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Burg Meistersel

Umfangreiche Sanierung beschlossen

Layher, Stadtplanung und Stadtentwicklung, Modernisierung und Sanierung

Drei bis fünf Monteure errichteten einen rundum sicheren Höhenzugang – zumindest für den ersten Bauabschnitt, denn im Zuge der voraussichtlich bis 2016 andauernden Sanierungsarbeiten muss das Arbeitsgerüst regelmäßig umgebaut werden.

RAMBERG (ABZ). Zahlreiche Felsvor- und rücksprünge, Mauerwerksreste und Erdüberdeckungen – die Einrüstung der Burg Meistersel bei Ramberg anlässlich von Sanierungsarbeiten war für die Pleidelsheimer Gerüstbaufirma Schwarz mit einigen Herausforderungen verbunden. Mit dem Allround System von Layher konnte das Arbeitsgerüst dank umfassendem Bauteilprogramm nicht nur optimal an die Geometrie der Ruine angepasst, sondern auch flexibel erweitert werden. So war bspw. die Montage von Allround Podesttreppen als Baustellenzugang ebenfalls problemlos möglich.

Auf einer Bergkuppe gelegen, erhebt sie sich majestätisch über dem Modenbachtal: Die Burg Meistersel. Während Besucher des beliebten Ausflugsziels einen Panoramablick über die Weiten des Pfälzerwalds als das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands genießen, ist der Blick auf die ehemalige Burg eher trist. Deren glanzvolle Zeiten sind längst passé, das historische Kleinod ist in einem desolaten Zustand. Das soll sich nun ändern. Mit dem Erwerb der Ruine durch das Land Rheinland-Pfalz wurde eine umfangreiche Sanierung über mehrere Jahre zum Erhalt des Kulturdenkmals beschlossen. Möglich machen soll dies ein zu jedem Zeitpunkt optimal der Bauwerkskontur folgendes Arbeitsgerüst inklusive Podesttreppen als Baustellenzugang. Eine durch die vielen Felsvor- und -rücksprünge sowie Mauerwerksreste und Erdüberdeckungen herausfordernde Aufgabe für die Firma Schwarz Gerüstbau e. K. aus Pleidelsheim.

Umso wichtiger war eine genaue Detailplanung, wie Inhaber René Schwarz berichtet – in technischer und logistischer Hinsicht wie auch in Bezug auf das Thema Arbeitssicherheit. „Neben den hohen Anforderungen angesichts der komplexen Gebäudegeometrie war zu beachten, dass das Gerüst je nach Sanierungsabschnitt regelmäßig umgebaut werden muss und die Baustelle lediglich über einen schmalen Weg zugänglich ist. Dies hatte nicht nur Einfluss auf die Logistik, sondern auch auf die Gefährdungsbeurteilung – unser Gerüstbaumeister Christian Packe konnte mit seinem Team jedoch alles gut umsetzen.“ Um das Arbeitsgerüst jederzeit exakt an die Gegebenheiten anzupassen, kam für das Gerüstbau-Team deshalb nur das AllroundGerüst von Layher in Frage. Modular aufgebaut bietet das flexible System mit seinem umfassenden Teileprogramm unübertroffene Einsatzvielfalt, vor allem bei schwierigen Geometrien oder stark gegliederten Architekturen. Schnelligkeit bei der Montage ist durch die schraubenlose Keilschloss-Verbindung des AllroundGerüsts ebenfalls gegeben.

„Neben den hohen Anforderungen angesichts der komplexen Gebäudegeometrie war zu beachten, dass das Gerüst je nach Sanierungsabschnitt regelmäßig umgebaut werden muss.“

Da sich das Gerüst im unteren Bereich teilweise direkt an die Felswand anlehnt und im oberen Bereich nur an bereits vorhandenen Ringankern fixiert werden konnte, ließ die Firma Schwarz zuerst eine perfekt auf die örtliche Situation abgestimmte Statik erstellen. Dabei galt es auch die hohen Windlasten zu berücksichtigen, die sich durch die exponierte Lage auf einer rund 500 m hohen Bergkuppe ergeben. Bei der Materialplanung wurden zur Vereinfachung der Logistik außerdem alle Bauzustände des Gerüsts, je nach Baufortschritt, einkalkuliert. Der Materialtransport selbst erfolgte aufgrund des schmalen Wegs zum Fuß der Ruine zuerst per Radlader, anschließend per Hand: 70 m weit – und bis zu 35 m hoch, weil zum Zeitpunkt der Gerüstmontage ein Aufzug mangels Strom nicht eingesetzt werden konnte. Um der langen Standzeit und der weichen Erdschicht Rechnung zu tragen, war zudem das Vorbereiten von Fundamenten für jeden Gerüstaufstellpunkt ein wichtiger Schritt.

Nun stand der Errichtung des Arbeitsgerüsts nichts mehr im Wege. Gefordert wurde eine meterbreite Konstruktion der Lastklasse 5, da abgesehen von der Schadensaufnahme auch Steine zur Ausbesserung des Mauerwerks zwischengelagert werden sollten. Für Konturanpassungen musste die Gerüstkonstruktion dabei immer wieder nach innen verbreitert werden, z. T. mittels Allround Konsolen, z. T. aber auch durch den Bau von bis zu sechs weiteren Gerüstscheiben. Die Ableitung der erhöhten Lasten gewährleisten horizontale Verbände und Diagonalaussteifungen sowie Gitterträger, die das Arbeitsgerüst vertikal verstärken ohne die Konstruktion unnötig zu belasten. Durchdachte Bauteile im umfassenden Allround Produktprogramm sorgen dazu für eine hohe Arbeitssicherheit: Allround Podesttreppen garantieren einen schnellen und sicheren Aufstieg im Gerüst, die robusten Layher Stahlböden mit ihrer strukturierten Oberfläche ein rutschsicheres Arbeiten bei jeder Witterung.

Drei bis fünf Monteure errichteten auf diese Weise einen rundum sicheren Höhenzugang – zumindest für den ersten Bauabschnitt, denn im Zuge der voraussichtlich bis 2016 andauernden Sanierungsarbeiten muss das Arbeitsgerüst regelmäßig umgebaut werden. Eine Anforderung, die sich dank der hohen Flexibilität des AllroundGerüsts problemlos realisieren lässt. Gute Aussichten für den Erhalt der vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammenden Burg Meistersel, die zu den ältesten Anlagen der Pfalz gehört. Wann diese Burg zur Ruine wurde ist unklar. Sie wurde vermutlich bereits in den 1520er-Jahren während des Bauernkriegs schwer beschädigt und im Laufe des Dreißigjährigen Kriegs dann endgültig zerstört. Seit Ende des 19. Jahrhunderts in Privatbesitz, war sie lange Jahre dem Verfall preisgegeben und der Natur überlassen. Sichtbar wurde das Burgareal erst nach dem Entfernen von Wurzelwerk und Efeu. Umso erstaunlicher, was Berichten zufolge noch alles vorhanden und zu besichtigen ist: staufisches Mauerwerk aus Buckelquadern, eine gotische Toreinfahrt und nicht zuletzt ein vierteiliges Spitzbogen-Fenster.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 44/2014.

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