hat der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok als Gastredner des Obermeistertags der britischen Regierung vorgeworfen. Wie es nach dem Debakel im Unterhaus mit dem EU-Noch-Mitglied weitergeht, wisse auch er nicht, meinte Brok. Die anderen Mitgliedsländer und die EU-Kommission hätten alles getan, um für London faire Bedingungen zu vereinbaren.

Nun werde in der "selbstverschuldeten verrückten Situation die Luft dünner mit jedem Tag". Nach einem Austritt aus der Gemeinschaft werde das Land der große Verlierer sein. Britischen Schätzungen zufolge werde das Bruttoinlandsprodukt um 10 % sinken. Immerhin würden 44 % aller Exporte Großbritanniens in die EU-Staaten gehen.

Dort hätten die Diskussionen der vergangenen zwei Jahre immerhin dazu beigetragen, dass "fast überall erkannt wurde, was wir an der EU Gutes haben. Für Deutschland stellt sie schlicht und einfach die Grundlage unseres Wohlstands dar". Die Mitgliedstaaten "müssen jetzt gar nichts machen außer nur die Nerven zu behalten und abzuwarten, was London letztlich entscheidet.

Von einem der Obermeister nach seiner eigenen politischen Zukunft gefragt, bekannte Brok "Ich weiß nicht, ob ich noch einmal will". Das dienstälteste Mitglied des Europaparlaments war im NRW-Landesvorstand der CDU mit seinem Wunsch, wieder zu kandidieren, gescheitert. Er werde in "den nächsten Tagen mit meiner Familie und mit politischen Freunden beraten, wie es weitergeht. Der Druck auf mich, doch noch einmal anzutreten, ist allerdings groß."

Mit Blick auf die vor allem von den Fliesenlegern geforderte Wiedereinführung der Meisterpflicht für viele Handwerksberufe verwies Brok darauf, "Brüssel" habe "noch keinen Meisterbrief abgeschafft, sondern nur die deutsche Regierung". Seine Partei sei dafür, "bestimmte Berufe wieder in die Anlage A der Handwerksordnung hineinzubringen, aber das wird in der EU nur schwer durchzusetzen sein".

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