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Bis 2030

Verbände fordern zwei Millionen Sozialwohnungen

Berlin (dpa). – Ein Bündnis von Verbänden fordert in einer Studie mehr staatliches Engagement beim Bau von Sozialwohnungen. Als Minimalziel müsste der Bestand bis 2030 auf rd. 2 Mio. solcher Wohnungen aufgestockt werden, heißt es in der Analyse, die das hannoversche Forschungsinstitut Pestel im Auftrag des Bündnisses erstellt hat. Dahinter stehen der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, die Caritas, der Deutsche Mieterbund, die Gewerkschaft IG Bau sowie die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau. Die Autoren schätzen den Bestand für Ende 2019 auf 1,13 Mio. Sozialwohnungen. Weil jedes Jahr 74 000 Wohnungen aus der Sozialbindung fielen, müssten bis 2030 jedes Jahr 155 000 neue Sozialwohnungen geschaffen werden, heißt es.

"Davon 80 000 durch Neubau und 75 000 durch Modernisierungsförderung und den Ankauf von Belegrechten im Bestand." Bei dieser Förderung wird den Wohnungseigentümern ein Teil des für die Modernisierung genutzten Darlehens bezuschusst, wenn diese dabei sozialen Wohnraum schaffen. Würde das Ziel erreicht, wäre im Jahr 2030 der Bestand aus dem Jahr 2007 wiederhergestellt, sagen die Studienautoren. "Unter allen Mietwohnungen sind nur noch 5,4 % Sozialwohnungen", teilte der Chef der IG Bau, Robert Feiger mit. "Dabei haben in Großstädten zwischen 40 und 50 % der Haushalte theoretisch Anspruch auf eine Sozialwohnung."

Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten geht davon aus, dass rd. 6,3 Mrd. Euro von Bund und Ländern nötig sind, um das Ziel von 2 Mio. Sozialwohnungen zu erreichen. Beim sozialen Wohnungsbau kommt die Politik bislang deutlich langsamer voran als beim Bau gewöhnlichen Wohnraum. Der Studie zufolge wurden zuletzt 27 000 Mietsozialwohnungen neu gebaut sowie 20 000 weitere durch die Modernisierungsförderung gewonnen. Aber: "Insgesamt fielen seit dem Jahr 2011 etwa 500 000 Wohnungen mehr aus dem Sozialwohnungsbestand als neue geschaffen wurden."

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