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Bauindustrie

Geschäftserwartungen gehen zurück

Berlin (ABZ). – Auch dank des anhaltenden Baubooms konnte die zuletzt befürchtete Rezession in Deutschland vorerst abgewendet werden. Nach Auftragseingängen erzielte die Baubranche im September zwar ihr bestes Neugeschäft seit 1995. Gleichsam weisen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf einen starken Rückgang im Straßenbau hin. "Die Branche kann sich leider nicht mehr von der allgemeinen Verschlechterung der Stimmung in der Gesamtwirtschaft frei machen", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Dieter Babiel, die aktuelle Entwicklung im Bauhauptgewerbe. Das bestätige auch eine kurzfristig durchgeführte Umfrage unter den Mitgliedern des HDB. "(. . .) die deutliche Mehrheit der Unternehmen beklagt einen Rückgang der Ausschreibungen im Bereich des öffentlichen Straßenbaus, und das, obwohl doch ausreichend Mittel vorhanden sind", beschreibt Babiel die aktuelle Situation. Die schleppende Auftragsvergabe scheine nicht nur auf personelle Engpässe in den Behörden zurückzuführen zu sein, sondern auch darauf, dass Ausschreibungen bewusst zurückgehalten würden, weil auf sinkende Preise gehofft werde.

"Eine solche Praxis stößt bei uns auf Unverständnis, sollte sie zutreffend sein. Denn dadurch würde dem ruinösen Preiskampf wieder Tür und Tor geöffnet, der am Ende auch der öffentlichen Hand schadet", so Babiel. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Ordereingang im Straßenbau (Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) sich schlecht entwickelt: Dieser sei im September um real 5,6 Prozent zurückgegangen, nach einem Einbruch im August von 18,8 Prozent. Über alle neun Monate läge das Volumen um 2,9 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. "Unter diesem Gesichtspunkt ist der mitunter vorgebrachte Vorwurf der Politik, die Bauunternehmen bauten nicht genügend Kapazitäten auf, geradezu zynisch. Wir fordern deshalb die Politik auf, Ausschreibungen konsequent an den Markt zu bringen, vor allem aber keine Ausschreibungen aus Preisgesichtspunkten zu verknappen und bewusst zurückzuhalten. Auch sollten natürliche Baupreissteigerungen – aufgrund von gestiegenen Baumaterialpreisen, zunehmenden gesetzlichen Vorgaben sowie gestiegenen Lohnkosten – sowohl in den Investitionsprogrammen als auch bei der konkreten Projektplanung konsequent berücksichtigt werden", sagt Babiel.

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