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Bunte Industriekultur

Mit außergewöhnlicher Fassade eine weithin sichtbare Landmarke gesetzt

Schon von Weitem zu sehen: Das Covestro-Lager setzt eine sichtbare Landmarke.

Dormagen (ABZ). –  Warum werden so selten Kunst und architektonische Highlights mit Industriebauten der chemischen Branche verbunden? Das fragten sich die Verantwortlichen der Covestro Deutschland AG, eines der weltweit führenden Hersteller hochwertiger Polymer-Werkstoffe mit Hauptsitz in Leverkusen. Zum 100. Jubiläum des Standorts Dormagen ließen sie vom Wuppertaler Künstler Martin Heuwold ein Hochregallager in ein gigantisches Kunstwerk verwandeln.

MC-Color Flair vision sorgt nun für die farbenfrohe Strahlkraft. Es ist der 10. Oktober 2017: Vor Tor 10 am Chempark Dormagen herrscht rege Betriebsamkeit. Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Covestro, deren Familienangehörige und Freunde, Chempark-Partner und Dormagener Bürger haben sich in schwarzen, weißen und gelben Hoodies versammelt, um einen Weltrekord zu holen. Sogar Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld hat die Anzugjacke vorübergehend gegen einen Kapuzenpulli getauscht – und verschmilzt so mit der Menge.

Um Punkt 11.45 Uhr wird aus der Vogelperspektive deutlich, was das Ganze soll: 694 begeisterte Menschen reißen jubelnd die Arme hoch. Zusammen haben sie gerade den größten aus Menschen geformten Gabelstapler gebildet – Weltrekord. Der eigentliche Anlass für diese Aktion war jedoch ein ganz anderes Highlight am Standort Dormagen, das bundesweit für Schlagzeilen sorgte.

Der erfolgreiche Weltrekordversuch war der Rahmen für die Einweihung des neuesten "Covestro Artwork Hochregallager Dormagen" direkt am Tor 10 im Chempark Dormagen: Covestro hat in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Graffitikünstler Martin Heuwold die riesige Fassade des 69 m langen, 35 m hohen und23 m breiten Gebäudes in der Nähe des Zentralen Besucherempfangs farbenfroh neu gestaltet. Für deren Beschichtung wählte Covestro MC-Color Flair vision, eine pigmentierte High-End-Beschichtung der MC, die auch als vorbeugender Betonschutz für freibewitterte Außenflächen dient. MC-Color Flair vision enthält die sog. "Easy-to-Clean-Technologie". Diese sorgt für eine besonders geringe Schmutzannahme und trägt dazu bei, die bunte Farbgestaltung des Hochregallagers nachhaltig sicherzustellen. Nach DIN EN ISO 11998 zeichnet sich MC-Color Flair vision durch die Nassabriebbeständigkeitsklasse 1 ebenso wie nach DIN EN ISO 11998 durch seine Reinigungsfähigkeit mit dem Kennwert 0 aus. Es kann im Sprüh- und Spritzbereich von Auftausalzen verwendet und dabei sowohl manuell mit Kurzflorwalzen als auch im Airless-Spritzverfahren aufgebracht werden.

MC kennt die Anforderungen im Chempark Dormagen genau: Das Unternehmen wird schon seit vielen Jahren für vielfältige Schutzmaßnahmen an Bauwerken aus Stahlbeton hinzugezogen. Sogar am Weltrekord-Hochregallager wurde vor einigen Jahren eine Instandhaltung am Betonquerschnitt durchgeführt, die immer noch in tadellosem Zustand war und auf die jetzt aufgebaut wurde. So konnten Vertrieb und Technik der MC Covestro technisch optimal beraten werden. Doch noch ein Punkt war von besonderer Bedeutung: Einige Rohstoffe, die MC für das Produkt MC-Color Flair vision verwendet, stammen von Covestro selbst. Artwork-Projektleiterin Anja Waidele zeigt sich zufrieden: "Dieses farbenfrohe Industriekunstwerk erhöht den Bekanntheitsgrad von Covestro und ist gleichzeitig eine hervorragende Werbung für die Qualität unserer Produkte." Ein buntes Bauklotz-Motiv mit Rechtecken, Kreisen, Brücken, Halbkreisen und Dreiecken leuchtet von weither sichtbar in den sechs Unternehmensfarben. Ein bedeutungsvolles Geschenk anlässlich des 100. Geburtstages des Chemparks in Dormagen. Auch Patrick Thomas, der damalige Vorstandsvorsitzende von Covestro, der seinen Posten am 31. Mai 2018 an Markus Steilemann übergeben hat, zeigte sich begeistert: "Das ist ein weiterer Beweis für den Spirit von Covestro und spiegelt in der noch jungen Unternehmensgeschichte erneut Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Mut wider."

In der Tat ist das Unternehmen noch jung – und doch blickt es auf eine lange Firmentradition zurück. Covestro ist seit September 2015 ein rechtlich eigenständiges Unternehmen. Seit März 2018 ist es sogar im DAX gelistet. Es hat seinen Ursprung im Bayer-Konzern, dessen Wurzeln bis ins 19. Jh. reichen. Das Unternehmen entwickelte sich später zum Teilkonzern "Bayer Material Science" mit mehr als zwei Dutzend Standorten in Europa, Asien und Amerika. Unter dem neuen Namen "Covestro" wurde das Geschäft 2015 zunächst ausgegliedert und bereits im Oktober desselben Jahres an die Börse gebracht. Covestro zählt heute weltweit zu den größten Polymer-Herstellern und ist führend bei Entwicklung und Produktion hochwertiger Werkstoffe für viele Bereiche des modernen Lebens. Der Firmenname setzt sich aus den englischen Wörtern "collaboration" (Zusammenarbeit), "invest" (investieren) und "strong" (stark) zusammen. 2017 erzielten die mehr als 16 000 Beschäftigten weltweit einen Jahresumsatz von rd. 14 Mrd. Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass Covestro Grenzen zwischen Industrie und Kunst verschiebt. Die außergewöhnliche Kreativität des Unternehmens zeigte sich erstmals 2015, als es von Martin Heuwold eine mobile "Graffiti-Wand" gestalten ließ. Sie befindet sich als 25 m breites und rd. 3 m hohes Graffiti-Kunstwerk mit dem künstlerisch interpretierten Unternehmensschriftzug auf Tour durch die verschiedenen Standorte des Unternehmens. 2016 beauftragte Covestro den Künstler, um den 132 m hohen Schornstein des Industrieparks in Brunsbüttel mit bunten Puzzleteilen zu gestalten. Auch dieses Projekt unterstützte die MC-Bauchemie mit fachlicher Beratung. "Als noch junges Unternehmen besitzt Covestro viel Dynamik und Agilität", betont Anja Waidele, Projektleiterin Covestro Artwork. "Und das bringen wir mit den Industriekunstwerken zum Ausdruck. In einer eher farblosen Chemiebranche präsentieren wir uns bunt, vielfältig und einfach anders."

Mit 2000 bar Wasserdruck wurde die alte Beschichtung bis auf den Betongrund abgetragen. Dann zeichnete Künstler Martin Heuwold genau nach Plan die Bauklotz-Motive an das Gebäude an, die anschließend Schritt für Schritt in den sechs Covestro-Farben und Farbschattierungen ausgemalt wurden.

Die Umsetzung der Neugestaltung des Dormagener Hochregallagers K15 begann Anfang Juni 2017. "Das Bauklotz-Motiv hat sich fast von selbst ergeben. Als buntes, mutiges Motiv, das neugierig auf uns machen soll, repräsentiert es nicht nur unsere Unternehmenswerte, sondern spiegelt auch perfekt die Themen Lagerhaltung und Logistik am Standort Dormagen wider", sagt Dr. Klaus Jaeger, Standortleiter der Niederrhein-Werke von Covestro. Für Martin Heuwold war das ein wahrer Glücksgriff: Ihm und seiner Kunst stand damit ein besonderes Objekt zur Verfügung.

Der gewaltige Malgrund von 4500 m² entspricht immerhin der Größe von rd. 23 Tennisplätzen. Diese Fläche musste jedoch zu Beginn von jeglicher Altbeschichtung gesäubert werden. Auch dabei spielten MC-Produkte eine wichtige Rolle: Nachdem die Fachverarbeiter die Oberfläche in einem ersten Schritt mittels HDW-Strahlens bearbeitet hatten, trugen sie im Anschluss eine Poren- und Lunkerspachtelung mit dem Feinmörtel Nafufill KM 110 auf, um für einen optimalen Untergrund zu sorgen. Danach behandelten sie die egalisierte Oberfläche mit MC-DUR 1177 WV-A. Das transparente Epoxidharz dient u. a. als Haftvermittler zwischen zementgebundenen Substraten und Oberflächenschutzsystemen sowie als Grundierung für nachfolgende Reaktionsharzversiegelungen. Mit dem Abschluss dieser Vorarbeiten konnte das Projekt nun in die kreative Umsetzung gehen. Dazu zeichneten Heuwold und sein Team an der Lagerfassade nach einem genauen Plan 328 Bauklotz-Motive an, die später nach Anleitung durch den Künstler in den sechs verschiedenen Unternehmensfarben ausgemalt werden sollten. Hinzu kamen zwölf Schattierungen, um realistische 3D-Effekte zu erzielen.

Der nächste Schritt war das Ausfüllen der vorgegebenen Konturen. Hier spielte MC-Color Flair vision eine tragende Rolle. Die zweikomponentige, wässrige Polyurethan-Polymer-Kombination ist UV- und witterungsbeständig und somit besonders farbstabil. Zudem bietet die hochwertige Beschichtung mit integrierter Easy-to-clean-Technologie nicht nur dauerhaften Schutz gegenüber Farbverunstaltungen, sondern schützt dank ihrer karbonatisierungsbremsenden Wirkung auch den Beton. Durch die Pigmentierung der Beschichtung sind zahlreiche Farbkombinationen möglich, in denen MC-Color Flair vision angeboten wird.

In Dormagen war das eine der Voraussetzungen für das Gelingen des Gesamtwerkes. Denn für den eindrucksvollen Tiefeneffekt der einzelnen Bauklötze sorgten zweierlei Schattierungen der jeweils sechs Hauptfarben. Alle notwendigen Farbtöne legte Dr. Dörte Bartel, Leiterin des Farblabors der MC, zusammen mit Fachberater Frank Schöntaube und dem Künstler im MC-Labor in Bottrop individuell fest. Dabei produzierte das Unternehmen die insgesamt 18 Farbvarianten so exakt, dass der Künstler bei der Gestaltung keinerlei Kompromisse eingehen musste. Nach den genauen Anweisungen von Heuwold konnten nun durch die Bottroper KST-Kunststofftechnik die Farbflächen ausgefüllt werden. Dabei verarbeiteten sie insgesamt 1800 kg MC-Color Flair vision.

Horst Mews, Betriebsingenieur bei Covestro, führte das Kunstprojekt als Technischer Leiter. Er ist normalerweise als Maintenance Engineer IT verantwortlich für den Betrieb, die laufende Instandhaltung und die Abwicklung von Logistikprojekten im Unternehmen. So war das Entstehen des Kunstwerkes auch für ihn etwas ganz Besonderes: "Wir alle konn-ten Tag für Tag miterleben, wie das Covestro Artwork fertiggestellt wurde. Jetzt schweißt das tolle Ergebnis unsere aufeinander eingespielten Teams noch mehr zusammen." Standortleiter Dr. Klaus Jaeger ist ebenfalls begeistert: "Das Kunstwerk ist ein perfekter Markenbotschafter, weil die Visualisierung unserer Unternehmenswerte hier wunderbar gelungen ist. Wir sind neugierig, mutig und bunt. Jetzt haben wir auch in Dormagen ein weithin sichtbares Wahrzeichen, auf das wir stolz sein können." Frank Schöntaube ist angetan von der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten: "Angefangen bei der Projektleitung von Covestro über die MC-Bauchemie, dem verarbeitenden Unternehmen KST bis hin zum Künstlerteam haben alle perfekt zusammengearbeitet, um dieses sehenswerte Kunstwerk zu erschaffen." Das Konzept "Covestro Artwork" geht erfolgreich auf und weitere Projekte sind schon in Planung: In Shanghai ist die Gestaltung zweier Gebäudekomplexe in Arbeit. In der Schweiz wird sich Covestro in der eher farblosen Industriewelt schon bald neugierig, mutig und vor allem bunt präsentieren.

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