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Bei Freibewitterung getestet

Stahlprodukte werden intensiv geprüft

Auf Prüfständen auf Helgoland setzt die Unternehmensgruppe fischer ihre Stahlprodukte Härtetests aus, um ihren Kunden bestmöglichen Korrosionsschutz zu bieten.

Helgoland (ABZ). – Salzige Seeluft und hohe Feuchtigkeit: Auf Helgoland untersucht die Unternehmensgruppe fischer seit 2006 die Korrosionsbeständigkeit ihrer Stahlprodukte. Dafür werden diese für viele Jahre auf Prüfständen beobachtet. Von Touristen, die mit dem Katamaran oder Schiffen am nahegelegenen Südhafen anlegen, bleiben die Versuchsaufbauten manchmal nicht unbemerkt. Kaum einem erschließt sich sogleich der Sinn hinter den sorgfältig auf Platten aneinandergereihten und teilweise in Beton- oder Holzblöcken montierten Ankern, Schrauben und Komponenten aus Stahl. Dabei handelt es sich um Freibewetterungsstände. Dort wird das Korro-sionsverhalten der Produkte untersucht. Das heißt, ob sich die Stähle durch die physikalische oder chemische Reaktion mit ihrer Umwelt verändern und dadurch die Funktion der Befestigungen beeinträchtigt wird. "Helgoland ist ein stark korrosiver Ort", erklärt Sebastian Schilling, der das Korrosions- und Werkstoffprüflabor der Unternehmensgruppe fischer verantwortet. "Unsere Stahlprodukte sind hier der feuchten Umgebung und dem hohen Salzgehalt der Luft ausgesetzt, zumal sich die Prüfstände in Hafennähe befinden."

fischer testet die Befestigungslösungen unverbaut aber auch verankert in Beton, Holz, Naturstein oder als Mehrkomponentensysteme, wie zum Beispiel im Aufbau von Wärmedämmverbund-systemen, auf ihr Korrosionsverhalten. "Mindestens einmal im Jahr werden die Proben dokumentiert, entnommen oder ausgetauscht", sagt Schilling. "Produkte mit neuen Werkstoffen oder Oberflächenbeschichtungen prüfen wir auf Helgoland in überschaubaren Zeiträumen unter realen Bedingungen."

Auch das Korrosionsverhalten der fischer-Installations- und -Fassadensysteme wird auf Helgoland untersucht. Vorne im Bild: Verbaute fischer-Betonschrauben aus verschiedenen Werkstoffen und Oberflächen-Beschichtungen.

Diese Untersuchungen sind wichtig, denn Korrosion verursacht allein in Deutschland jährlich Kosten in Milliardenhöhe, ganz zu schweigen von Unfällen und Verletzungen. Ein einprägsames Beispiel ist etwa der Einsturz des Dachs der Berliner Kongresshalle im Mai 1980. Ein Mensch starb in den Trümmern des Gebäudes. Ursache war Rost an tragenden Teilen. Unvergessen bleibt auch ein Vorfall an der Bretonischen Küste 1999: Durch die durchrostete Bordwand des Tankers "Erika" flossen 11 000 t Öl ins Meer und verseuchten 500 km Strand. Genauso fatal können Korrosionsschäden an den Befestigungen sein. Darauf ist es beispielsweise zurückzuführen, dass sich 1985 die 200 t schwere Betondecke im Hallenbad Uster in Zürich löste und 40 Personen unter sich begrub. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben. Um solche tragischen Vorfälle zu vermeiden, müssen Projekte fachgerecht vor Korrosion geschützt werden bis hin zu Bauteilen wie Stahlankern. Je nach Umgebungsbedingungen unterscheiden sich dabei Materialien und Maßnahmen, die sich eignen.

"Durch Korrosionsschäden an Befestigungen können sich Fassaden, Decken und andere Bauwerksteile lösen", bestätigt Sebastian Schilling. "Daher prüfen wir unsere Stahlprodukte in realen Umgebungen. So schützen wir Projekte vor Korrosion und vermeiden damit Unfälle, Verletzungen und hohe Kosten." Die Unternehmensgruppe fischer betreibt weitere Prüfstände zum Beispiel im Gotthard-Straßen-Tunnel sowie in den Tunneln Wersten (Düsseldorf) und Burgholz (Wuppertal). Langfristig sollen zudem weitere Einrichtungen an den produzierenden Standorten der Unternehmensgruppe fischer errichtet und damit alle weltweit herrschenden Klima-Zonen abgedeckt werden. Die Untersuchungsergebnisse finden direkten Einzug in technische Empfehlungen, Veröffentlichungen, Präsentationen und in die Gremienarbeit von fischer.

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