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Cat 930M mit Hochkippschaufel

Radlader beweist Flexibilität und Ausdauer bei Umschlagarbeiten in Biomasse-Heizkraftwerk

Caterpillar, Bagger und Lader, Zeppelin, Kompaktmaschinen

Der Radlader Cat 930M befördert die Hackschnitzel in die Schubbodenanlage direkt zur Verbrennung oder er schiebt sie zu einem Haufwerk in der Lagerhalle zusammen.

Pfaffenhoffen (ABZ). – Danpower heizt Pfaffenhofen an der Ilm kräftig ein – konkret 180 Haushalten, dem Krankenhaus, Schulen, Hipp, Müllerbräu und Daiichi Sankyo. Sie alle versorgt das Biomasse-Heizkraftwerk mit Fernwärme bzw. Prozessdampf. Neben der Wärme wird Strom produziert und in das Netz des regionalen Stromnetzes eingespeist. Zugeführt wird die Biomasse in Form von Tannen- oder Fichtenwipfeln, für die die Holzindustrie keine Verwendung findet. Aber auch das vom Borkenkäfer befallene Holz oder Baumstämme, die Opfer von Sturm wurden, sind Ausgangsmaterial. Sie alle kommen als Hackschnitzel an, die in dem Kraftwerk verfeuert werden. Den Umschlag der Hackschnitzel übernimmt seit Kurzem ein neuer Cat Radlader 930M mit einer 6 m³ fassenden Hochkippschaufel.

Gleichzeitig fahren Brennstoffhändler und Landwirte der Waldbauernvereinigung die 40 t schweren Walking-Floor-Lkw vor und laden die Biomasse in der Lagerhalle ab. Sie haben kurze Wege – die angelieferten Hackschnitzel stammen alle aus der Region. "Das zu Hackschnitzel verarbeitete Holz ist naturbelassen, also unbehandelt und unbearbeitet. Restholz aus dem Sägewerk dürfen wir gar nicht verbrennen", erklärt Leo Schanda, Produktionsleiter von Danpower in Pfaffenhofen. Von der eingegangenen Ware wird eine visuelle Sichtkontrolle gemacht und eine Probe entnommen, die 24 Std. getrocknet wird, um den Feuchtigkeitsgehalt zu erfassen. Entweder befördert der Radlader die Hackschnitzel in die Schubbodenanlage direkt zur Verbrennung oder er schiebt sie zu einem Haufwerk in der Lagerhalle zusammen, die bis zu 6500 m³ Hackschnitzel fassen kann. Vorräte müssen angelegt werden für die Nacht und für das Wochenende.

Denn die Anlage ist 24 Std., sieben Tage die Woche in Betrieb. Daher gilt für die Baumaschine eine hohe Verfügbarkeit – im Notfall muss ein Hallenkran und ein 15-t-Stapler aushelfen, falls es mal hakt. Doch der Stapler bringt es nicht auf die eigentlich nötige Höhe beim Auskippen. "Der Radlader ist im Vergleich dazu viel flexibler und kann in kürzester Zeit viel mehr Mengen bewegen", so Leo Schanda. 5000 m³ Schüttgut hat der Cat 930M im Schnitt an Umschlagleistung in der Woche zu bewältigen – am Tag werden rd. 700 m³ Hackschnitzel verbrannt. Die Stückigkeit der Hackschnitzel liegt bei 20 bis 30 mm. Um den Kühler der neuen Arbeitsmaschine von feinen Staubpartikeln freizublasen, wurde ein Umkehrlüfter eingebaut. Ein Vorabscheider unterstützt die Filterung der Ansaugluft des Cat Acert-Motors C7.1.

Die neue Baumaschine sei einfach zu bedienen, äußert sich der Fahrer Janko Kegl. Doch um ihn zu unterstützen, wurden auch Zusatzfeatures angebracht – Sicherheit hat angesichts des hohen Lieferaufkommens Vorrang. Ist das mächtige Anbaugerät vollgefüllt mit der Biomasse, schränkt das die Sicht des Fahrers nach vorne ein und er kann nur schlecht sehen, ob sich Personen davor befinden. Daher wurde eine Kamera am Seitenholm des Fahrerhauses befestigt, die den Arbeitsbereich vor der Schaufel komplett erfasst. Auch am Heck der Baumaschine wurden Rückfahrwarnblitzer installiert, um Personen darauf aufmerksam zu machen, dass sie aufpassen müssen, wenn sie sich hinter der Baumaschine aufhalten. "Wir haben drei verschiedene Angebote eingeholt und uns bei anderen Anwendern informiert, doch am besten wurden wir von Josef Gruber von Zeppelin betreut", liefert Schanda die Erklärung, warum die Wahl der Baumaschine auf einen Cat 930M fiel.

Das Heizkraftwerk in Pfaffenhofen erzeugt jährlich etwa 40 000 MWh Strom und 75 000 MWh Wärme und Dampf. Damit können rd. 10 000 Wohnungen pro Jahr mit Heizenergie versorgt werden. Der Dampf wird auf eine durchschnittliche Temperatur von 450 °C gebracht und durch eine Turbine geführt. Mit einem Druck von 11 bar werden 200m³ Wasser/Std. mit einer Temperatur von 125 °C durch die Rohre gepumpt. 18 km lange Leitungen mit einem Ø von 200 mm laufen in 1,2 m Tiefe durch Pfaffenhofen. Ist das heiße Wasser beim Kunden angekommen, hat es gerade einmal ein paar Grad an Temperatur weniger. Wärmetauscher entziehen dann die Temperatur und wandeln sie in angenehme Raumtemperatur um. Zur Versorgungssicherheit der Fernwärme verfügt der Standort über zwei Reservekessel für den Gas- oder Ölbetrieb als Redundanz.

Reparaturen oder Revisionsarbeiten wie etwa am Heizkessel müssen gut geplant sein. "Wir halten die Anlage gut in Schuss und sind von den 8760 Std. rd. 8400 Std. in vollem Betrieb", so Leo Schanda. Soeben bekam er die Nachricht, dass Danpower den Zuschlag zur einmaligen Verlängerung der EEG-Förderung erhielt, die bis 2031 läuft. "Wir wollen das Kraftwerk die nächsten Jahrzehnte weiter betreiben und grüne Wärme und Strom für die Stadt Pfaffenhofen bereitstellen", so der Produktionsleiter.

Durch den Einsatz erneuerbarer Energien werden somit jährlich rd. 40000 t CO2 eingespart. Für den Beitrag zum Klimaschutz, den Innovationsgehalt und die Messbarkeit von Energie- und Treibhausgas-Einsparungen wurde Danpower bereits ausgezeichnet. Das Unternehmen bekam im letzten Jahr den Klimaschutzpreis der Stadt. Das Biomasse-Heizkraftwerk war bereits 2001 ausschlaggebend dafür, dass Pfaffenhofen als erste deutsche Kommune das Klimaschutzziel der Bundesregierung erreichte. Danpower betreibt seit 2014 das Biomasseheizkraftwerk in Pfaffenhofen an der Ilm, welches 2001 seinen Betrieb aufgenommen hat.

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