Baumaschinenhändler aus Leidenschaft

Hamburger Baumaschinen feiert 25. Geburtstag

Von Jennifer Schüller

Andreas Necker mit einer seiner Lieblingsmaschinen, dem Ahlmann AS1600. Der Schwenklader der 11-t-Klasse erreicht als einziger Radlader in seiner Leistungsklasse eine Überladehöhe von 3,4 m und ist mit einem Wenderadius von nur 4,35 m über Heck ideal für enge Baustellen geeignet.

Brokenlande. – 1992 gegründet, seit 1994 in Brokenlande zuhause und heute erfolgreicher Händler für Ahlmann-Mecalac, Case und Hydrema – dieses Jahr feiert das Unternehmen "Hamburger Baumaschinen" sein 25-jähriges Bestehen. Wenn Geschäftsführer Andreas Necker auf die vergangenen Jahre zurückblickt, ist ihm eines besonders wichtig zu betonen: "Ohne meine Mitarbeiter wäre ich nichts." Mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt "Hamburger Baumaschinen" aktuell, darunter auch zwei Auszubildende. Sie alle haben über die Jahre hinweg maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, erzählte Necker im Gespräch mit der ABZ. Denn was dafür geleistet wurde, sei nur in Teamarbeit möglich gewesen.

Angefangen hatte für Andreas Necker und "Hamburger Baumaschinen" alles im Jahr 1992, als er sich dazu entschied, in die Selbstständigkeit zu gehen. Zuvor hatte er bereits zahlreiche Erfahrungen im Baumaschinen-Bereich sammeln können. Nach einer "Ausbildung" bei einem namhaften Hamburger Bau- und Industriemaschinenhändler – eine Zeit auf die Necker noch immer mit Stolz zurückblickt – und einer insgesamt elfjährigen Karriere in dem Unternehmen, wechselte er zu einem anderen großen und ebenfalls bekannten Unternehmen und war dort drei Jahre als Verkaufsleiter beschäftigt. 

Doch den Hanseaten zog es fort zu neuen Ufern – und diese führten ihn nach Hannover. Ein renommierter Hanomag-Händler wollte nach der Wende im Osten expandieren und besaß eine Niederlassung in Hamburg-Norderstedt mit insgesamt 17 Mitarbeitern. Eben diese Mitarbeiter übernahm Necker zum 1. Mai 1992 unter dem Namen "Hamburger Baumaschinen" mit Sitz am Billhorner Deich direkt in der Hansestadt. Dem Unternehmen seinen eigenen Namen zu geben, stand für Necker nie zur Debatte: "Ich wollte nicht als Person im Vordergrund stehen."

Blick auf die Ahlmann-Flotte auf dem Firmengelände von "Hamburger Baumaschinen. Mit Ahlmann-Mecalac arbeitet das Brokenlander Unternehmen bereits seit Firmengründung zusammen.

Schon nach kurzer Zeit wollte sich Necker mit dem Unternehmen vergrößern, doch er bekam am Standort in Hamburg kein geeignetes Gewerbegrundstück. Durch den Tipp eines Gabelstapler-Händlers, der im selben Gebäude am Billhorner Deich ansässig war, erfuhr Necker, dass in Neumünster/Brokenlande direkt an der Autobahnabfahrt der A 7 ein Gewerbegrundstück zu haben war. Necker kaufte das 10 000 m² umfassende Gelände, dass auch heute noch das Zuhause von "Hamburger Baumaschinen" ist, im Jahr 1994 und baute auf dem Grundstück individuell nach eigenen Vorstellungen eine Werkstatthalle mit 1000 m² sowie einen Büroktrakt mit 200 m² Grundfläche. Ein großer Schritt Richtung Zukunft war gemacht.

"Die größten Herausforderungen in der Anfangsphase waren die Übernahme der Mitarbeiter und die Führung des Unternehmens", sagt Necker rückblickend. Doch er habe viel Glück gehabt, da er die Möglichkeit hatte, eine gewachsene Mannschaft und somit eine komplett fertige Firmenstruktur zu übernehmen. Und dabei spielte und spielt auch heute noch das Miteinander für Necker eine wichtige, nahezu elementare Rolle. "Ohne meine Mitarbeiter bin ich nichts", sagt der Geschäftsmann. "Das gilt auch im Umkehrschluss." Aus diesem Grund setzt Necker auch auf Nachwuchsförderung und bildet aus. "Wir haben immer je einen Lehrling im kaufmännischen Bereich und in der Werkstatt", erklärt der Geschäftsführer. Die meisten sind dem Betrieb auch nach ihrer Ausbildung erhalten geblieben, weshalb das Thema Fachkräftemangel "Hamburger Baumaschinen" nur peripher betreffe.

Nachwuchsförderung wird bei Andreas Necker groß geschrieben. Deshalb beschäftigt das Unternehmen sowohl Auszubildende im kaufmännischen Bereich, als auch in der Werkstatt.

Das Vertriebsgebiet der "Hamburger Baumaschinen" erstreckt sich von der dänischen Grenze über Schleswig-Holstein bis nach Hamburg und den Speckgürtel unterhalb der Hansestadt. Aber auch einige Unternehmen aus den neuen Bundesländern, insbesondere solche, die sich nach Hamburg orientieren aber derzeit noch ihren Sitz an anderen Orten haben, zählen zu den Kunden, wie Necker berichtet. Versorgt werden sie alle mit Produkten von Ahlmann-Mecalac (eine Zusammenarbeit besteht seit Firmengründung), Case (Hamburger Baumaschinen wurde nach dem Ende der Hanomag-Ära im Jahr 1995 Case-Händler) und Hydrema (das Brokenlander Unternehmen ist seit 2014 Hydrema-Händler). Diese Drei-Marken-Strategie ist von Necker bewusst gewählt: "Ich glaube, wenn man zu viel macht, verzettelt man sich. Wir haben den Anspruch, mit diesen drei Marken erfolgreich zu sein."

Darüber hinaus legt Necker vor allem auf die Serviceleistungen seines Unternehmens großen Wert. In der eigenen Werkstatt sowie mit insgesamt sieben Werkstattwagen auch beim Kunden vor Ort kümmert sich das Unternehmen um alle Aspekte von der Inspektion über die Wartung bis zur Reparatur. Besonders wichtig ist Necker dabei die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Denn wie der Geschäftsmann weiß, erwarten seine Kunden nicht nur gute Produkte und eine Kontinuität in der Maschinenauswahl, sondern vor allem geschultes Fachpersonal. Deshalb absolviert auch jeder Monteur pro Jahr mindestens eine Fortbildung. Diese Investitionen ins Team würden sich auszahlen. Und mit eben diesem Team wird Necker vom 13. bis 17. September mit "Hamburger Baumaschinen" wieder bei der NordBau dabei sein und zeitgleich das 25-jährige Jubiläum des Unternehmens feiern. Die Messe ist für das Unternehmen gewissermaßen ein Heimspiel, an dem das Unternehmen bereits seit den Anfangstagen teilnimmt. Gerade einmal 10 km trennen das Firmengelände von den Ausstellungsflächen. "Für mich ist die NordBau auch ein Barometer der Kaufkraft", erklärt Necker. Man höre aus erster Hand, was der Kunde wünscht, was er benötigt und könne direkt die neusten Maschinen präsentieren. "Für mich ist die NordBau neben der bauma in München eine der wichtigsten Messen überhaupt."

Blick in die hauseigene Werkstatt von "Hamburger Baumaschinen": Zum Serviceangebot des Unternehmens zählt nicht nur der Verkauf, sondern auch die kompetente Betreuung, sollte es bei den Arbeitsmaschinen zu Problemen kommen.

Die "Hamburger Baumaschinen" haben sich auch in diesem Jahr wieder einen exponierten Messestand direkt gegenüber des Haupteingangs gesichert (Stand F-West-W122, Travemünder Straße). Auf insgesamt 650 m² präsentiert das Unternehmen die neuesten Produkte der Vertragspartner Ahlmann-Mecalac und Case. Dabei werden vor allem der neue MWR-Bagger von Mecalac, bei dem der Schwerpunkt um 20 % gesenkt werden konnte und somit an Stabilität, Zugänglichkeit und Sicherheit gewinnt, sowie der neue Radlader 921 G von Case mit über 21 t Einsatzgewicht und einem Schaufelvolumen von 4 m³ Anziehungspunkte sein. Jubiläums-Angebote wird es ebenfalls geben, wobei Necker betont, dass der Begriff "Aktionen" überstrapaziert wird: "Wir sind immer daran interessiert, unseren Kunden optimale Angebote mit einer maßgeschneiderten Finanzierung zu machen." Für die Zukunft blickt Necker mit Spannung auf die Fehmarnbelt-Querung. Er geht davon aus, dass diese einen starken Impuls auf Ostholstein haben wird. "Dafür sind wir gewappnet. Wachstum und Aufbruch werden die Zukunft des Unternehmens bestimmen, mit der auch eine Personalaufstockung einhergehen wird." Einen weiteren Wachstumsimpuls verspricht sich Necker von der Partnerschaft mit Wienäber Baumaschinen aus Wesenberg/Reinfeld. Durch den Zusammenschluss sollen die Stärken beider Unternehmen – Vertrieb auf der Seite von Wienäber und Service seitens "Hamburger Baumaschinen" – forciert werden, um getrennt am Markt und in den Gebieten erfolgreich zu agieren. In dieser Hinsicht kommt viel Neues auf das Unternehmen zu, doch Necker sieht diese Herausforderung in einem durchweg positiven Licht: "Eine Firma ist wie eine Ehe, sie muss spannend bleiben."

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=200&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 36/2017.

Weitere Artikel