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Dämmstoffindustrie

Aktueller "Spiegel" schürt erneut unnötig Angst

BERLIN (ABZ). - Unter dem Schlagwort "Sicherheit" greife der aktuelle "Spiegel" mit seinem Artikel "Brennt wie Stroh" erneut das Thema Fassadendämmung auf und schüre unnötig bei seinen Leserinnen und Lesern Angst. Das erklärte der Gesamtverband Dämmstoffindustrie (GDI), Berlin, in einer Stellungnahme. Es werde ein Arbeitspapier der "Fachkommission Bauaufsicht der Bauministerkonferenz" zitiert, in dem "Präventivmaßnahmen" zum Thema "Brandschutz" vorgeschlagen würden. Der Spiegel folgere auf Grundlage dieses Papiers und "unscharfen" Zahlenmaterials, dass von Fassadendämmsystemen eine große Brandgefahr ausgehe.

Richtig sei jedoch, dass Brandfälle, bei denen in irgendeiner Weise Dämmsysteme eine Rolle spielten, in Deutschland extrem gering seien, obgleich in den vergangenen 20 Jahren etwa 1 Mrd. m² Fassadenfläche gedämmt worden seien, erklärte der GDI.

Die große Mehrzahl der jährlich rund 200 000 Wohnungsbrände in Deutschland werde durch Zündquellen im Inneren von Gebäuden, wie etwa elektrische Anlagen und Geräte, Öfen, Herde oder Kerzen verursacht. Die im Spiegel wie auch von anderen Medien immer wieder aufgeführten Einzelfälle von Bränden mit Beteiligung eines Fassadendämmsystems unter Verwendung des Dämmstoffes Styropor hätten eines gemeinsam: Die Brandursache sei nie im System selbst begründet gewesen. Der jeweilige Brandherd hätte immer außerhalb der Fassade (Müllcontainer, Motorräder, Autos) gelegen; z. T. sei auch vorsätzliche Brandstiftung die Ursache gewesen. Deswegen sei es falsch, daraus den allgemeinen Schluss zu ziehen, eine Fassadendämmung erhöhe die Brandgefahr.

Die Dämmstoffindustrie, so der GDI habe längst Lösungen entwickelt, um schwerentflammbare Wärmedämmverbundsysteme mit Styropor auch für den Fall des Brandangriffs von außen brandschutztechnisch weiter zu verbessern. Dazu gehöre in erster Linie der Einsatz von geeigneten Brandriegeln, um eine Brandausbreitung selbst im halbfertigen, noch unverputzten Zustand zu begrenzen. Weiterhin müsse auch die Aussage des aktuellen Spiegel richtig gestellt werden, dass die Kampagne "Dämmen lohnt sich" auf Basis einer jahrelangen Kooperation von "Bund, Länder und Dämmstoffindustrie" initiiert sei. "Richtig ist, dass es sich hierbei um eine vor gut einem Jahr ins Leben gerufene, allein private Initiative von vier Wärmedämmverbundsystem-Herstellern handelt", so der Verband. Weder seien Bund, Länder noch die gesamte Dämmstoffindustrie beteiligt. Die Kampagne kläre fachlich korrekt, unter Zuhilfenahme unabhängiger Experten über das Thema "Wärmedämmung" auf, wie es bspw. nicht anders die Verbraucherzentralen täten.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 17/2015.

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