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Container-Terminal in Köln erweitert

Zu 75 Prozent Recycling-Baustoffe verwendet

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Der Terminal Nord für kombinierten Güterverkehr wurde erweitert.

Köln (ABZ). – Im Auftrag der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) wurde der Terminal Nord für kombinierten Verkehr (KV) in Köln erweitert. Dadurch sollen die nutzbaren Gleise auf 700 m verlängert werden. Von rund 76 000 t Gesteinskörnungen, die für den Erweiterungsbau benötigt wurden, konnten mehr als 75 % durch Recyclingbaustoffe ersetzt werden. Auftragnehmer der HGK für diese Bauphase ist die ARGE KV-Nord A2, die sich aus den zwei Unternehmen Heinz Schnorpfeil Bau GmbH sowie der GBM Gleisbau Maas GmbH zusammensetzt. Es sollen mehr als 8000 m² Containerabstellflächen, etwa 22 000 m² Straßenverkehrsflächen, 2735 m Gleise und sieben Weichen sowie eine auf Bohrpfählen gegründete Kranbahn für zwei Krane von 410 m Länge gebaut werden. Für die Entwässerung der Flächen wird außerdem eine Regenversickerungsanlage umgesetzt. "Die Umsetzung erfolgt bei laufendem Betrieb des bereits existierenden Teils des KV-Terminals", so Oberbauleiter Fabian Kronenberger. "Die Besonderheit dieses Projekts sind die hohen Anforderungen an den Untergrund. Die Schwerlasten, die durch die zukünftige Containerbe- und -entladung von etwa zehn Zügen pro Tag entstehen werden, müssen sicher abgetragen werden. Das spiegelt sich auch im Leistungsverzeichnis wider. Die mengenmäßig größte Auftragsposition ist der Erdbau mit Massenbewegungen von rund 64 000 m³", erklärt er.

Der schonende Umgang mit Ressourcen stand bereits zu Beginn des Bauvorhabens im Fokus. "Die Tragfähigkeit von Tragschichten aus Recyclingbaustoffen ist mindestens so gut ist wie die aus natürlichen Gesteinskörnungen", so Kronenberger. Daher habe sich die Frage erübrigt, welche Baustoffe für das Vorhaben verwendet werden sollten. Die zur Remex-Gruppe gehörige B+R Baustoff-Recycling und -Handel Köln GmbH wurde für das Bauvorhaben engagiert. Das Unternehmen lieferte alle für den Bau notwendigen Gesteinskörnungen in Form von Primär- und Sekundärbaustoffen und entsorgte überschüssigen Boden.

"Wir haben den Auftrag der Fa. Schnorpfeil erhalten und bereits 14 Tage später die ersten Mengen geliefert. Insgesamt beläuft sich das Liefervolumen auf 56 000 t Recyclingbaustoffe, 17 500 t Naturbaustoffe und etwa 2500 t Oberboden", so Frank Grasmehr, Geschäftsführer der B+R in Köln. Die Recyclinganlage des Unternehmens ist nur 500 m Luftlinie von der Baustelle entfernt. Damit war die zeitgerechte Lieferung sichergestellt. Zwischenlagerungen konnten auf ein Minimum reduziert werden.

Recyclingbaustoffe wurden mitunter für Schotter- und Frostschutzschichten des Betriebswegs, für die Containerflächen und für die Fahrbahn eingesetzt. Auch Gleisschotterkörnung aus Primärbaustoffen und Recyclingsand für die Rohrleitungsbettungen wurden geliefert. Remex zufolge erfüllen die eingesetzten Recyclingbaustoffe die Qualitätskriterien der Klasse RCL I. Die Umweltverträglichkeit und die technischen Eigenschaften werden bei der Güteüberwachung geprüft. Die Umschlagkapazität des gesamten Terminals beläuft sich HGK zufolge auf derzeit 130 000 Ladeeinheiten beziehungsweise 208 000 Standardcontainer. Unternehmensangaben zufolge könne die Anlage um ein weiteres Modul erweitert werden.

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