Bauaussichten 2018

Betonbohr- und -sägebranche mit stabiler Entwicklung und positiver Prognose für 2018

Von Thomas Springer, Vorsitzender des Fachverbandes Betonbohren und -sägen Deutschland, Darmstadt

Das Gros der Fachbetriebe der Betonbohr- und -sägebranche verzeichnet ein sehr gutes Geschäftsjahr 2017. Das zeigen die aktuellen Wirtschaftsdaten, die der Fachverband Betonbohren und -sägen e. V. jeweils zum Jahresende im Rahmen einer Umfrage unter seinen Mitgliedern erhebt. Sie belegen eine sehr gute Auftragslage, verbunden mit einer positiven Erwartungshaltung für 2018. Damit folgt unsere Branche dem konjunkturellen Trend der gesamten Bauwirtschaft und profitiert von anhaltenden Investitionen in den Wohnungsbau und in die energetische Sanierung im Bestand.

Doch diese Entwicklung hat auch eine Kehrseite: So wird der zunehmende Fachkräftemangel bei positiver Auftragslage immer deutlicher. Zahlreiche Fachbetriebe arbeiten hart an ihrer Kapazitätsgrenze und würden ihre Belegschaft gern aufstocken, es fehlt jedoch an geeigneten Mitarbeitern. Dieser Entwicklung begegnet der Fachverband mit seinen Angeboten zur Aus- und Weiterbildung mit speziell auf die Branche abgestimmten Inhalten. Dazu zählen der Ausbildungsberuf zum Bauwerksmechaniker für Abbruch- und Betontrenntechnik sowie die Weiterbildung zum Vorarbeiter und Werkpolier. Zudem ist 2017 die Entscheidung für die Einführung der Meisterausbildung gefallen. Damit bietet die Branche eine komplette und aufeinander aufbauende Qualifizierungsmöglichkeit für spezialisierte Fachkräfte. Darüber hinaus spielen die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter sowie die Qualifizierung von geeigneten Quereinsteigern eine entscheidende Rolle. So konnten mit den anwendungsorientierten Seminaren für die Bereiche Betonbohren und -sägen sowie Seilsägen im Zuge der Erwachsenenqualifizierung in diesem Jahr auch erstmals Flüchtlinge integriert werden.

Ebenfalls positiv verlief die Entwicklung innerhalb des Fachverbandes: Wir verzeichnen 2017 einen Zuwachs auf heute 730 Mitglieder. Einen in den letzten Jahren kontinuierlich steigenden Zuspruch erfuhren auch die jährlichen Regionaltreffen. Immer mehr Fachbetriebe nutzen sie zum Erfahrungs- und Wissenstransfer sowie zum Netzwerken unter Kollegen in ihrer Region. Dies sehen wir als Ergebnis der Optimierung unseres Informationsangebotes verbunden mit dem stets offenen Zugehen auf unsere Mitglieder und der persönlichen Präsenz der Vertreter des Vorstandes und der Geschäftsstelle.

Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsarbeit war und ist die 2012 initiierte Präventionskampagne für Arbeits- und Gesundheitsschutz. Im Oktober dieses Jahres veröffentlichte der Fachverband ein neues Sicherheitsheft "Betonbohren und -sägen". Die in Kooperation mit der BG Bau zusammengestellte Auswahl arbeitsschutzrelevanter Themen ist speziell auf unsere Branche abgestimmt. Damit erhalten Arbeitgeber und Mitarbeiter ein Instrument zur eigenverantwortlichen Umsetzung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Sie ist ein weiterer Baustein im Rahmen der langfristigen Präventionsaktivitäten des Fachverbandes. Im Vordergrund steht dabei die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter – aber sie zahlt sich auch wirtschaftlich aus. So erwarten wir für 2018 aufgrund niedrigerer Unfallzahlen eine Senkung der Beiträge für die Berufsgenossenschaft.

Abschließend möchte ich noch auf einen weiteren für uns wichtigen Meilenstein hinweisen: den Bau eines Informationszentrums der BBS-Branche. Kooperationspartner ist das Ausbildungszentrum Hamm des Berufsförderungswerks der Bauindustrie NRW, auf dessen Gelände derzeit das Gebäude entsteht. Initiiert wurde das Projekt vom Verein "Museum für alte Betonbohr- und -sägemaschinen e. V." Er hat sich das Ziel gesetzt, die langjährige technische Historie der Betonbohr- und -sägebranche erlebbar zu gestalten. So beherbergt das Informationszentrum zukünftig eine Ausstellung ausgewählter Exponate historischer Maschinen aus unterschiedlichen Epochen der BBS-Branche. Gleichzeitig dient es als Begegnungsstätte im Rahmen der vom Fachverband verantworteten Aus- und Weiterbildung oder für branchennahe Veranstaltungen wie bspw. Regionaltreffen oder Kundenevents. Den Rahmen der feierlichen Eröffnung im Juni 2018 nutzen wir für unsere Jahreshauptversammlung, zu der ich alle Mitglieder und Interessierten schon heute herzlich einlade. Ich freue mich auf rege Diskussionen im Kollegenkreis und wünsche allen Fachbetrieben ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr sowie den Inhabern und Mitarbeitern persönlich alles Gute für 2018.

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