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Bei Abbruch- und Recycling

Dreh- und Angelpunkt in der Wiederaufbereitung ist die Qualität

Abbrucharbeiten, Recycling

Der Betrieb stellt über zehn verschiede RC-Produkte auf seinen beiden Recyclingplätzen in Kirchheim und Ebersbach her und hat eigene Rezepturen für RC-Zementmischungen zur Herstellung von Öko-Stones erarbeitet.

KIRCHHEIM-TECK (ABZ). - Einen 50-t-Bagger einzusetzen, erfordert ein entsprechendes Auftragsvolumen und passende Baustellen, die einen solchen Baumaschineneinsatz auch wirtschaftlich rechtfertigen. Für das Abbruch- und Recyclingunternehmen Feess aus Kirchheim-Teck war die Zeit für einen neuen Cat 349 EL gekommen.

"Gebäude, die wir abbrechen sollen, werden immer größer und bestehen immer öfter aus massivem Stahlbeton aus den 1970er-Jahren", erklärt Geschäftsführer Walter Feeß. Er hat sich mit der Inbetriebnahme der Neumaschine einen Kindheitstraum erfüllt. Der Bagger wurde zusammen mit einem Cat Radlader 966K XE von Niederlassungsleiter Thomas Böger und Verkäufer Joachim Fuchs von der Zeppelin Niederlassung Böblingen übergeben und soll den Abbruch von Wohnhäusern sowie den Rückbau von Industrieanlagen und das Recycling von Erd- und Bauschuttmaterial übernehmen.

"Wir müssen konkurrenzfähig bleiben", erklärte der Firmenchef bei der Übergabe. Deswegen führt kein Weg an Investitionen wie diesen vorbei. Doch nicht nur die Auftragslage ist eine Grundvoraussetzung für einen solchen Maschineneinsatz, sondern man braucht dafür auch qualifizierte Mitarbeiter. "Mein Dank gilt heute auch meiner Mannschaft sowie dem Partner Zeppelin", richtete Walter Feeß seine Worte an seine Belegschaft mit über 120 Mitarbeitern sowie neun Auszubildenden und dem Team seines Baumaschinenlieferanten, der Zeppelin-Niederlassung Böblingen, die das Unternehmen seit 50 Jahren betreut. "Seitdem arbeiten wir vertrauensvoll zusammen. Beim Produkt und Service stimmt die Chemie und das bildet die Grundlage für die Investition", verdeutlicht er.

Bereits 2013 testete der mittelständische Familienbetrieb Bagger der 50-t-Klasse aus dem Mietprogramm von Zeppelin Rental und lotete die Einsatzmöglichkeiten im Recycling aus. Mit seinen bestehenden Geräten, wie zwei Cat Baggern 336D kam er bei einem Industrieabbruch in Unterensingen an seine Grenzen, als es darum ging, bis zu 15 m³ große Fundamente herauszuholen. Das soll ihm mit seinem neuen Bagger nicht passieren, wenn er nun in Nürtingen ein Industriegebäude abbricht, das einem Altenheim und Wohngebäuden Platz machen muss.

Doch die Maschinengröße ist nicht das einzige entscheidende Kriterium für Walter Feeß. Was für den Unternehmer stets der Dreh- und Angelpunkt aller Überlegungen bildet, ist die Qualität beim Recycling auszubauen. Der Firmenchef ist Gründungsmitglied beim QRB (dem Qualitätssicherungssystem für Recyclingbaustoffe in Baden-Württemberg). Er gilt als Vorreiter für das Qualitätsrecycling, von dem er sich ein hohes Zukunftspotenzial verspricht. Alleine in Baden-Württemberg fallen Jahr für Jahr rund 12 Mio. t mineralische Bauabfälle an, wobei 9,9 Mio. t Bauschutt zu Baumaterial, insbesondere für den Straßenbau, aufbereitet werden. Zu wenig, wenn es nach Feeß geht, der selbst über zehn verschiedene RC-Produkte auf seinen beiden Recyclingplätzen in Kirchheim und Ebersbach herstellt und eigene Rezepturen für RC-Zementmischungen zur Herstellung von Öko-Stones erarbeitet hat.

Dass Recyclingbeton auch im Hochbau verwendet werden kann, zeigt ein Pilotprojekt mit 108 Wohnungen in Stuttgart. Die Firma Feeß lieferte den Betonzuschlag. Die TBW Transportbeton hat die entsprechende Betonrezeptur entwickelt und stellte mit den recycelten Grundstoffen neuen Qualitätsbeton her, der alle strengen DIN-Normen erfüllt hat, die im Hochbau notwendig sind. Ähnliches Potenzial verspricht sich der Unternehmer von gebrochenem Altmauerwerk und arbeitet in einem Forschungsprojekt mit dem Heidelberger IFEU-Institut und den Transportbetonwerken der Krieger-Gruppe zusammen. Sie wollen zeigen, dass es möglich ist, nicht nur Gesteinskörnungen aus reinem Altbeton herzustellen, sondern eine Mischung mit möglichst hohem Anteil von Ziegelschutt zu entwickeln und diese an Transportbetonwerke zu vermarkten.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt in dem Betrieb, der 1951 von Heinrich Feeß gegründet wurde, nicht nur beim Baustoff-Recycling eine Rolle, sondern zeigt sich insbesondere auch im Management. Wenn der Firmenchef, der den Familienbetrieb nun in zweiter Generation führt, von einem nachhaltigen Recycling spricht, denkt er bereits an die Zukunft und den Nachwuchs. Mit Tochter Nadine und den Söhnen Alexander und Benjamin ist bereits die dritte Generation an Bord.

Immer wieder betont Feeß, dass Häuser voller Rohstoffe stecken und Beton, Mauerwerk, Holz, Glas, Metall, Kunst- und Mineralstoffe dem Wirtschaftskreislauf erneut zugeführt werden können, indem Gebäude selektiv rückgebaut werden und die Materialien in einem qualitativ hochwertigen Recyclingverfahren wieder aufbereitet werden.

Zwar loben Politiker wie der frühere Bundesumweltminister Peter Altmaier bei einem Besuch des Recyclingparks in Kirchheim 2013, welch wichtigen Beitrag das Recycling zum Ressourcenschutz leistet – die Realität sieht anders aus, denn Qualitäts-Recyclingbaustoffe müssten viel stärker im Hoch- und Tiefbau bei Ausschreibungen berücksichtigt werden.

Stattdessen haben sie gegenüber Primärbaustoffen häufig das Nachsehen. Schaut man über die Grenze in die Schweiz, so hat Recycling- Beton dort bereits einen guten Ruf. Vor allem in der Region Zürich wird er seit vielen Jahren erfolgreich im Hochbau eingesetzt. "In der Schweiz hat man längst erkannt dass Baustoff-Recycling einen großen Beitrag zur Ressourcenschonung leistet und zur Einhaltung der EU-Klimaschutzziele beiträgt, weil natürliche Rohstoffe sowie Deponieraum geschont und vollwertige Baustoffe durch die Wiederaufbereitung von Bauabfällen, Bauteilen und Abbruchmaterialien geschaffen werden. Auch durch erhöhte Entsorgungskosten für Bauschutt ist es mittlerweile wirtschaftlich geworden, Abbruchmaterial wieder zu verwenden. Leider gibt es bei uns aber noch zu viele Vorbehalte, weil den Recycling- Baustoffen nicht die Qualität zugetraut wird, die wir längst bieten können und die es mit klassischem Beton aufnehmen kann", erklärt Feeß, der sich für eine höhere Akzeptanz einsetzt.

Sein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb beweist das jeden Tag auf das Neue, indem größter Wert auf eine sorgfältige Altlastenuntersuchung, Entkernung und den kontrollierten Rückbau gelegt wird. Er stellt sich permanent Eigenkontrollen und lässt sich von unabhängigen Laboren überwachen. "Sorgfältiges Arbeiten beim Rückbau von Gebäuden ist Grundvoraussetzung für eine gute Qualität der RC-Gesteinskörnung. Bereits beim Abbruch auf der Baustelle entscheidet sich die Qualität des Recyclingmaterials und der Gesteinskörnung", so der Geschäftsführer.

Es macht den großen Unterschied aus, ob man eben ein Fundament im Ganzen mit dem neuen Cat Bagger 349EL herausreißen kann oder es erst mithilfe eines Meißels zerkleinern muss, um es dann auf Brecher und Siebanlagen verladen zu können.

"Denn dann vermischt sich das Recyclingmaterial mit anderen unerwünschten Fremd- und Störstoffen und das sind die kleinen Feinheiten, die aber ausschlagkräftig für das Gesamtergebnis sind und dieses beeinträchtigen", so Feeß. Sein Ziel ist ein Kieskorn mit wenig Zementstein.

Seine Mitarbeiter und er wollen stets genau wissen, wie viel Recyclingmaterial bei Abbrüchen anfällt. Deswegen wurde der neue Cat Radlader 966K XE mit einer Waage ausgestattet. Das erleichtert die Abwicklung und Planung. So kann das Material zielgerichtet seiner nächsten Bestimmung zugeführt werden und bereits auf der Baustelle kann die Vermarktung beginnen.

"Das Gute dabei bist: Wir vermeiden unnötige und teure Transporte und senken so die CO2-Bilanz", meint Feeß. Allein durch die Verwendung von Qualitäts-RC-Bau-stoffen könnten jährlich hunderttausende Tonnen an CO2 zusätzlich eingespart werden, da sich die Lkw- Wege zur Ver- und Entsorgung erheblich verkürzen. Dies sei leider noch nicht so richtig bei der Bevölkerung und der öffentlichen Verwaltung angekommen. Auch bei den neuen Cat Baumaschinen spielt der geringere CO2-Ausstoß eine Rolle, den die neue Motorentechnologie möglich macht. Spätestens seit dem Bahnprojekt Stuttgart 21 achten Auftraggeber in der Region verstärkt auf niedrige Emissionen. Da kommt der geringe Spritverbrauch des Cat 966K XE dem Unternehmen ebenfalls entgegen.

Schon bei seinen Investitionen in Baumaschinen macht sich der Firmenchef stets Gedanken über den Maschinentransport. Denn dieser ist in der Regel mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Häufig müssen Unternehmen wochenlang warten, bis die behördlichen Genehmigungen vorliegen, einen Bagger, Radlader oder eine Raupe auf Deutschlands Straßen befördern zu dürfen. Unnötige Wartezeiten sowie Bürokratie will sich der Recyclingbetrieb ersparen.

Die Transportmaße waren auch ausschlaggebend, zusammen mit Goldhofer einen Tieflader zu entwickeln, dessen Bett tiefer gelegt wurde. Hat dieser den neuen Cat Radlader 966K XE geladen, ist das Gespann trotzdem sicher auf deutschen Straßen unterwegs, ohne dass dabei die gesetzlichen Maximalwerte in puncto Höhe tangiert werden, die insbesondere bei Brücken oder Tunnel ein Problem darstellen. Im Fall des Radladers wurde eine drei Meter breite Schaufel gewählt, um Maschinentransporte unkompliziert abwickeln zu können.

Dass das Unternehmen selbst auch den Recycling-Gedanken lebt, zeigen zwei gebrauchte Baumaschinen, die 2013 in den Einsatz gingen. "Es müssen nicht immer Neumaschinen sein. Unserer gebrauchter Cat Mobilbagger M318D mit hochfahrbarer Kabine sieht aus wie neu. Ähnlich ist es mit der gebrauchten Cat Raupe D6N mit Laser- und ATS-Steuerung sowie einem vier Meter breiten Klappschild. Ihre sechs Jahre sieht man ihr nicht an. Sie stehen genauso für Qualität wie unsere Produkte und liefern die Erklärung dafür, warum wir immer wieder in Cat Baumaschinen investieren", erläutert der Unternehmer.

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