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Brückenbau in Berlin

Raupenkran verbindet Moabit und Mitte

Auf 1600 km Wasserstraße transportierte ein Binnenschiff die neue Brücke von Bayern nach Berlin.

Berlin (ABZ). – "Es wächst zusammen, was zusammen gehört" – so hatte Willy Brandt, der frühere deutsche Bundeskanzler, den Berliner Mauerfall vom 9. November 1989 kommentiert. Mehr als 30 Jahre später gibt es nun ein schönes Beispiel für einen neu entstandene Verbindung mitten in Berlin. Eine tragende Rolle hat dabei der neue Liebherr-Raupenkran des Typs LR 1800-1.0 gespielt: Die Maschine vom Kran- und Schwertransport-Unternehmen MaxiKraft bewährte sich im Ersteinsatz.

Der neue 800-Tonnen-Raupenkran hat eine neue Fuß- und Radwegbrücke über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal gehoben, um die ehemals geteilten Stadtteile Moabit und Mitte miteinander zu verbinden. Gebaut wurde die 78 m lange Stahlbrücke in Deggendorf und musste mit einem Binnenschiff 1600 km Wasserstraße befahren, um den schiffbaren Weg von Bayern nach Berlin zu bewältigen. Pünktlich konnte der riesige Raupenkran der Bezeichnung LR 1800-1.0 den neuen Steg aus dem Schiff heben. Die Verantwortlichen drehten diesen mit Seil- und Menschenkraft in die vorbestimmte Lage, der Kran setzte den Steg dann vorsichtig ab.

Eine Herausforderung für das MaxiKraft-Team waren die beengten Platzverhältnisse auf der Baustelle und der damit einhergehende geringe Platz für den Kran und die entsprechende Ausrüstung. Daher mussten die Ausführenden die einzelnen Komponenten in genau der Reihenfolge anliefern, wie sie für das Rüsten des Kranes nötig waren. Eine weitere Erschwernis war, dass der Raupenkran zehn Meter vom ursprünglich geplanten Standort zurückgesetzt werden musste, um die Pfahlgründungen der Uferbefestigung und des Widerlagers der Brücke nicht zu beschädigen oder zu verschieben. Das bedeutete eine zehn Meter größere Ausladung bei der Montage der 195 t schweren Brücke: 48 m anstelle der ursprünglich kalkulierten 38 m. Gerüstet mit 66 m langem Hauptausleger, Derricksystem und Schwebeballast mit Klapprahmen V-Frame, 70 t Zentralballast, 170 t Drehbühnenballast und 380 t Derrickballast meisterte der LR 1800-1.0 auch diese Herausforderung.

Auch bei diesem Einsatz sei der V-Frame Gold wert gewesen. Dabei handelt es sich um eine hydraulisch verstellbare Ballastführung, mit der große Verstellwege zwischen 14 und 23 m Ballastradius möglich sind. Der Frame biete eine hohe Flexibilität im Vergleich zu der sonst üblichen starren Führung für große Ballastradien. Um den Steg montieren zu können, mussten die Mitarbeiter den Derrickballast auf den maximalen Radius von 23 m ausfahren.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 50/2020.

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