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Bergmann Gruppe

"Wir leben Dumper"

Von Robert Bachmann

Das Unternehmen Bergmann steht für innovativen Fahrzeugbau "Made in Meppen" (v. r.): Hans-Hermann Bergmann, Geschäftsführer, und Dirk Fasthoff, Bereichsleitung Fahrzeugbau.

Meppen. – In mehr als 55 Jahren ihres Bestehens hat sich die Bergmann Maschinenbau GmbH als feste Größe im Fahrzeugbau etabliert. Bei einem Werksbesuch in Meppen erklärte Geschäftsführer Hans-Hermann Bergmann, wie sich das emsländische Familienunternehmen als einer der wenigen noch existierenden Baumaschinenhersteller in Deutschland erfolgreich behaupten kann. Am Sitz der Unternehmensgruppe in Meppen beschäftigt Bergmann heute rd. 240 Mitarbeiter. Keine Selbstverständlichkeit für die Branche, wie Hans-Hermann Bergmann, der zusammen mit Hermann Jungsthöfel die Geschäfte der Gruppe leitet, im Gespräch mit der ABZ betonte: "Unter den Herstellern von Baumaschinen in Deutschland sind wir einer der wenigen, die noch da sind und die vor allem noch das Produkt im Fokus haben, mit dem wir einmal angefangen haben." Die Rede ist von Dumpern, die das Unternehmen seit Ende der 60er-Jahre mit wachsendem Erfolg entwickelt und produziert.

Seinen Ursprung hat Bergmann in einer kleinen Reparaturwerkstatt für Landmaschinen, die Hermann Bergmann, Vater des heutigen Geschäftsführers, 1960 in einer kleinen Scheune in Haren an der Ems gründete. Auch der Großvater sei bereits in diesem Geschäft tätig gewesen, wie Bergmann erklärte. Das alles sei jedoch während des zweiten Weltkrieges verloren gegangen. "Mein Vater, der eigentlich gelernter Tischler und Fahrzeugtechniker war, hat das später wieder aufgenommen und schließlich diese Firma gegründet.

Mit der steigenden Zahl an Landmaschinenhändlern wurde das Geschäft in den Folgejahren zunehmend schwieriger, weshalb sich Bergmann mehr und mehr auf den Baumaschinenbereich konzentrierte. Bereits 1962 baute der findige Tüftler seinen ersten Muldenkipper. Ein wichtiger Schritt für das junge Unternehmen, das vom reinen Service auf die eigene Konstruktion umsattelte. Damals wie heute gilt für Bergmann das Motto: "Alles gait, nur Poggen, die wübket." Aus dem Plattdeutschen übersetzt: "Alles geht, nur Frösche, die hüpfen."

Bis heute habe sich Bergmann immer wieder als Innovationstreiber in der Dumper-Entwicklung erwiesen, erklärte Bergmann: "Der Dumper war zwischenzeitlich fast in Vergessenheit geraten. Damals hatten sich fast alle Baumaschinen weiterentwickelt, nur der Dumper nicht. Transporte am Bau wurden zunehmend mit Lkw und Radlader durchgeführt." Ein wichtiger Meilenstein sei deshalb 1976 die Entwicklung des ersten Dumpers mit Hydrostat gewesen. Acht Jahre zuvor hatte Bergmann bereits den ersten Dumper mit Drehsitz entwickelt, ein Konzept, das erst 20 Jahre später in Serie gehen sollte.

Ein aktuelles Beispiel für die Innovationskraft bei Bergmann ist die Entwicklung eines Kettendumpers für den Einsatz auf instabilen Untergründen – ein Unikum auf dem europäischen Markt.

1988 baute das Unternehmen bereits einen 12-t-Dumper mit Terrabereifung speziell für den Torfabbau. Acht Jahre später folgte die Vorgängerserie der 2000er-Baureihe, welche die damalige AT-Reihe ablöste. Das aktuelle Top-Modell 2060plus, einer der Klassiker bei Bergmann, ist der erste 6-t-Dumper mit gefederter Hinterachse und absenkbarem Fahrerschutzdach. Viele dieser Ausstattungsmerkmale habe es in Europa erstmalig bei Bergmann gegeben, erklärte der Geschäftsführer. Mit seinen frühen Innovationen sei das Unternehmen dabei häufig dem Markt voraus gewesen. "Als wir bspw. unseren Dumper mit Kabinendach das erste Mal öffentlich vorgestellt hatten, erhielten wir teils niederschmetternde Kritiken dafür. Heute verkaufen wir etwa 90 % unserer Fahrzeuge mit einem solchen Dach. Ähnlich erging es uns bei der gefederten Hinterachse – ein Konzept, das zunächst belächelt wurde, das in den entsprechenden Größenklassen heute jedoch kein Kunde mehr missen möchte."

Einsatzberatung zählt

Vertrieb und Entwicklung orientieren sich bei Bergmann immer am Projekt, erklärte Dirk Fasthoff, Bereichsleitung Fahrzeugbau: "Einsatzberatung ist bei uns eine zentrale Aufgabe. Wir fahren auf die Baustellen unserer Kunden und beraten die Kunden zu den individuellen Transportaufgaben. Häufig fällt auf, dass die Anwender in ihrer Kreativität Dinge zweckentfremden, um ihre individuellen Aufgaben zu lösen. Hier können wir ansetzen und unsererseits Lösungen anbieten, die noch einfacher, effizienter und vor allem sicherer sind." Auf diese Weise werde nicht nur gewährleistet, dass der Kunde wirklich das bekommt, was er benötigt, sondern auch wertvolles Feedback für eventuelle Neuentwicklungen gesammelt. Nicht selten entstehen auf diesem Wege Sonderanfertigungen, die in einigen Fällen später in Serie gehen bzw. auch von anderen Herstellern aufgegriffen werden.

Jüngstes Beispiel für eine solche Neuentwicklung aus dem Hause Bergmann ist der Kettendumper, der speziell für Einsätze auf instabilen Untergründen konzipiert wurde. "Damit sind wir europaweit die Einzigen, die ein solches Produkt im Sortiment haben."

Fertigung professionalisiert

Der Erfolg der Bergmann-Gruppe fußt jedoch nicht auf dem Dumper-Geschäft allein. Eher zufällig stieg das Unternehmen Anfang der 80er-Jahre in die Komponentenfertigung für die Automobilindustrie ein. Bergmann: "Wir hatten damals schlichtweg Kapazitäten an den CNC-Maschinen frei. Angefangen haben wir mit einem kleinen Bauteil für Audi. Irgendwann kamen Aufträge auch von anderen Herstellern hinzu, bis dieser Geschäftsbereich zwischenzeitlich fast 80 % unseres Umsatzes ausmachte."

Mittlerweile habe sich die Gewichtung der beiden Standbeine wieder ausgeglichen, erklärte Bergmann. Die Komponentenfertigung habe sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten zum festen Bestandteil des Geschäfts entwickelt und über die Zeit stark professionalisiert. Die zur Bearbeitung der Rohteile notwendigen Automaten entwickelt das Unternehmen komplett selbst und optimiert diese kontinuierlich. An langen Produktionsstraßen werden vollautomatisch verschiedene Fahrwerks- und Motorenkomponenten zur Montagereife gebracht. "Für nahezu alle Komponenten, die wir fertigen, sind wir Alleinlieferant", betont Bergmann. "Mittlerweile beliefern wir fast sämtliche Automobilhersteller in Europa mit verschiedenen Teilen – sowohl im Kleinwagensegment (Toyota Aygo, VW Up) als auch in der Oberklasse (Mercedes AMG, Porsche Panamera etc.). Dabei haben wir uns auf die Bearbeitung von Abgas-führenden Motorenkomponenten und Achskomponenten spezialisiert."

Der Unternehmenssitz im emsländischen Meppen wurde über die Jahre kontinuierlich erweitert.

Eine derartige Entwicklung aus dem Nichts heraus sei heute kaum noch denkbar, so Bergmann. Allein das Thema Qualitätssicherung erfordere maschinell wie personell einen ungeheuren Aufwand. "Das als Nebengeschäft aus dem Stand mal eben aufzubauen, ist utopisch. Wir konnten uns das Schritt für Schritt über die letzten 30 Jahre erarbeiten." Daraus haben sich laut Bergmann wertvolle Synergien ergeben: "Beide Geschäftsbereiche laufen nicht separiert voneinander, sondern ergänzen sich perfekt. Insbesondere in Hinsicht auf das Qualitätsverständnis, das im Unternehmen vorhanden sein muss."

Auf Wachstumskurs

Aktuell laufen die Geschäfte sehr gut für Bergmann, wie der Geschäftsführer betonte. In den vergangenen zwei Jahren sei das Unternehmen stark gewachsen. Vor allem das Mietgeschäft habe sich stark ausgeweitet. "Wir haben mittlerweile etwa 100 Maschinen im Mietpark, wovon ungefähr 2/3 Großmaschinen sind. Diesen Bestand brauchen wir auch, um schlagkräftig zu sein. Der Kunde braucht in der Regel mehrere Maschinen für ein Projekt. Gleichzeitig werden die Vorlaufzeiten immer kürzer. Hier muss man reagieren können."

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat Bergmann zuletzt kräftig in den Standort investiert – u. a. in zwei neue Produktionshallen, die kürzlich fertiggestellt wurden und nun den Betrieb aufnehmen werden. Darüber hinaus investierte das Unternehmen erst vor Kurzem in den Kauf eines neuen Geländes, dass in Zukunft als Demonstrations- und Testgelände dienen soll.

Das Rückgrat des Geschäfts bilde nach wie vor der Heimatmarkt. Aber auch international engagiert sich Bergmann für den Ausbau seines Vertriebs. Seit Kurzem zeichnet Bernd Kirschner als Verkaufsleiter für den Export verantwortlich. Er erklärte: "In einigen Märkten wie Niederlande, Belgien, Frankreich oder Schweiz sind wir bereits seit Jahren stark vertreten. Diese Präsenz möchten wir ambitioniert ausbauen und auf weitere Länder ausweiten. Wir streben ein ambitioniertes Wachstum in den europäischen Märkten an. Unsere Produktstrategie setzt dabei auf Qualität, Arbeitssicherheit, Effizienz und Komfort. Aber wir möchten als Hersteller auch flexibel sein, um jederzeit auf weltweite Anfragen reagieren zu können. So haben wir auch Märkte wie bspw. Australien oder Neuseeland, von denen man es auf den ersten Blick nicht erwarten würde, bereits erfolgreich erschlossen."

"Wir haben mittlerweile etwa 100 Maschinen im Mietpark, wovon ungefähr 2/3 Großmaschinen sind. Diesen Bestand brauchen wir auch, um schlagkräftig zu sein. Der Kunde braucht in der Regel mehrere Maschinen für ein Projekt. Gleichzeitig werden die Vorlaufzeiten immer kürzer. Hier muss man reagieren können."

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat Bergmann zuletzt kräftig in den Standort investiert – u. a. in zwei neue Produktionshallen, die kürzlich fertiggestellt wurden und nun den Betrieb aufnehmen werden. Darüber hinaus investierte das Unternehmen erst vor Kurzem in den Kauf eines neuen Geländes, dass in Zukunft als Demonstrations- und Testgelände dienen soll.

Das Rückgrat des Geschäfts bilde nach wie vor der Heimatmarkt. Aber auch international engagiert sich Bergmann für den Ausbau seines Vertriebs. Seit Kurzem zeichnet Bernd Kirschner als Verkaufsleiter für den Export verantwortlich. Er erklärte: "In einigen Märkten wie Niederlande, Belgien, Frankreich oder Schweiz sind wir bereits seit Jahren stark vertreten. Diese Präsenz möchten wir ambitioniert ausbauen und auf weitere Länder ausweiten. Wir streben ein ambitioniertes Wachstum in den europäischen Märkten an. Unsere Produktstrategie setzt dabei auf Qualität, Arbeitssicherheit, Effizienz und Komfort. Aber wir möchten als Hersteller auch flexibel sein, um jederzeit auf weltweite Anfragen reagieren zu können. So haben wir auch Märkte wie bspw. Australien oder Neuseeland, von denen man es auf den ersten Blick nicht erwarten würde, bereits erfolgreich erschlossen."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 49/2017.

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