Betonboden in Weiß und Schwarz fungiert als Blickfang

U-Bahnhof Jungfernstieg in neuem Gewand

Hamburg (ABZ). – Nach ihrer Sanierung präsentiert sich die Hamburger U1-Haltestelle Jungfernstieg in einem komplett neuen Design:
Dyckerhoff Baustoffe
Der U-Bahnhof Jungfernstieg ist ein zentrales Drehkreuz des Hamburger U-Bahnnetzes. Foto: juergen-schmidt-fotografie.de

Die orangefarbenen, aus den 70er Jahren stammenden Wandfliesen wurden durch schlichte, mattschwarze Flächen ersetzt. Einen starken Kontrast dazu bildet der terrazzo-ähnliche Terraplan-Boden aus Weißbeton, der mit seiner schwarz-weißen Optik der gesamten Haltestelle ein besonders modernes und freundliches Flair verleiht. Derzeit saniert Hamburg nach und nach die Haltestellen des Bahnsystems und treibt so die Modernisierung voran.

Hergestellt wurde der Boden am Jungfernstieg auf Basis von Dyckerhoff-WEISS – in den beiden Farbtönen weiß und grau. Bei dem weißen Boden kam Perlweiß in einer Korngröße 0 bis 8 mm zum Einsatz.

Beim grauen Boden – der für die den Boden gliedernden Streifen sowie für die Blindenleitstreifen verwendet wurde – arbeiteten die Ausführenden mit einem schwarzen Pigment. Gleiches gilt für die schwarzen, mit gleicher Rezeptur hergestellten Terrazzoplatten. So konnten einzelne Abschnitte des Bahnsteigs mit Schachbrett-Optik realisiert werden.

Der Boden zeigt, dass sich Optik und zeitgemäße Funktionalität bestens ergänzen können. Terraplan ist ein monolithisches Betonbodensystem ohne Beschichtung, das besonders für Böden stark frequentierter öffentlicher Gebäude wie Museen, Messehallen oder – wie hier – für Bahnhofsbereiche geeignet ist. Dyckerhoff mischte das Material in seiner Niederlassung in Hamburg und brachte es im Fahrmischer auf die Baustelle.

Dort können die Ausführenden das Gemisch mithilfe moderner Maschinentechnik schnell und wirtschaftlich einbauen, heißt es. Nach dem Einbringen und Glätten härtet der Boden aus, anschließend erfolgt der Schliff mit speziellen Maschinen.

Wegen der feinen und ebenen Oberfläche und der großen fugenarmen Felder ist Terraplan dem Terrazzo optisch ähnlich. Da der Boden zudem leicht zu reinigen ist und in kurzer Zeit eingebaut werden konnte, war es nur folgerichtig, dass sich Planende und Bauverantwortliche – nach einer entsprechenden Bemusterung und Eignungsprüfung – für Terraplan entschieden, so die Aussage der Projektleitenden.

Terraplan sei ein System, das hinsichtlich Lebensdauer, Ebenheit, Reinigungskosten und vor allem aber aufgrund der individuellen Gestaltungsmöglichkeiten neue Maßstäbe bei Betonböden setze.

Zum Einsatz kam ein Beton der Festigkeitsklasse C35/45. Die Oberfläche wurde feingeschliffen ausgeführt. Der Einbau des strapazierfähigen Terraplan-Bodens auf 800 m² erfolgte im Sommer 2020 innerhalb von sechs Wochen durch die Firma R. Bayer Betonsteinwerk aus Blaubeuren.

Aufgrund der in allen Hamburger Bahnhöfen geplanten Barrierefreiheit musste der Fußboden in der U-Bahnstation um 20 cm angehoben werden. Dazu brachten die Mitarbeitenden auf dem alten, vorhandenen Belag zunächst eine 10-Zentimeter-Beton-Ausgleichsschicht mit Leichtbeton auf.

Darauf kam dann der Terraplan-Boden – ebenfalls in einer Konstruktionshöhe von 10 cm. Im Bereich der Treppen, an die angearbeitet werden musste, galt es, zusätzlich noch ein notwendiges Gefälle zu erstellen.

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