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Baulogistik

Sendungsverfolgung für die Baustelle

Andreas Goetz gehört zu den Pionieren auf dem Feld der Baulogistik. Für den Software-Anbieter Artenius hat er an einer neuen Tracking- und Tracing-Lösung mitgearbeitet, die den Versorgungsprozess ganzheitlich abdeckt.

Frankfurt/Main. – Organisatorische Mängel können gerade auf Großbaustellen schnell zu Chaos und Produktivitätsverlusten führen. Abhilfe schafft hier eine gut funktionierende Baulogistik. Neben den richtigen digitalen Werkzeugen braucht es dabei vor allem erfahrene Experten, die mit den Prozessen auf der Baustelle vertraut sind.

Andreas Goetz gehört zu den Pionieren auf dem Feld der Baulogistik. Für den Softwareanbieter Artenius hat er an einer neuen Tracking- und Tracing-Lösung mitgearbeitet, die den Versorgungsprozess ganzheitlich abdeckt.

Das Thema Baulogistik liegt Andreas Goetz sichtlich am Herzen. Schließlich hat er das Konzept dahinter selbst entwickelt, wie er im Gespräch mit der ABZ erklärt. Die Grundlage bildete ein von ihm entworfenes Modell, bei dem die Baustelle über ihren Bedarf den Takt in Ver- und Entsorgung bestimmt und Dienstleistungen im Querschnitt für alle ausführenden Firmen erbracht werden. Zusammen mit Bilfinger Berger gründete er die bauserve GmbH und entwickelte sie zum Marktführer im neu geschaffenen Gewerbe Baulogistik.

"Es entstand das erste auf Prozessgestaltung spezialisierte Unternehmen. Langsam erkannte die Branche, vor allem aber die Bauherren, welche Potenziale in dieser Organisation stecken. Das Bauvorhaben PalaisQuartier (F) und der dafür erhaltene Logistics Service Award der Bundesvereinigung Logistik schafften dann den Durchbruch."

Das Ziel einer gut funktionierenden Baulogistik besteht für Goetz darin, den ausführenden Firmen die optimale Arbeitsbedingungen bei der Bauausführung zu bieten. "Wir haben die Prozesse der meisten Dienstleistungen auf der Baustelle zusammengeführt, professionalisiert und digitalisiert, um Transparenz zu schaffen. Dabei sind beispielsweise neue Transportsysteme und eine IT entstanden, die einen Ausgleich der verfügbaren logistischen Ressourcen zwischen den Firmen ermöglichen", erklärt Goetz.

Voraussetzungen für eine effiziente Baulogistik sind laut Goetz: "Logistik- und Baukompetenz in der Führung, Ehrlichkeit im Angebot und Kreativität und Leistungsfähigkeit in der Prozessgestaltung und -abwicklung." Dabei komme es auch auf die Transportsysteme und die IT-Tools an. "Anfangs hatten wir Insellösungen entwickelt. Im Laufe der Zeit wurde daraus eine Systemwelt, die immer auf die gleichen Stammdaten zurückgreift. Diese Vernetzung schafft zusätzliche Transparenz und ermöglicht direkte Kostenverrechnungen einzusetzen, die das kostenbewusste Verhalten der vielen Firmen beeinflusst. Dies ist im Interesse des Bauherrn und verhindert hohe, nicht zur Leistung passende Umlagen. Zudem minimiert es administrativen Aufwand."

Über das Modul Paltrack in der Baulogistik-Software "die-baustelle.net" können Paletten bis zu den Übergabeorten in den Etagen verfolgt werden.

Als die bauserve GmbH 2014 per Fusion in der Building Construction Logistics GmbH aufging, trat Goetz 2015 aus dem Unternehmen aus. Seitdem entwickelt er das Produkt Baulogistik nach eigener Vorstellung weiter. Als selbstständiger Berater arbeitet er zudem als Ansprechpartner für außergewöhnliche Bauprojekte wie das Bauvorhaben FOUR (F) oder den Elbtower in Hamburg.

Mit dem zunehmenden Erfolg der Baulogistik ist aus dem anfänglichen Nischenprodukt eine stark nachgefragte Dienstleistung geworden. Mit der Zeit habe das immer mehr Unternehmen auf den Plan gerufen, die entsprechende Services anbieten. Nicht immer würden diese jedoch halten, was sie versprechen, sagt Goetz. Denn nicht jedes Unternehmen verfüge über die erforderliche Kompetenz hinsichtlich der Bau- und Logistikprozesse. Goetz: "Die Baulogistik muss von innen, nach dem pull-Prinzip geführt werden. Wer als Auftraggeber Dienstleistung wie Materialeinkauf über den Preis vergibt, zahlt meistens zu viel. Nachtragsaffinität hat leider auch hier Einzug gehalten."

Gemeinsam mit der Artenius GmbH, einem Anbieter von Baulogistik-Software, mit dem der Experte bereits seit mehr als 20 Jahren zusammenarbeitet, hat Goetz nun an einem neuen IT-Tool mitgewirkt. "Paltrack" ist eine Tracking- und Tracing-Lösung, vergleichbar mit der Sendungsverfolgung im Online-Handel. Das Tool verbindet moderne Technologie mit einem von Goetz über viele Jahre verfolgten Ziel: den Versorgungsprozess nicht wie üblich an der Entladestelle enden zu lassen, sondern bis zum Übergabeort an den Besteller zu begleiten.

Der Kreislauf sieht dabei wie folgt aus: Bestellung mit Angaben des Zielortes, Zusammenstellung der Sendung, Avisierung, Annahme der Sendung und Kennzeichnung aller Ladeeinheiten. Dabei ermöglicht die Software, die Paletten bis zu den Übergabeorten in den Etagen zu verfolgen.

Der Unterschied zu anderen am Markt befindliche Lösungen liegt laut Goetz in dem geschlossenen Prozess vom Lieferanten bis zum Verarbeitungsort. Dieser trage den logistischen und rechtlichen Anforderungen sowie den neuesten technischen Möglichkeiten Rechnung. Die Lösung biete zudem ein hohes Maß an Flexibilität, da sie sowohl die direkte Belieferung einer Baustelle als auch die Belieferung über einen vorgelagerten Umschlagpunkt zur Baustelle abbilden und steuern kann.

Laut Goetz bietet das zahlreiche Vorteile: "Mit dieser Software wird es möglich sein, die Logistik zeitlich und räumlich von der Bauausführung zu trennen. Dabei kann über die Sendungsverfolgung auch die gefürchtete Angst vor der Gewährleistung vernachlässigt werden. Der Bauunternehmer im Ausbau kann sich ganz auf die Ausführung konzentrieren und im Sinne eines Lean Construction das Material nach Arbeitsfortschritt bestellen und in die Nähe des Verarbeitungsortes bringen lassen. Dies spart nicht nur Facharbeiterressourcen sondern auch Kosten für die Baustelleneinrichtung, denn bei anspruchsvollen Bauvorhaben kann das Material theoretisch 24/7 ausgeliefert werden. Die bekannten Wartezeiten an Aufzügen und Engpässe im Gebäude sind dabei noch nicht berücksichtigt."

Paltrack ist Bestandteil der Baulogistik-Software "die-baustelle.net" und steht den Anwendern seit 15. Oktober 2020 zur Verfügung.

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