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Cemex Förderpreis Beton 2018 verliehen

Die diesjährigen Preisträger des Cemex Förderpreis Beton Dr. Egor Secrieru (2.v.l.) und Dr. Tim Link (4.v.l.) mit Rüdiger Kuhn, Vorstandsvorsitzender der Cemex Deutschland AG (Mitte), Prof. Dr. Rolf Breitenbücher (rechts) und den Jurymitgliedern Prof. Dr. Viktor Mechtcherine (links) und Prof. Dr. Horst Michael Ludwig.

Berlin (ABZ). - Zum 18. Mal wurde der Cemex Förderpreis Beton verliehen. Die unabhängige Preisjury sah zwei herausragende Arbeiten als in allen Punkten gleichwertig an. Die Auszeichnung wird seit 1984 alle zwei Jahre vergeben und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro dotiert. Seit 2016 ist neben der Arbeit selbst ein Konzept zur Umsetzung der wesentlichen Erkenntnisse in die Praxis am Beispiel der Cemex Deutschland AG einzureichen. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung und im Beisein der Jury-Mitglieder, Vertretern der Cemex Deutschland AG und des Vereins Deutscher Zementwerke fand die Preisverleihung in Berlin statt. In seinen begrüßenden Worten betonte Rüdiger Kuhn, Vorstandsvorsitzender der Cemex Deutschland AG, die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten und die damit verbundene schwierige Entscheidungsfindung. Die nun ausgezeichneten Arbeiten wiesen aber neben der gleichen hohen wissenschaftlichen Kompetenz auch Unterschiede in den zeitlichen Perspektiven ihrer Umsetzbarkeit auf, sodass sich der Vorstand dem Vorschlag der Jury zur Teilung des Preises gerne anschloss.

Dr. Egor Secrieru von der TU Dresden erhielt die Auszeichnung für seine Untersuchung „Pumping Behaviour of Modern Concretes – Characterisation and Prediction”. Er teilt sich den Preis mit Dr. Tim Link, der sich in seiner Promotionsschrift mit der „Entwicklung und Untersuchung von alternativen Dicalciumsilicat-Bindern auf Basis von ?-C2SH“ an der Bauhaus Universität Weimar befasste.

Ziel der Studien von Dr. Egor Secrieru war es, eine wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Methode zu entwickeln, mit der die Pumpbarkeit von Frischbetonen im Vorfeld bewertet werden kann. „Ein Großteil des Transportbetons (in Deutschland jährlich rd. 50 Mio. m³) wird durch Pumpen gefördert. Wenngleich diese Art der Förderung schon seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird, traten in der Vergangenheit immer wieder Probleme auf“, so der Juryvorsitzende Prof. Dr. Rolf Breitenbücher in seiner Laudatio. „Mit dem von Herrn Secrieru entwickelten Verfahren ist es zukünftig möglich, die Pumpbarkeit von Frischbetonen im Rahmen einer Erstprüfung grundsätzlich zu bewerten und auch auf der Baustelle in Annahmeprüfungen die Konformität nachzuweisen.“ Dieser komplexen Aufgabe hat sich Dr.-Ing. Secrieru sowohl experimentell mit der Entwicklung einer adäquaten Prüfeinrichtung als auch auf numerischem Weg mit rheologischen Modellen gestellt.

„Robuste Betone, die neben den bautechnischen Eigenschaften auch sicher den anwendungs- und nutzungstechnischen Erfordernissen entsprechen, sind eine ökonomische und ökologische Notwendigkeit und Herausforderung. Das beinhaltet neben der Weiterentwicklung bestehender Bindemittel auch die Entwicklung neuer Lösungen auf dem Gebiet der Massenbaustoffe“, so Peter Lyhs, Director Product Technology Peter Lyhs.

Als weiterer Preisträger wurde Dr. Tim Link für seine Dissertation „Entwicklung und Untersuchung von alternativen Dicalciumsilicat-Bindern auf Basis von ?-C2SH“ ausgezeichnet. Er widmete sich damit einem Thema, das eher eine langfristige, dafür aber grundsätzlich neue und breitangelegte Entwicklung im Betonbau eröffnen kann. Die Verwendung von Portlandzement CEM I ist aufgrund von CO2-Restriktionen in den vergangenen Jahren insbesondere im Bereich des Transportbetons deutlich zurückgegangen, die CEM II- und CEM III-Zemente haben dementsprechend zugenommen. Durch die Verwendung qualitativ hochwertiger und aufwendig verarbeiteter weiterer Hauptbestandteile wie Hüttensand, Kalksteinmehl oder Flugasche konnte die Klinkereffizienz bereits deutlich verbessert werden.

Die von Dr. Link betrachteten Bindemittel auf Basis von Calcium-Silikat-Hydraten kommen als Alternative zum bisherigen Portlandklinker in Frage: Aufgrund eines hohen CO2-Einsparpotenzials, der Verfügbarkeit der Rohstoffe sowie der dauerhaften und festen Zementsteinmatrix lassen sie als Alternativen zum klassischen Portlandzement ein hohes Potenzial erwarten. „Wie die Studien von Herrn Dr. Link zeigen, können aus ?-Dicalcium-Silicat-Hydraten (z.B. aus Kalk und Quarzmehl) in einem hydrothermalen Prozess hochreaktive Bindemittel generiert werden,“ so das Resümee von Prof. Dr. Breitenbücher.

Die thermische Behandlung dieses Bindemittels läuft in zwei Stufen ab: an eine Autoklav-Synthese schließt eine sog. Aktivierung an. Mit als entscheidender Vorteil ist anzuführen, dass dies bei sehr niederen Temperaturen, nämlich nur bei rd. 420 bis 500°C erfolgt, während die Herstellung von Portlandzement rd. 1450 °C erfordert. Wenngleich zur Entsäuerung des Kalks in etwa die gleiche Menge an CO2 wie beim Portlandzement freigesetzt wird, ergibt sich durch die niedrigere Brenntemperatur und damit auch andere potenzielle Brennstoffe ein ökologischer Vorteil für Niedertemperatur-C2S-Zemente. Legt man eine gleiche Leistungsfähigkeit zu Grunde, kann bei Verwendung eines Zements auf dieser Basis gegenüber dem klassischen Portlandzement mit einer CO2-Einsparung von rd. 40% gerechnet werden.

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