Dachkeramik

Sonderziegel für die Stadtkirche

Auf der Website www.kath-frauenfeldplus.ch/frauenfeld befinden sich weitere Informationen zur Geschichte der Stadtkirche. Foto: Meyer-Holsen

Hüllhorst (ABZ). – Das Unternehmen Dachkeramik Meyer-Holsen mit Sitz in Hüllhorst blickt auf eine über 150-jährige Firmengeschichte zurück und nennt Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Geradlinigkeit seine besonderen Merkmale. Aufgrund der konstanten Qualität und Güte der Tondachziegel, die stets weiterentwickelt werden, zählt Meyer-Holsen nach eigenen Angaben zu den fünf verbliebenen, eigenständigen Dachziegelproduzenten in Deutschland. Besonders im Bereich Denkmalpflege zeige sich die Qualität sowie die Flexibilität bzgl. Form und Farbgebung des Dachziegels. Als bedeutsames Referenzobjekt für das Unternehmen gilt die Stadtkirche St. Nikolaus in Frauenfeld in der Schweiz.

Die Stadtkirche St. Nikolaus in Frauenfeld sei ein markanter Zeitzeuge aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Zudem sei diese die größte Pfarreikirche im Kanton Thurgau und fasse rd. 900 Personen. Als einer der bedeutendsten monumentalen Sakralbauten der gesamten Schweiz stehe sie unter Bundesschutz. Der Architekt Albert Rimli aus Frauenfeld habe die Kirche von 1904 bis 1906 als neobarocken Bau mit Jugendstilelementen geplant sowie gebaut und damit einen Vorgänger-Bau im barocken Stil ersetzt. 1968 bis 1969 sei die Kirche grundlegend restauriert und im Innern den Bedürfnissen der Liturgie im Sinne des 2. Vatikanischen Konzils angepasst worden.

Mit der Planung und Bauleitung der Gesamtsanierung 2014 bis 2016 wurde nach Informationen von Meyer-Holsen das Architekturbüro Büchel Neubig Architekten aus Weinfelden/Schweiz beauftragt. Das Dach der Stadtkirche hatte noch die Originaleindeckung von 1904 mit rot-engobierten Ton-Biberschwanzziegeln. Rein optisch waren diese auf den ersten Blick zwar in einem guten Zustand, jedoch wurden viele Ziegel durch jahrelange Witterungseinflüsse beschädigt. Im Rahmen der aufwendigen Außensanierung wurde das Dach des Kirchenschiffs und -chors zu 2/3 mit dem Ziegelmodell Biber von Meyer-Holsen neu eingedeckt, da nur 1/3 der bestehenden Ziegel wiederverwendet werden konnten.

Für ein einheitliches Erscheinungsbild wurde die Südseite mit alten Ziegeln ausgestattet. Die neuen Ziegel wurden auf der Nordseite und der Chor-Rundung eingesetzt. Für die Neuanfertigung mussten sowohl die Größe und das Profil des alten Ziegels (12 Rillen) als auch der Schnitt und die Farbe originalgetreu übernommen werden. Der Teil des Daches auf der Westseite ist kegelförmig. Die besondere Dachform, eingedeckt mit Ziegeln, bedeutete eine sehr große Herausforderung für Hersteller (Dachkeramik Meyer-Holsen) und Dachdecker (Fa. Beerli und Erné, Frauenfeld). Die Dachform erforderte teilweise über die Längsachse gebogene und konisch angeschnittene Biber. Hierfür produzierte die Dachkeramik Meyer-Holsen GmbH ca. 40 verschiedene Sonderformate, z. T. in Handarbeit speziell nach den Original-Ziegelmustern. Alle Ziegel wurden abgedeckt und durch neue Ziegel ersetzt.

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