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BG Bau gibt Hinweise für staubarmes Arbeiten

Atemschutzmasken auch am Bau knapp

Auch am Bau werden wegen des gestiegenen Bedarfs die Atemschutzmasken knapper.

Berlin (ABZ). – Nach Aussage der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) kommt es auch am Bau zu Engpässen bei Atemschutzmasken. Für viele Arbeiten auf der Baustelle sowie bei baunahen Dienstleistungen ist ein wirksamer Atemschutz jedoch unerlässlich – zum Beispiel bei staubintensiven Einsätzen oder bei der Asbestsanierung. Daher gibt die BG Bau wichtige Hinweise zum staubminimierten Arbeiten.

Die Engpässe sind laut BG Bau eine direkte Folge des rasant gestiegenen Bedarfs in Folge der Coronavirus-Pandemie. Knapp werde es derzeit vor allem bei der Lieferung benötigter Atemschutzmasken mit den Standards FFP2 und FFP3. Vor allem im Zusammenhang mit Staub oder bei Asbestsanierungen gehören diese zum Pflichtprogramm für Bauunternehmer in puncto persönliche Schutzmaßnahmen. Die Beschaffung von Atemschutz stelle die Unternehmen der Bauwirtschaft derzeit vor große Herausforderungen, so die BG Bau. Vor diesem Hintergrund klärt sie über mögliche Varianten zum Schutz der Atemwege auf Baustellen auf.

Sofern das Tragen von Atemschutz bei Staubbelastungen erforderlich wird, sollten mindestens Mehrweg-Halbmasken mit auswechselbaren P2-Filtern oder P3-Filtern eingesetzt werden, heiß es in einer Pressemitteilung der Berufsgenossenschaft. Halbmasken mit P2 oder P3 Filtern, die derzeit noch uneingeschränkt verfügbar seien, würden gegenüber FFP-Masken den Vorteil bieten, dass sie in der Praxis gegen das Gesicht einfacher und besser abdichten, insbesondere im Bereich der Nasenflügel. Insofern kämen auch Brillenträger häufig mit Halbmasken besser zurecht. Für bestimmte Tätigkeiten würden Halbmasken mit P2 oder P3 Filtern explizit vorgeschrieben. So dürften bei Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien partikelfiltrierende Halbmasken FFP nur für kurzzeitige Tätigkeiten eingesetzt werden. Für länger andauernde Tätigkeiten seien Halbmasken mit P2 oder P3-Filtern oder höherwertiger Atemschutz einzusetzen.

Die Lieferschwierigkeiten mit Staubschutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3 werden nach Einschätzung der BG Bau auch in der nächsten Zeit bestehen bleiben, da der Fokus der ausländischen Hersteller sich in den nächsten Wochen verstärkt auf den amerikanischen Markt ausrichten werde. Insofern werde auch Atemschutz (N95/N99-Masken), der nach amerikanischen Standards zertifiziert ist, in der schwierigen Situation von der BG Bau akzeptiert.

Angesichts der Engpässe informiert die BG Bau zudem über praxistaugliche Wege und gute Alternativen, um Arbeiten staubarm durchzuführen. So werden den Betrieben auf der Website des Aktionsprogramms „Staubminderung beim Bauen“ unter www.staub-war-gestern.de zum kostenlosen Download zahlreiche Handlungshilfen und Branchenlösungen zur Verfügung gestellt. In einer Matrix werden dort zudem Gewerke bezogene Möglichkeiten zum Einsatz Staub reduzierender Maßnahmen übersichtlich aufgezeigt. Auf das Aktionsprogramm „Staubminimierung beim Bauen“ haben sich bereits 2016 zahlreiche Verbände der Bau- und Ausbaugewerke, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt zusammen mit der BG Bau sowie weiteren Institutionen und Organisationen auf gemeinsame Aktivitäten verständigt.

„Gerade derzeit müssen die Anstrengungen gezielt darauf gerichtet werden, alle verfügbaren technischen Möglichkeiten zum staubarmen Arbeiten auszuschöpfen. Durch den Einsatz moderner staubarmer Technologien - das heißt abgesaugte Maschinen, Bau-Entstauber und Luftreiniger - gelingt es, die Belastungen für die Beschäftigten zu reduzieren und weitgehend auf Atemschutz zum Schutz vor Stäuben zu verzichten“, sagt Norbert Kluger, Leiter der Abteilung Stoffliche Gefährdungen. Die BG Bau unterstützt die Betriebe im Rahmen ihrer Arbeitsschutzprämien mit einer finanziellen Förderung bei der Anschaffung geeigneter Maschinen und weiterer Maßnahmen zur Staubminderung. Dazu gehören, neben Bauentstaubern und Luftreinigern, auch Handmaschinen zum Absaugen von Staub sowie Schnellspannvorrichtungen für Staubschutzwände. Informationen und Antragsformulare dazu finden die Unternehmen unter www.bgbau.de.

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