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Corona-Krise

Sorge um Ausbildung in der Bauwirtschaft

Berlin (ABZ). – Die Zahl der Auszubildenden im Baugewerbe ist zuletzt wieder gestiegen. Knapp 40 000 junge Menschen befinden sich nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) derzeit in einem Ausbildungsverhältnis in der Bauwirtschaft – 4,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Knapp 80 Prozent davon werden von den mittelständischen Unternehmen des Baugewerbes ausgebildet, erklärte Heribert Jöris, Geschäftsführer Sozial- und Tarifpolitik im ZDB, vor Kurzem in Berlin. Er mahnt: Die Qualität der Ausbildung in der Bauwirtschaft dürfe in der Corona-Krise nun nicht gefährdet werden. Jöris weiter: "Die überbetriebliche Ausbildung in den Ausbildungszentren garantiert eine hohe Ausbildungsqualität insgesamt in unserer heterogenen Branche. Nun sind neben den Schulen auch unsere Ausbildungszentren komplett geschlossen.

Weil sich die Zentren aber fast ausschließlich über Erstattungen aus der Berufsbildungsumlage der Bauwirtschaft für die überbetriebliche Unterweisung finanzieren und diese zur Zeit nicht fließen, sind viele Ausbildungszentren akut von Insolvenz bedroht." Die Liquiditätshilfen über Kredite seien für die Zentren nicht geeignet, da eine Rückzahlung mit Hilfe der Erhöhung der Gebühren zu einer deutlichen Erhöhung der Ausbildungskosten führen würde.

Der ZDB schlägt daher vor, über verlorene Zuschüsse oder Beihilfen nachzudenken. Das würde vor dem Hintergrund, dass das Bildungsministerium auch eine Verlängerung des BAföG für Schüler und Studenten zugesagt habe, demonstrieren, dass der Bundesregierung die Unterstützung der Berufsausbildung genauso wichtig sei wie die Sicherstellung der Hochschulausbildung.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 15/2020.

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