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Bei Bahnhofsumbau

Abrechnungsinformationen digital ausgetauscht

MWM Software, Abrechnung, Bahnbau, Baustellen, Digitalisierung

Die Hasselmann GmbH setzt zwecks Abrechnung mit der Deutschen Bahn MWM-Libero beim Bau der Personenunterführung in Bad Kreuznach unter jeweils zwei Gleisen ein

BAD KREUZNACH (ABZ). - Der digitale Austausch von Abrechnungsinformationen zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber wird immer wichtiger. Daher setzen bauausführende Unternehmen wie die im thüringischen Berka ansässige Hasselmann GmbH vermehrt auf den Einsatz entsprechender Softwaresysteme und arbeiten seit der Firmengründung 1998 mit MWM-Libero, einem Programm für Aufmaß, Mengen- und Massenermittlung sowie Bauabrechnung.

Das thüringische Bauunternehmen wickelt heute mit 180 Mitarbeitern bundesweit Projekte im Bahn-, Kommunal- und Ingenieurbau ab. Obwohl Hasselmann hauptsächlich auf die Aufgabenstellungen rund um die Deutsche Bahn AG spezialisiert ist und Leistungen wie Bahnsteig-, Gleis- und Kabeltiefbau, Tiefenentwässerung, Stahlbau- und Stahlsonderkonstruktionen sowie Elektrotechnik anbietet, sind die Bauexperten auch Partner für zahlreiche andere Auftraggeber.

Insgesamt setzt die Baufirma 19 Lizenzen der Software des Bonner Systemhauses MWM Software & Beratung GmbH ein. Nicht nur die vier hauptamtlichen Abrechner, sondern auch Bauleiter nutzen das Programm zur Bauabrechnung. Darüber hinaus kommt auch die Zusatzanwendung "DIG-CAD 5 Aufmaß" zum Einsatz, mit der die Arbeitsvorbereiter schnell und einfach Mengen aus Zeichnungen ermitteln und diese zur Weiterbearbeitung in MWM-Libero übertragen.

Auch beim Umbau des Bahnhofs in Bad Kreuznach sind die Bauspezialisten von Hasselmann involviert. In diesem Projekt war Hasselmann zuständig für den gesamten Umbau des Bahnhofs. Hierzu gehörten fünf Bahnsteige inklusive der Bahnsteig-Dächer, eine Unterführung unter fünf Gleisen, vier Treppenanlagen und Aufzugschächte, die komplette Beleuchtungsanlage und mehrere Zuwegungen. MWM-Libero wurde bei diesem Projekt zur Abrechnung der von ihnen erbrachten Bauleistungen eingesetzt.

Insgesamt hat die Deutsche Bahn in Bad Kreuznach über 15 Mio. Euro netto in den Bahnhof investiert und sowohl das Erscheinungsbild als auch die Aufenthaltsqualität für die Fahrgäste verbessert. So wurde durch eine neue Personenunterführung ein direkter Zugang zum Bahnhof aus südlicher Richtung geschaffen, der die Erreichbarkeit der Verkehrsstation verbessert und so den Öffentlichen Schienenverkehr in Bad Kreuznach attraktiver macht.

Auch weisen nun alle fünf Bahnsteige eine Länge von 213 m und 55 cm Höhe auf und sind mit einem taktilen Leitsystem für Seheingeschränkte versehen. Die Bahnsteige wurden mit Aufzügen an die neue Personenunterführung angeschlossen und sind, wie auch der umgebaute Zugang vom Bahnhofsgebäude zum Bahnsteig 1, barrierefrei erreichbar. Über eine neue Türanlage können alle Bahnreisenden, auch mobilitätseingeschränkte, den Eingang zur Empfangshalle benutzen. Die Treppe von Bahnsteig 2/3 zur Unterführung einschließlich der Überdachung mit Oberlicht wurde, wie auch die südliche Treppenanlage von Bahnsteig 1 zur Unterführung und die nördliche Treppenanlage von Bahnsteig 4/5 neu gebaut. Auch erhielt das Empfangsgebäude zur weiteren Aufwertung einen McDonald-Satelliten.

Um mit dem Auftraggeber, der Deutschen Bahn AG, die beim Umbau des Bad Kreuznacher Bahnhofs erbrachten Bauleistungen schnell und fehlerfrei abzurechnen, müssen erst einmal die entsprechenden Aufmaße der einzelnen Leistungen erfasst werden. Oliver Schietrumpf, Oberbauleiter bei Hasselmann und zuständig für die Bereiche Bahn- und Ingenieurbau, erläutert: "Abhängig vom Einzelfall erfassen wir entweder die Aufmaße analog auf der Baustelle zusammen mit dem Auftraggeber und ordnen diese den Positionen in MWM-Libero zu. Oder wir ermitteln mit der Zusatzanwendung "DIG-CAD 5 Aufmaß" die Mengen aus den Zeichnungen. Diese werden dann automatisch in MWM-Libero übertragen."

Für die sogenannte "optimierte Bauabrechnung" erhält Hasselmann das Auftragsleistungsverzeichnis von der Deutschen Bahn als GAEB-Datei, in das die einzelnen Aufmaße den Positionen entsprechend eingegeben werden. Die abzurechnende Leistung oder die Mengenermittlung wird anschließend als DA11-Datei an die Abrechnungsstelle der Deutschen Bahn übertragen. DA11 ist die Abkürzung einer Austauschdatei gemäß REB (Regelungen für die elektronische Bauabrechnung). Das Austauschformat ist eine enorme Erleichterung für die Prüfung von Baumaßnahmen, da eine manuelle Prüfung der Berechnung, wie zum Beispiel das Nachrechnen des Aufmaßes mit dem Taschenrechner, damit entfallen kann.

Die Abrechnungsstelle der Bahn erzeugt anschließend aus der DA11-Datei eine Mengen- und Preisermittlungsliste, die dann durch die Bauüberwachung der Bahn und durch den relevanten Mitarbeiter von Hasselmann auf Übereinstimmung mit den Aufmaßen und den als unstrittig festgestellten Leistungen kontrolliert wird. Daraufhin erhält Hasselmann eine Buchungsliste, auf deren Grundlage die Buchhaltung eine Abschlagsrechnung erzeugt. Dabei muss der Betrag auf der Rechnung exakt dem Betrag der Buchungsliste entsprechen.

Zur Arbeitsweise mit MWM-Libero erläutert Bauingenieur Schietrumpf: "Wir können die Aufmaße im Programm strukturiert zu den Positionen erfassen, zur jeweiligen Abschlagsrechnung sowie zur Schlussrechnung die dazugehörige DA-11 Datei erstellen und erfüllen somit die Voraussetzungen für die Bauabrechnung mit der Deutschen Bahn." Setzt doch der Bahnkonzern überwiegend die von MWM-Libero unterstützte Verfahrensverschreibung REB 23.003, Ausgabe 2009 ein.

Zusätzlich erfasst man bei Hasselmann mit dem Programm des Bonner Softwarehauses die voraussichtlichen Abrechnungsmengen (VAM) je Position. Die Übergabe dieser VAM-Werte wird vom Bahnkonzern für bestimmte Projekte gefordert, um rechtzeitig zu erkennen, ob die geplanten Mengen den tatsächlich abzurechnenden entsprechen. Bei eventuellen Abweichungen ist somit die Basis für eine frühe Gegensteuerung gegeben. MWM-Libero stellt die VAM-Werte nicht nur in einer übersichtlichen Tabelle dar, sondern kann diese auch per Schnittstelle an das Projektsteuerungssystem der Deutschen Bahn übertragen. Der gesamte Vorgang erspart sowohl dem Auftraggeber als auch dem Auftragnehmer Zeit und minimiert potenzielle Fehlerquellen.

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