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Baumaschinenhersteller erhalten weniger Aufträge

Konjunkturumschwung spürbar

Frankfurt (sow). – Auf dem Baumaschinenmarkt zeichnen sich nach einem langen Boom Rückgänge in der Konjunktur ab. Frühindikatoren würden einen Umschwung deutlich anzeigen, teilte der Fachverband Baumaschinen und Baustoffanlagen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) jetzt mit. Von Januar bis September dieses Jahres sind den Angaben zufolge insgesamt etwa 10 Prozent weniger Aufträge bei den Herstellern eingegangen als im Vorjahreszeitraum. Dies ist zum großen Teil auf einen Auftragsrückgang bei den Straßenbaumaschinen zurückzuführen: In diesem Bereich gingen vom Januar bis zum September mehr als 20 Prozent weniger Aufträge als im Vergleichszeitraum 2019 ein. Bei den Erdbaumaschinen waren es 10 Prozent weniger Aufträge. Für Hochbaumaschinen dagegen gab es kaum eine Veränderung, es gingen in etwa gleich viele Aufträge wie im Vorjahreszeitraum ein. Die Zahlen beruhen auf Angaben der Mitglieder des VDMA-Fachverbandes. Dieser Rückgang sei zu erwarten gewesen, so Sebastian Popp, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen im VDMA.

Die Branche befinde sich auf einem sehr hohen Niveau und sei nun über den Peak hinweg. Dass sich dies bei den Straßenbaumaschinen besonders deutlich zeigt, führt Popp darauf zurück, dass die Straßenbaumaschinen im Vergleich zu anderen Baumaschinen schon seit längerer Zeit vom Boom profitieren konnten, insbesondere, da Konjunkturprogramme den Absatz gefördert hatten. Daher lasse der Boom in diesem Bereich auch als erstes nach, erläutert der Experte. Die Hochbaumaschinen dagegen hätten erst später als andere Baumaschinen von dem Boom profitiert. Daher sei zu erwarten, dass die Nachfrage nach diesen Maschinen noch etwas länger stabil bleibe als bei den anderen Maschinen.

Auf die Prognosen für Verkäufe und Umsatz dieses Jahres wirken sich die Auftragsrückgänge nicht aus. Die Vorhersagen sind diesbezüglich nach wie vor auf Rekordniveau: Für 2019 erwartet der VDMA mit 38 000 verkauften Baumaschinen auf dem deutschen Markt noch einmal rund 5 Prozent mehr Verkäufe als im Vorjahr. Zudem prognostiziert der Verband einen weltweiten Branchenumsatz aus deutscher Produktion von rund 12 Milliarden Euro. Damit würde der sehr hohe Wert des Vorjahres noch einmal erreicht werden. Der Inlandsumsatz werde im Vergleich zum Vorjahr sogar wachsen, erläutert Popp. Rückgänge im internationalen Geschäft würden dies aber ausgleichen.

Für das kommende Jahr erwartet Popp dann deutliche Rückgänge. "Es kann sein, dass wir zumindest beim Absatz in Deutschland zweistellig im Minus liegen", sagte Popp gegenüber der Allgemeinen Bauzeitung. "Allerdings wäre selbst das noch ein Top-Niveau und das fünfte sehr starke Jahr in Folge." Ein Kollaps sei nicht zu befürchten, so der Experte. Denn die Branchen, die Baumaschinen nachfragen, würden sich nach wie vor positiv entwickeln. Die Bauindustrie wachse in den meisten Märkten, Bergbau und Gewinnung würden sich erholen. Politische Faktoren wie Spannungen im Nahen Osten, Handelskonflikte, und das angekündigte Aussteigen Großbritanniens aus der EU würden die Konjunktur zwar beeinflussen. Auf den Baumaschinenmarkt hätten solche politischen Faktoren aber meist keine großen Auswirkungen.

Bezogen auf den deutschen Markt würden die niedrigen Zinsen weiterhin für Investitionen sprechen. Zudem gebe es nach wie vor einen Investitionsstau bei der Infrastruktur. Negativ wirke sich die mangelnde Verfügbarkeit von Maschinenbedienern auf die Nachfrage aus. Ein weiterer Faktor, der einen Rückgang der Verkäufe in Deutschland erwarten lasse, sei, dass Investitionen der Vermieter von Baumaschinen deutlich nachließen. "Da die Flotten vergleichsweise jung sind, müssen die Maschinen nicht so schnell ersetzt werden", erläutert Popp.

Auch bei den Baustoffanlagen sei der Eingang von Aufträgen rückläufig, teilt der VDMA weiter mit. Etwa 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum sind eingegangen. Der Branchenumsatz steigt dagegen 2019 um etwa 25 Prozent. Dies sei in erster Linie auf das Abarbeiten alter Aufträge zurückzuführen, so der VDMA.

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