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Brückenhub der Superlative

Einsatz auf größter Privatbaustelle der Schweiz

ZWEIBRÜCKEN (ABZ). - Zum Einheben einer 162 m langen und 884 t schweren Verbindungsbrücke zwischen zwei Gebäuden der Coop-Verteilzentrale im schweizerischen Schafisheim setzte der Krandienstleister Toggenburger die größten in der Schweiz verfügbaren Krane ein: die Terex CC 2400-1 und CC 2500-1 Gittermastraupenkrane.

"Die hohen Bruttogewichte der einzelnen Brückenteile von bis zu 275 t und Arbeitsradien von bis zu 29 m machten den Einsatz der größten verfügbaren Raupenkrane in der Schweiz erforderlich – unseres Terex-Duos CC 2400-1 und CC 2500-1", erklärt Projektleiter André Huber von der Toggenburger + Co AG. Die mussten für ihren Einsatz allerdings erst einmal mit insgesamt 48 Transport-Lkw auf die Baustelle nach Schafisheim gebracht werden. Der Aufbau dort ging dank des routinierten Toggenburger-Teams und der montagefreundlichen Konstruktion beider Krane trotz der beengten Platzverhältnisse und des laufenden Lieferbetriebs auf dem Werksgelände in nur zweieinhalb Tagen problemlos über die Bühne.

Für die anstehenden Hübe rüstete das siebenköpfige Team den CC 2400-1 Kran in SSL-Konfiguration mit einer Hauptauslegerlänge von 48 m. Das Gegengewicht betrug 160 t, der Zentralballast 40 t und das SL-Gegengewicht brachte 240 t auf die Waage. Mit beinahe der gleichen Konfiguration wurde auch der CC 2500-1 Kran in die Lage versetzt, die erforderlichen Lasten zu heben. Einziger Unterschied: Hier betrug das SL-Gegengewicht 250 t. Als Hilfskran wurde ein 130 t-Hydraulikkran eingesetzt.

Da es die Platzverhältnisse auf dem Coop-Gelände nicht zuließen, die doppelstöckige Brücke als Ganzes über die Straße zwischen den beiden Gebäuden zu heben, lieferte der Hersteller die Stahlkonstruktion in Einzelteilen an, die auf der Baustelle zu insgesamt sieben Brückenelementen zusammengeschweißt wurden. Diese wurden dann in fünf Hüben auf die drei Brückenpfeiler versetzt. "Das erforderte äußerste Präzision, da die Toleranzen bei der Verbindung der einzelnen Elemente im Millimeterbereich liegt", erklärt Michael Dudler von der Toggenburger + Co AG, der das Projekt gemeinsam mit André Huber betreute. Deshalb wurden für die Aufnahme der Elemente spezielle Joche angefertigt, an denen über Schäkel die Tragseile eingehängt werden konnten. Dabei wurde ein Element bei den gleichzeitig verlaufenden Hüben an einem Kran starr angehängt, während beim anderen Kran bei drei Anhängepunkten zwischen Tragseil und Joch zusätzlich 140 t-Litzenheber eingebaut wurden. Mit diesen konnte die Lage des zweiten Elements in Quer- und Längsrichtung hydraulisch präzise gesteuert werden.

Aufgrund der Höhe der Bauelemente setzte das Toggenburger-Team bei der Befestigung der Anschlagmittel mit Genie Arbeitsbühnen weitere Produkte aus dem Hause Terex ein. "Dennoch hätten die Hübe trotz unserer ausgefeilten Technik zum Manövrieren der Lasten bei starkem Wind nicht stattfinden können", betont Michael Dudler. Aber Petrus meinte es gut und bescherte dem Team herrlichsten Sonnenschein an beiden Hubtagen. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich zu den ersten beiden Hüben mehrere hundert Schaulustige an der Baustelle einfanden, um die spektakuläre Aktion zu beobachten.

Terex Cranes, Baustellen, Krane und Seilmaschinen, Brückenbau

Zum Einsatz kamen die beiden größten Krane, die in der Schweiz verfügbar sind: die Terex CC 2400-1 und CC 2500-1 Gittermastraupenkrane.

Dabei nahm der CC 2400-1 das inklusive Anschlagmittel 275 t schwere Doppelelement 1/2 mit einer Gesamtlänge von 55,5 m in einem Arbeitsradius von 18 m direkt vom Montageort auf, brachte es auf eine Höhe von 12 m und setzte es sicher auf den Brückenpfeilern ab. Die Auslastung des Krans betrug bei dieser Operation etwa 97 %. Aufgabe des CC 2500-1 Krans war es, das 41 m lange Brückenelement 3 mit einem Bruttogewicht von 250 t in einem Arbeitsradius von ebenfalls 18 m in die Einbauposition bringen. Dieses wurde zunächst vom Montageort mit einem "Tausendfüßler" vorgefahren, um anschließend vom Kran aufgenommen, gehoben und in der vorgegebenen Position abgesetzt zu werden. Die Auslastung hierbei: 74 %. Damit waren die Hübe dieses Einsatztages planmäßig abgeschlossen und die erste Hälfte der Strecke bis zum Mittelpfeiler überspannt. "Wir haben lediglich noch beide Krane um etwa 100 m nach vorne verfahren, um sie schon für den zweiten Tag in Stellung zu bringen", berichtet André Huber.

Am Sonntagmorgen standen dann die restlichen Hübe auf dem Plan. Dabei hob der CC 2400-1 Kran in einem Arbeitsradius von 29 m Element 4, das mit seiner Länge von 22 m 95 t zuzüglich 20 t Anschlagmittel auf die Waage brachte. Die knapp 49 m langen Bauelemente 5/6 mit einem Bruttogewicht von 240 t waren dem CC 2500-1 vorbehalten, die er in einem Radius von 25 m bei einer Auslastung von 83 % sicher platzierte. Das letzte Element 7 mit einem Gewicht von 17,5 t überließen die beiden Raupenkrane dann noch dem Hilfskran, so dass alle Hubarbeiten termingerecht abgeschlossen werden konnten. "Mit dem richtigen Arbeitsgerät, einem guten Team und professioneller Planung sind auch solch anspruchsvolle Projekte im Grunde Routine – trotzdem ist man am Ende natürlich erleichtert, wenn alles glatt verlaufen ist", resümieren André Huber und Michael Dudler zufrieden.

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