BG Bau

Charta für Sicherheit unterschrieben

Sozialpartner, Verbände und Unternehmen unterstützen die Charta und verpflichteten sich zu verstärktem Arbeitsschutz, in dessen Mittelpunkt der einzelne Mitarbeiter steht.

München . – Vor 30 Jahren hatte Zimmerermeister Wolfgang Schrapp ein Schlüsselerlebnis: Bei einem Arbeitsunfall auf dem Dach verunglückte sein Freund tödlich. Das schärfte seinen Sinn für wirksamen Arbeitsschutz. Permanent setzt er sich seitdem dafür ein, dass im Arbeitsalltag wichtige Regeln und Vorschriften mit Leben erfüllt werden. Seine Mitarbeiter von der Schrapp & Salzgerber GmbH & Co. KG aus dem bayerischen Illertissen denken und handeln vorausschauend. Ergebnis: Seit Jahrzehnten gab es bei dem 60-Mitarbeiter starken Dachdecker- und Zimmereibetrieb keine größeren Arbeitsunfälle mehr.

Auf der Fachmesse "Bau 2017" in München unterschrieb das Unternehmen im Rahmen der Veranstaltung "Bau auf Sicherheit. Bau auf Dich" der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) eine "Betriebliche Erklärung für Sicherheit auf dem Bau". "Eine selbstverständliche Entscheidung", betonte Wolfgang Schrapp, der mit seinem Betriebsratsvorsitzenden Harald Spielmann angereist war. Auch der Dachdeckerbetrieb Kunzendorf aus Bad Abbach und der Gebäudereiniger A. Greitner aus München machten mit und unterschrieben die Charta.

Nach den Worten von Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG Bau, rücke der Anteil menschlichen Verhaltens am Zustandekommen von Unfällen noch weiter in den Mittelpunkt der Betrachtungen. "Das bedeutet für uns, künftig noch stärker als bisher darauf hinzuwirken, dass sich die individuellen Verhaltensweisen der Beschäftigten positiv verändern."

Höhepunkt der BG Bau-Auftakt-Veranstaltung war die Unterzeichnung einer "Charta für Sicherheit auf dem Bau" durch die Sozialpartner der Bauwirtschaft. Unterzeichnet wurde sie von Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie, Stefan Eisele, Präsident des Landesinnungsverbandes des Schornstein-feger-Handwerks Baden-Württemberg, Dr. Hans-Hartwig Löwenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Karl-Heinz Schneider vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Dietmar Schäfer, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG Bau und Marcus Nachbauer, Präsident des Bundesverbandes Gerüstbau sowie Klaus-Richard Bergmann.

Gemeinsam mit Unternehmern und Beschäftigten, mit den Sozialpartnern der Bauwirtschaft, den Innungen, Verbänden, Kammern und der Fachöffentlichkeit, soll anhand von Schwerpunkten im Unfallgeschehen und bei den Berufskrankheiten das Risikobewusstsein nachhaltig verbessert werden. Die starke Unterstützung der Sozialpartner hob Bergmann besonders hervor. Auf dem Weg zu mehr Sicherheit will man in den kommenden Jahren gute Beispiele aus der Praxis in den Mittelpunkt der Kommunikation stellen. Plakate, Anzeigen, Social-Media-Maßnahmen, Veranstaltungen und Wettbewerbe unterstützen den Prozess nicht nur intern, sondern tragen ihn in eine breite Öffentlichkeit.

Ergänzend können Unternehmen der Bauwirtschaft ab sofort "Betriebliche Erklärungen" vereinbaren, in denen Beschäftigte und Betriebsleitungen lebenswichtige Regeln zu typischen Gefahrenquellen wie Absturzkanten, herabfallenden Lasten oder unsicheren Verkehrswegen anerkennen. Die hierfür erforderlichen Unterlagen werden von der BG Bau gern bereitgestellt. "Werden Risiken sichtbar, müssen Unternehmer und auch Beschäftigte 'Stopp' sagen können und die Arbeit so lange einstellen dürfen, bis die Gefahrenquelle beseitigt ist", betonte Bergmann.

Technische Innovation, bessere Organisation und höhere Qualifikation der Berufstätigen wirkten sich über lange Zeit positiv auf die Unfallstatistik aus. Wie die BG Bau hervorhebt, lasse sich Prävention jedoch nicht nur auf verbesserte Arbeitsmittel beschränken. Vielmehr sei jeder Mitarbeiter gefragt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ca. 80 % der Unfälle verhaltensbedingte Ursachen haben. Arbeitsschutz heißt deshalb mitdenken!

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