Anzeige

"Biodiversität" auf dem Dach

Biotope mit immenser Artenvielfalt gestalten

ZinCo, Dachbaustoffe

Insekten und Vögel benötigen Wasserflächen: Diese lassen sich dauerhaft oder auch nur temporär mittels Folien auf dem Dach installieren.

Nürtingen (ABZ). – Die Erhaltung der "Biodiversität", also der "biologischen Vielfalt" in der Umwelt, gilt als wichtige Grundlage für das menschliche Wohlergehen. Auch Dachbegrünungen vermögen hier ihren Beitrag zu leisten, vor allem pflegearme, d.h. weitgehend ungestörte Begrünungen sind wichtige Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten. Käfer, Wildbienen und Schmetterlinge finden hier Nahrung und Unterschlupf. Dabei hängt die Entwicklung der Artenvielfalt sehr stark davon ab, wie die Lebensräume aufgebaut sind, die den Pflanzen und Tieren auf dem Dach angeboten werden. Dort, wo die Natur durch Baumaßnahmen zerstört wurde, können Dachbegrünungen verloren gegangene Grünflächen z. T. kompensieren und Ersatzlebensräume für Flora und Fauna schaffen. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass sich die Dachbegrünung auch auf Dauer etabliert und stetig gedeiht. Dies erfordert objektgerechte Planung und den passenden funktionssicheren ZinCo-Systemaufbau. Zur vielseitigen Ausgestaltung des Gründaches als Biotop können dann verschiedene Biodiversitäts-Module eingesetzt werden. Die Kombination mehrerer Maßnahmen gleichzeitig fördert und steigert die Biotop-Funktion des Gründachs. Das Artenspektrum der Bepflanzung kann bspw. dadurch erweitert werden, dass die Substrathöhe variiert wird. Während für niedrigwüchsige, anspruchslose Sedumarten und andere Sukkulenten meist schon 6 cm Substrathöhe der Systemerde "Sedumteppich" ausreichend sind, lässt sich der Wurzelraum für eine artenreiche Kräuter- und Gräservegetation durch einzelne Anhügelungen auf 12 bis 15 cm erhöhen. Förderlich ist dafür auch ein humus- und nährstoffreicheres Substrat, z. B. die Verwendung der ZinCo-Systemerde "Lavendelheide".

Bei der Pflanzenauswahl kann insbesondere auf deren Bedeutung als Futterpflanze für Insekten und Vögel geachtet werden. So sind z. B. Wiesen-Salbei, Natternkopf, Lavendel und der wilde Majoran ein Leckerbissen für Bienen und Schmetterlinge.

Abgestorbene Äste und Stämme lassen sich als wertvolles Strukturelement auf das Dach bringen. Diese werden von Moosen, Flechten, Pilzen, Käfern und anderen Insekten als Lebensraum genutzt, daher scheint der Begriff "Biotop-Holz" weitaus treffender als die übliche Ausdrucksweise "Totholz". Wichtige Bereicherungen stellen auch vegetationsfreie Flächen in Form von Sandlinsen und Grobkiesbeeten dar, denn diese werden von Insekten und anderen Dachbewohnern als Versteck, Brut- und Sonnenplätze benutzt. Eine Reihe von weiteren Nisthilfen dient der dauerhaften Insektenansiedlung. Neben Insektenhotels für Wildbienen und Schlupfwespen sind dies Hummelnistkästen.

Schließlich können sogar temporäre Wasserflächen angelegt werden, um das Wasserangebot für Insekten und Vögel zu verbessern. An einzelnen Stellen der Dachfläche werden dazu Folien eingearbeitet und mit Sand abgedeckt, um Regenwasser über einen längeren Zeitraum auf dem Dach zu halten. Mit der Zeit entsteht so ein besonders artenreicher und ökologisch wertvoller Lebensraum.

Ein sehr reizvolles "Biodiversitäts-Gründach" ist noch bis zum 13. Oktober auf dem Besucherzentrum der Internationalen Gartenausstellung IGA Berlin 2017 zu sehen. Das Besucherzentrum als moderne Tagungs- und Informationsstätte vom Architekturbüro ww+ (Luxemburg/Trier) konzipiert, beeindruckt interessierte Besucher mit einem großartigen "Biodiversitäts-Gründach" auf einer Fläche von annähernd 2000 m². Dieses kann über eine Plattform neben dem Gebäude besichtigt werden.

Der Gestaltungsplan des "Biodiversitäts-Gründachs" stammt aus der Feder der Firma fairplants-system GmbH und wurde im Sommer 2016 unter der Projektträgerschaft von der IGA Berlin 2017 und dem Deutschen Dachgärtner Verband e. V. ausgeführt. Basis ist der ZinCo-Systemaufbau "Sedumteppich", bereichert durch das ganze Spektrum an möglichen Biodiversitäts-Modulen. Mehr als 70 verschiedene Pflanzenarten wurden ausgebracht und haben sich inzwischen prächtig entwickelt, und auch die Vielfalt an tierischen Bewohnern auf dem Dach ist enorm.

So wird das Biodiversitäts-Gründach auch über die IGA hinaus als bedeutsames Referenzobjekt wirken und für Artenvielfalt sprechen. Bereits existierende, artenärmere Extensivbegrünungen oder auch wenig genutzte Intensivbegrünungen lassen sich jederzeit "upgraden". So wird sich unter Einsatz der verschiedenen Biodiversitäts-Module der Artenreichtum an Fauna und Flora deutlich vergrößern. Und schöner aussehen wird die Dachbegrünung außerdem. Allerdings ist stets solides Grundwissen über die ökologischen Zusammenhänge natürlicher Lebensräume gefragt, um artenreiche Dachbegrünungen zu planen und zu gestalten.

ABZ-Stellenmarkt

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=189&no_cache=1

Unbegrenzter Zugriff auf alle Online-Inhalte:

Lernen Sie ABZPLUS kennen

Als PLUS Abonnent genießen Sie unbegrenzten Zugriff auf das Online-Portal der Allgemeine Bauzeitung ABZ mit allen Artikeln der Print- und Onlineversion!

Optimiert für Desktop-PCs und als Mobilversion.

Jetzt mehr erfahren

ABZ ePaper
Anzeige

Weitere Artikel