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Bildungscampus für neuen Münchener Stadtteil

Etiketten helfen bei der Taktung

Der Bildungscampus ist das größte Schulbauprojekt der Landeshauptstadt München und eines der größten in Deutschland.

München (ABZ). – Der neue Stadt-teil Freiham ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Münchens. Als Baustein dieses Areals für rd. 25 000 Bewohner entsteht der Bildungscampus. Der Gebäudekomplex besteht aus vier Bauteilen: Realschule und Gymnasium, Grundschule und Sonderpädagogisches Förder- und Kompetenzzentrum, Zentrale Mitte mit einer Mensa, einer Doppelsporthalle sowie einer Tiefgarage und einer oberirdischen Verbindungsbrücke. Die Architekten realisierten bei allen Gebäudekomplexen den zweiten Rettungsweg über Fluchtbalkone, die jedes Geschoss komplett umlaufen. Das Tragwerk des Großprojekts planten die Büros Sailer Stepan und Partner, Beratende Ingenieure für Bauwesen VBI, München und Krone Ingenieure GmbH aus Berlin in einer Planungsgemeinschaft. Moritz Hupfauf von Sailer Stepan und Partner erklärt: "Gerade bei den Anschlüssen der Balkone bedarf es besonderer Aufmerksamkeit. Zum Einen gilt es in diesem Bereich Wärmebrücken zu vermeiden, zum Anderen wirken besonders starke Kräfte auf der Verbindung von Gebäude und Balkon." Die Lösung war der Schöck Isokorb XT, der die Balkone thermisch voneinander trennt und gleichzeitig Teil der Statik ist. Die 4 km langen Fluchtbalkone rund um die Gebäudeeinheiten sind mit dem Schöck Isokorb befestigt. Die Fugenabschnitte zwischen den Balkonen wurden mit dem Schöck Dorn verbunden. Der Schöck Dorn ist für große Fugenabstände besonders geeignet. Er sorgt dafür, dass die Balkone sich nicht unterschiedlich senken. Auf der Nord-, Ost- und Westseite kragen die Fluchtbalkone vom Deckenrand zirka 2,1 m aus. An den südlichen Deckenrändern wurden die ca. 4 m breiten Balkonflächen auf Stützen aufgelagert. Die Treppenläufe der Fluchtbalkone sind in Ortbeton ausgeführt und mit herausstehender Anschlussbewehrung zur monolithischen Verbindung mit den Balkonplatten ausgebildet. Es wurden rd. 80 verschiedene Isokorb Typen in die Ortbetondecken mit eingebaut, davon 40 Typen als Sonderausführung.

"Wir haben die Fluchtbalkone aufgrund ihrer großen Abmessung in Ortbeton ausgeführt. Teilweise waren die Abschnitte bis zu 20 m lang und so hätte das Gewicht der Bauteile den Transport und die Montage unnötig erschwert. Die Balkone sind alle in Sichtbeton mit aufgerauter Oberfläche ausgeführt. Die Schalung der Balkone war komplex, weil auf der Unterseite Tropfnasen und auf der Oberseite Aufkantungen ausgebildet sind. Insgesamt haben wir ca. 1 km Schalung für dieses Projekt hergestellt," erklärt Selina List Bauleiterin, von der Glass GmbH Bauunternehmung aus München, die für alle Rohbauarbeiten verantwortlich war.

Moritz Hupfauf von Sailer Stepan und Partner, verantwortlich für die statische Berechnung des Gebäudekomplexes RSG, ergänzt: "Man entschied sich hier für eine Entwässerung der Balkone nach innen. Die Anordnung der Rinne in Längsrichtung machte einen hohen Querschnitt erforderlich. Die statische Optimierung führte zu einer Voutung des Querschnitts nach außen, was insbesondere in den Gebäudeecken zu einer komplizierten Geometrie führte. Im Zuge der Bauausführung wurde eine aufwändige Schalung und Bewehrungsführung erforderlich, um die Sichtbetonqualität sicher zu stellen."

In den Eckbereichen der hochbewehrten Bauteile liegen kreuzweise Bewehrungslagen mit einem Ø von 20 mm übereinander. "Deshalb haben wir zusätzlich Sonderkörbe geplant, damit die Bewehrungsstäbe in den Bauteilen eine Lage tiefer eingesetzt werden können", erläutert Claire Podlasly-Nehse, Anwendungstechnikerin der Schöck Bauteile GmbH. Zudem waren unterschiedliche Betondeckungen in der Höhe von 55 mm bis 60 mm notwendig, die auch den Einsatz von Sonderlösungen erforderten. Auch die relativ großen Schnittgrößen, erforderten den Einsatz von unterschiedlichen Sonderkörben. "Wir können mit den Standardkörben Typ KXT Querkraft VRd,z bis zu 125,4 kN/m abdecken. Da waren aber Bereiche die deutlich mehr an Querkraft verlangten. Für diesen Zweck haben wir ebenfalls Sonderelemente ausgearbeitet", so Claire Podlasly-Nehse. Das Baureferat München nutzt die Lean Management-Methode: Der Bauablauf ist in einer vierwöchigen Vorschau so durchgeplant, dass die Arbeit der Baufirmen "Just in Time" aufeinander abgestimmt wird. "Wir haben im Vorfeld mit der Schöck Bauteile GmbH einen Lieferzeitplan erstellt. Dies war notwendig, da zu einem Liefertermin Sonderkörbe für bis zu drei Geschosse verschiedener Bauabschnitte gleichzeitig geliefert werden mussten. Zu Spitzenzeiten wurden ca. 600 Stück Isokorb unterschiedlichster Typen zusätzlich zum normalen Tagesgeschäft eingetaktet", erläutert Selina List.

So entstand die Idee, jeden Isokorb entsprechend seiner Position aus dem Verlegeplan zu etikettieren. Dafür wurden fast 9000 zusätzliche Etiketten erstellt, gedruckt und aufgebracht.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 51/2018.

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