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BG Bau

Zahl der Arbeitsunfälle in 2016 leicht angestiegen

Berlin (ABZ). – "2016 registrierten wir in der Bauwirtschaft 104 820 meldepflichtige Arbeitsunfälle, 2487 mehr als im Vorjahr. Grund ist der starke Anstieg der Bautätigkeit innerhalb eines Jahres, allein der Anteil der Baugenehmigungen im Hochbau stieg laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um etwa 5 %. Und wo erfreulicherweise mehr gebaut wird, kann es leider mehr Unfälle geben". Das berichtete Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) kürzlich in Berlin. Doch wie die Konjunkturbereinigte Sicht zeige, ist die Arbeit nicht unsicherer geworden: So ist die Unfallquote je 1000 Beschäftigte um 0,36 % auf 55,29 Fälle im Jahr 2016 zurückgegangen. Das sei aber kein Grund zum Jubeln, so Bergmann, denn der Trend beim Rückgang der Arbeitsunfälle habe sich über die Jahre zunehmend verlangsamt und mache es notwendig, neue Perspektiven in die Präventionsarbeit einzubeziehen. Vor zehn Jahren lag die Unfallquote nach Angaben der Berufsgenossenschaft noch bei 66,60 Fällen je 1000 Beschäftigte – im Jahr 2007 registrierte die BG Bau 122 231 meldepflichtige Arbeitsunfälle.

Ein Schwerpunkt im Unfallgeschehen waren 2016 die über 20 000 Sturz- und Absturzunfälle, das machte 19,4 % aller Arbeitsunfälle aus. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist von 86 im Vorjahr auf 73 in 2016 zurückgegangen. Die Ursache von 41 % aller tödlichen Arbeitsunfälle waren nach Auswertung der Berufsgenossenschaft im letzten Jahr Sturz- und Absturzunfälle. Hauptsächliche Anlässe für solche Unfälle waren Abstürze von Gerüsten, Dächern und Leitern sowie Stolper- und Rutschunfälle. Zudem geschahen viele Unfälle dadurch, dass Beschäftigte die Kontrolle über Maschinen, Handwerkzeuge, Transportmittel oder Ramm-Elemente verloren. "Hinter den Zahlen stehen die Schicksale der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Freunde. Und damit verbunden sind Kosten für die Gemeinschaft der versicherten Unternehmen", machte Bergmann deutlich. Für medizinische Behandlungen, anschließende Reha-Maßnahmen und Renten zahlte die BG Bau allein im Jahr 2016 fast 1,2 Mrd. Euro.

"Ein wichtiges Mittel, um den Risiken mit wirksamen Maßnahmen begegnen zu können, sind die systematische Analyse der Unfallursachen sowie ausführliche Beratungsgespräche unserer Aufsichtspersonen auf den Baustellen", sagte der Hauptgeschäftsführer. Gründe für den langfristig rückläufigen Trend der Unfallzahlen, seien auch die zahlreiche branchenspezifische Initiativen der Prävention. Allerdings würden die Maßnahmen des technischen und organisatorischen Arbeitsschutzes der Vergangenheit allein nicht mehr aus, um den positiven Trend langfristig fortsetzen zu können, so Bergmann: "Auch der Anteil menschlichen Verhaltens am Zustandekommen von Unfällen darf nicht übersehen werden." Daher möchte die Berufsgenossenschaft Bau die Beschäftigten mit dem Präventionsprogramm "Bau auf Sicherheit. Bau auf dich." für Gefahren und Risiken am Arbeitsplatz sensibilisieren und den Arbeitsschutz als festen Bestandteil des alltäglichen Handelns etablieren.

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