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Bomag

Prozessverständnis ist die Basis für den Erfolg

Von Ebba Stoffregen

Bomag, Straßenbau und Tiefbau, Intermat Paris

Jörg Unger: "Kaltfräsen, Fertiger und Verdichter. Genau in dieser Reihenfolge, dem Bauprozess entsprechend, hat sich die Bomag als ein Systemlieferant für den gesamten Straßenbau aufgestellt."

KASSEL. - "Die Baumaschinenbranche ist eine enorm zukunftsträchtige Branche und die Bomag ist welt-weit gut aufgestellt": Jörg Unger, Präsident der Bomag GmbH mit Sitz in Boppard, ist zufrieden mit der Geschäfts-entwicklung und blickt optimistisch in die Zukunft. Warum das so ist und was künftig von der Bomag erwartet werden darf, darüber sprach die ABZ mit dem Präsidenten am Rande einer Veranstaltung in Kassel.

Die in den Aufbaujahren der Bundesrepublik gegründete Bopparder Maschinenbau Gesellschaft (Bomag) hat sich im Bereich der Verdichtungstechnik früh als einer der Marktführer etabliert. Heute beschäftigt die Bomag GmbH weltweit 2300 Mitarbeiter und vertreibt über mehr als 400 Händler ihre Maschinen für Erd-, Asphalt- und Müllverdichtung in über 120 Länder. Zum Produktportfolio gehören zudem Stabilisierer/Recycler, Fräsen und Fertiger. Bomag, seit zehn Jahren Teil der Fayat-Gruppe, bietet heute, in Synergie mit anderen Fayat Unternehmen, neben der Verdichtungstechnik Maschinen für die gesamte Prozesskette im Straßenbau. Das Verständnis für Prozessabläufe sei die Basis für den Erfolg und genau daran arbeitet der Baumaschinenhersteller: "Es gibt keine Weltrevolution im Maschinenbau mehr und das erwarten unsere Kunden auch nicht. Unsere Kunden erwarten vielmehr eine systematische Weiterentwicklung und akribische Weiterverfolgung von Themen", erklärte Bomag Präsident Unger gegenüber der ABZ.

Kaltfräsen, Fertiger und Verdichtung. Genau in dieser Reihenfolge, dem Bauprozess entsprechend, hat sich die Bomag als ein Systemlieferant für den gesamten Straßenbau aufgestellt", so Unger. Insbesondere Kaltfräsen und Fertiger seien für die Bomag wichtige Themen. Von der Fayat Tochtergesellschaft Marini übernahm Bomag 2006 die Verantwortung für das Gesamtgeschäft Straßenfertiger und Kaltfräsen und damit auch die technische Weiterentwicklung der Maschinen. "Seitdem verfolgen wir systematisch und sehr beharrlich den Ausbau dieser Produktsparten. Wir haben hier den Anspruch, uns als klare Nummer Zwei im Markt zu positionieren", erklärte Unger in Kassel. Es gehe darum, zwischen bereits gesetzten Meilensteinen immer auch auf neue kundenspezifische Anforderungen in den jeweiligen Märkten zu reagieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu würde die Zusammenarbeit mit Kunden leisten. In moderierten Produkt-Workshops erfasse Bomag regelmäßig Impulse und Herausforderungen aus der Praxis und setze diese dann auch um.

Bomag, Straßenbau und Tiefbau, Intermat Paris

Premiere auf der Intermat: Bomag präsentiert mit der BM 2000/75 eine neue Maschinen bei den Kaltfräsen. Die Kaltfräsen BM 2000/75 haben ein Betriebsgewicht von 36 t und fräsen mit 750 PS Leistung.

Dass diese Strategie anscheinend aufgeht, drückt sich unter anderem auch in Zahlen aus: "Im letzten Jahr haben wir mit rund 600 Mio. Euro ein Umsatzwachstum von ca. 5–7 % verzeichnet", sagte Bomag Präsident Unger gegenüber der ABZ. Wichtig in diesem Zusammenhang sei neben den reinen Zahlen aber auch, so Unger weiter, dass die Bomag aufgrund stetiger Prozess- und Strukturoptimierung weltweit gut aufgestellt sei. Was die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr betrifft, erwartet Unger ein "ordentliches Jahr" für die Bomag und betrachtet insgesamt die Baumaschinenbranche als "enorm zukunftsträchtig". Insbesondere vom derzeit starken US-Markt, wo die Bomag seit den 70ern mit einer eigenen Gesellschaft vertreten ist, erwartet er eine hohe Baumaschinennachfrage. Den deutschen Markt betrachtet Unger als stabil. Der Bedarf an Investitionen in die Infrastruktur sei hierzulande nach den "massiven Einsparungen der letzten Jahre" ausgesprochen hoch und seitens der Politik erkannt worden. Bis dato sei zwar "noch ausgesprochen wenig passiert", doch die Notwendigkeit, in den Straßenbau zu investieren, sei offensichtlich und lasse optimistisch in die Zukunft blicken. Und nicht zuletzt würde das Wachstum einer Volkswirtschaft auch davon abhängen, wie gut ihre Infrastruktur ist. Aufgrund der Produktion von Bomag mit allein sechs Niederlassungen in Deutschland und zwölf Auslandsgesellschaften, könne man auch Verwerfungen im Euro-Raum gut ausgleichen und profitabel arbeiten. Summa summarum sieht Unger in allen Märkten Potenzial, das Bomag mit einem entsprechend marktspezifischen Maschinenangebot nutzen will.

Auf der internationalen Fachmesse Intermat präsentiert Bomag (Messestand 5a D 137) daher nicht nur zahlreiche Maschinenpremieren, sondern zeigt sich auch mit einer komplett neuen Vertriebsstrategie im Bereich Straßenfertiger. Der Baumaschinenhersteller reagiert damit auf kundenspezifische Anforderungen in den jeweiligen Märkten und teilt den Vertrieb in drei Regionen auf: Europa, der Mittlere Osten und Afrika bilden dabei eine Gruppe, Nordamerika und Lateinamerika die zweite und die Region Asien/Pazifik die dritte Gruppe. Notwendig werde diese Teilung durch die speziellen Anforderungen, die in der Baupraxis an die Maschinen gestellt werden. Auf dem nordamerikanischen Markt erfolgt der Einbau üblicherweise mit einer höheren Geschwindigkeit und größeren Grundbreiten. Acht Modelle der Bomag Cedarapids Serie werden daher für diese Anwendungen, in Oklahoma City produziert. Zudem hat das Unternehmen durch den in 2013 hinzugekommenen Produktionsstandort in Brasilien nun die Möglichkeit, lokal die für diese Region typische Maschinenklasse mit 4 bis 6 m Arbeitsbreite mit Rad- oder Kettenantrieb anzubieten. Die Märkte in Europa, im Mittleren Osten und Afrika werden in Vertrieb, Service, Ersatzteilverfügbarkeiten und Produktion über die Standorte Boppard und Alfonsine (Italien) bedient. In den Märkten der Region Asien/Pazifik sind die Bedarfe und Anforderungen sehr unterschiedlich, so dass sowohl die Bomag- als auch die Cedarapids-Maschinenlinien angeboten werden. Die Einführung der für diese Märkte relevanten Straßenfertiger-Generation BF 600-2 und BF 700-2 ist schrittweise in Europa im letzten Jahr erfolgt. Auf der Intermat in Paris wird nun der BF 600-2 als Highlight der Serie einem breiten internationalen Kundenkreis vorgestellt. Zudem gehören die Minifertiger BF 223 C und BF 300 P zum Ausstellungsportfolio.

Bomag, Straßenbau und Tiefbau, Intermat Paris

Der neue Gasstampfer BT 60 G ist ab Juli weltweit verfügbar.

Der "beharrliche Ausbau" im Bereich Kaltfräsen zeigt sich als Premiere der neuen 2-m Kaltfräsenserie BM 2000/75, die mit einem Betriebsgewicht von 36 t die erste Serie ihrer Art ist, die komplett am Hauptsitz in Boppard entwickelt und gebaut wird. Mit 750 PS Leistung und Fräsbreiten von 2000 mm bzw. 2200 mm sind Großbaustellen auf Autobahnen und Flughäfen das typische Einsatzgebiet für die neuen Kaltfräsen. Die Kaltfräsen BM 2000/75 sind zunächst für alle europäischen Märkte verfügbar, Ende des Jahres auch weltweit.

Als Weltmarktführer im Bereich Verdichtung wird gleichwohl aus dieser Sparte eine Premiere gezeigt: Nach der Vorstellung der neuen Stampfer-Generation zur bauma 2013 präsentiert Bomag in Paris nun einen ersten Stampfer mit Gasbetrieb. Die Gasstampfer BT 60 G und BT 65 G sind mit einem Benzinmotor ausgestattet, werden aber mit herkömmlichem Gas betrieben. Ab Juli sind die beiden Gasstampfer weltweit verfügbar. Eine komplett neu entwickelte Generation Gummiradwalzen in der Leistungsklasse von 4,5 bis 11 t wird auf dem Messegelände in Paris Nord Villepinte ebenfalls gezeigt. Im Gegensatz zu den schwereren Gummiradwalzen sind die mit einem Kubota-Motor und Dieselpartikelfilter ausgestatteten Tier 4 final Maschinen mit der Bezeichnung BW 11 RH-5 knickgelenkt. Durch die zentrale Positionierung des Knickgelenks laufen die vier Hinterräder exakt in den Lücken der fünf Vorderräder auch bei Kurvenfahrten. Mit einem Wenderadius von 2,70 m sind sie für enge Baustellen optimal geeignet. Die voll hydrostatisch angetriebenen BW 11 RH-5 sind mit drei Fahrstufen ausgestattet: im ersten Gang sorgt der Antrieb für maximale Steigfähigkeit; der zweite Gang ist für verschiedene Anwendungen universell zu nutzen; der dritte Gang ist mit einer Geschwindigkeit bis zu 25 km/h für große Flächenleistungen geeignet. Durch den hydrostatischen Antrieb wird eine feinfühlige Fahrkontrolle und ruckfreies Reversieren ermöglicht. Die neue Fahrerplattform mit Rops-Kabine wurde von der neuesten Generation der Walzenzüge übernommen und kann auch mit Klimaanlage ausgestattet werden. Zur Erhöhung der Kippstabilität wurden die Ballasträume und somit der Schwerpunkt der Maschine sehr tief gelegt. Zusätzlich zur hydrostatischen Bremswirkung sind die Maschinen mit einer dynamischen Betriebsbremse ausgestattet. Für Europa und den nordamerikanischen Markt ist die neue Generation der Gummiradwalzen BW RH-5 seit Januar verfügbar; für alle anderen Märkte zum Jahresende.

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