Compliance-Management 2017 bei Delta

Projektkultur als "Schmierstoff"

von:

Wolfgang Steger

Projektmanagement Unternehmen
Wolfgang Steger: "Nachhaltige Veränderungen können nur von innen kommen: Organisation, Kultur und Prozesse in den Bauunternehmen gehören auf den Prüfstand." Foto: privat

Wels/Österreich . – Was hilft wirklich gegen Korruption im Bauwesen? In der umkämpften Ukraine realisiert die österreichische Delta Gruppe derzeit erfolgreich Bauprojekte. Es läuft wie geschmiert, ohne schwarze Kassen. Den Unterschied macht ein maximal transparentes Baumanagement und eine wertschätzende Projektkultur. Zwei Empfehlungen zur Korruptionsbekämpfung 2017 – aus der Innensicht. Die schwarzen Schafe scheinen in der Überzahl. Korruptionsskandale und Compliance-Verstöße prägen das Bild der Baubranche. Das Global Compliance-Forum der UN stuft die Bauwirtschaft 2017 sogar als besonders gefährdet ein und kündigt strengere Kontrollen an. Hohe Risiken sieht man beim Vergaberecht, Human Resources Management, Arbeitsstrafrecht, Insolvenzrecht und beim Datenschutz.

Für Wolfgang Kradischnig, Geschäftsführer und Unternehmenssprecher bei Delta, ist dieser Befund schwer zu akzeptieren. Die internationale Unternehmensgruppe sagt der Korruption seit Jahren erfolgreich den Kampf an. "Nicht weil wir bessere Menschen sind. Sondern weil wir ein Modell entwickelt haben, das die Gefahr von Compliance-Verstößen auf ein Minimum reduziert", erklärt Kradischnig. Der beste Schutz gegen Korruption sind nach seiner Auffassung eine kompetente Projektsteuerung und ein detailliertes Risikomanagement, das alle Verantwortungsbereiche und Kostenentwicklungen permanent dokumentiert. Entscheidende Voraussetzung dafür ist eine wertschätzende Projektkultur. "Weder Auftraggeber noch Branchenvertreter können es sich leisten so weiterzumachen. Eine neue Kultur des Miteinanders ist der Schlüssel für saubere Prozesse am Bau", appelliert Kradischnig.

Nachhaltige Veränderungen können nur von innen kommen: Organisation, Kultur und Prozesse in den Bauunternehmen gehören auf den Prüfstand. Zwei Empfehlungen zur Entwicklung einer neuen Projektkultur 2017 – als wirksamen "Schmierstoff" gegen Korruption.

1. Spielräume nutzen

Bauherren sind offen für einen neuen "Code of Culture". Nutzen Sie die Spielräume im Baumanagement, um die Projektkultur aktiv zu gestalten und neue Grundlagen für ihre Bauprojekte zu schaffen. Im Mittelpunkt steht dabei eine partnerschaftliche, wertschätzende Zusammenarbeit, die sich am Lebenszyklus des gesamten Gebäudes orientiert.

Die Delta Gruppe hat dazu neue eigene Leistungsprofile entwickelt. Die Arbeitsgruppe IG Lebenszyklus Bau verantwortet einen Fachleitfaden für die aktive Kulturgestaltung in Bauprojekten. Darin werden Aufgaben eines "Inbetriebnahme-Managers" oder einer "kaufmännischen Bauherrenvertretung" definiert. Ziel ist es, maximale Transparenz in Abläufe und Prozesse zu bringen – und klare Grundlagen für den Umgang mit allen Businesspartnern zu schaffen. Wo der Leitfaden angewendet wird, kann ein eindeutiger Zusammenhang zwischen partnerschaftlicher Projektkultur und Projekterfolg nachgewiesen werden. Dies belegen bei Delta mittlerweile über 25 Projekte.

2. Kulturkampf braucht Coaching

Um die Voraussetzungen für eine neue Projektkultur zu schaffen, hat sich die Delta Gruppe auf einen langfristigen Change-Prozess eingelassen. Grundsatz: Veränderung beginnt bei der eigenen Person. Der Weg zu einer "Werteorientierten Unternehmenskultur" begann 2002 daher mit intensivierter Persön-lichkeitsentwicklung mittels Coaching auf Führungskräfteebene. Die Unternehmensleitung hat sich darauf eingelassen, eigene Stärken, persönliche Werte offen zu legen und zum Ausgangspunkt für einen neuen Kulturprozess zu machen. Von 2006 bis 2010 wurde ein "Kulturentwicklungsteam" eingerichtet – weitere Führungskräfte wurden eingebunden, die Vision, Werte seitdem als authentische Unternehmerpersönlichkeiten in die Organisation zu tragen. Der ganzheitliche Ansatz greift.

Seit 2011 läuft bei Delta erfolgreiche Unternehmenskulturentwicklung. Eine einheitliche Führungskultur ist etabliert. Gemeinsam mit den Mitarbeitern wird die Ausrichtung in Workshops praxistauglich verinnerlicht. In der Bauwirtschaft zeigt die Delta Gruppe ein klares Profil und Kante. Das Unternehmen hat ein System, das Transparenz und Fairness von innen heraus fördert und von Businesspartnern und Stakeholdern einfordert.

Die Future-Training Beratung Coaching Gesellschaft m.b.H versteht sich als langfristiger Business- und Entwicklungspartner mit vielfältigen Angeboten zur Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung. Der Leitgedanke: Manager brauchen Zukunftskompetenz. Sie müssen darin gestärkt werden als Menschen zu führen, "visionär" zu denken und benötigen ethische Grundlagen. Gute Führung ist damit zunehmend eine Frage der Kultur und der persönlichen Entwicklungsarbeit. Immer wieder aufs Neue.

Der Autor ist Consultant bei der Future GmbH und hat maßgeblich zur Kulturentwicklung bei Delta beigetragen.

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