Defekte Trinkwasserleitung saniert

Längenrekord bei grabenloser Rohrsanierung aufgestellt

Rädlinger IFAT München
Die durchschnittliche Länge der zu sanierenden Abschnitte lag zwischen 500 und 600 m. Foto: primus Line

Reocin/Spanien (ABZ). – 10 km Gesamtlänge misst der in Kantabrien erneuerte Leitungsabschnitt. Die grabenlose Sanierung einer defekten Trinkwasserleitung mit Primus Line verringerte die Installationszeit auf ein Drittel, schonte die Umwelt und sparte Kosten. Im Herzen von Kantabrien, in der Nähe zur Atlantikküste im Norden Spaniens, liegt die Gemeinde Reocín. Diese verfügt über ein weit verzweigtes Rohrleitungssystem zur Wasserversorgung der etwa 15.000 Bewohner. Während der Ferienzeit steigt der Wasserbedarf in der Tourismusregion noch erheblich an. Das Wasser wird aus dem Fluss Saja entnommen, in Ruente in einer entsprechenden Anlage aufbereitet und über eine etwa 10 km lange Faserzement-Leitung zu den Trinkwasserspeichern der Gemeinde transportiert.

Diese Faserzement-Leitung aus den 1950er-Jahren befand sich in einem kritischen Zustand: Sie hatte diverse Bruchstellen, was zu einem Wasserverlust von bis zu 25 % führte. Es kam zu häufigen Unterbrechungen der Wasserversorgung. Die für Infrastruktur und Wasserversorgung zuständige Stelle der Regionalregierung empfahl daher eine umgehende Generalsanierung. Anfangs war eine Sanierung der Rohrleitung in offener Bauweise vorgesehen. Dies hätte jedoch bedeutet, im Naturreservat Saja – einem Habitat mit Braunbären, Wölfen und Adlern und enormen Fischreichtum – den Boden kilometerweit für die neuen Rohre aufgraben und das Areal mit schweren Maschinen befahren zu müssen. Das wäre ein schwerwiegender Eingriff in das sensible Ökosystem gewesen und hätte darüber hinaus etwa ein Jahr in Anspruch genommen. Aus diesem Grund prüften die Verantwortlichen der kantabrischen Wasserkraftwerke die Möglichkeit einer grabenlosen Rohrsanierung.

Im Rahmen dieses Verfahrens evaluierten die Wasserkraftwerke auch das System Primus Line auf Eignung und Anwendung. Das Ergebnis: Primus Line reduzierte die Installationsdauer von zwölf auf vier Monate, also auf ein Drittel. Ebenso verringerten sich die Kosten um 30 %. Die Wasserkraftwerke befürworteten deshalb einen Umstieg auf die grabenlose Technologie, die auf einem flexiblen, mit Kevlar verstärkten Liner und speziell entwickelten Verbindern basiert und nur kleine Baugruben erfordert. Nach Ausschreibung der Bauarbeiten ging der Auftrag an die Firma Dragados S. A., welche wiederum den spanischen Primus Line Partner Sinzatec mit der Ausführung der Sanierungsarbeiten an den Rohrleitungen betraute.

Sinzatec sanierte die bestehende Rohrleitung DN 250, die auf dem größten Teil der Strecke aus Faserzement und am Ende aus PVC besteht. In das Faserzement-Altrohr zog das Sinzatec-Team auf einer Länge von 9850 m einen Liner vom Typ Primus Line DN 250 PN 15 ein. Im PVC-Rohr reduzierte sich auf einer Länge von 495 m der Querschnitt aus Platzgründen auf Primus Line DN 200 PN 18, wobei der Betriebsdruck erhalten blieb. Auf der Gesamtstrecke verbaute Sinzatec 60 Primus Line Niederdruckverbinder mit DN 250 und vier Stück mit DN 200.

Dieses umfangreiche Projekt erforderte eine gründliche Planung. Streckenführung sowie Wiederherstellung einzelner Rohrleitungselemente, wie bspw. Abflüsse, und bestehender Versorgungsanschlüsse flossen in die Planung ein. Bei dieser Maßnahme gab es schließlich 20 Installationsabschnitte mit Einzellängen von 161 bis 908 m. Die durchschnittliche Länge lag zwischen 500 und 600 m. Generell möglich sind mit dem Verfahren Einzugslängen von bis zu 2500 m in einem Abschnitt. Dabei wird Primus Line nicht mit dem Altrohr verklebt und ist selbsttragend, sodass zwischen dem Liner und dem Altrohr ein Ringraum verbleibt.

Für die Wasserversorgung während der Installationszeit von Primus Line zapfte Sinzatec die Verbindung zwischen der zu sanierenden Rohrleitung und einem unterirdischen Aquädukt an. Dies ermöglichte es, einen 7 km langen Abschnitt ohne zusätzliche Umgehungsleitung zu sanieren. Für die letzten 3 km legte die Sinzatec-Mannschaft einen Bypass, bevor sie den Liner auch hier abschnittweise in das Altrohr einzog.

Auf ihren 10 km passiert die erneuerte Rohrleitung unterschiedlichste Geländeformen: Sie quert Brücken und Autobahnen, Straßen und Bahngleise, Wohn- und Brachgebiete, sowie Wald- und Weideflächen. Dabei überwindet sie diverse Höhenunterschiede und meistert Bögen bis zu 45°.

Bei diesem Projekt handelt es sich um das größte, das bisher mit grabenloser Technologie in Spanien umgesetzt wurde. Mit seiner Installationszeit von nur vier Monaten unterstreicht es die Vorteile grabenloser Lösungen wie Primus Line zur vollständigen Sanierung von Versorgungsleitungen. Das Primus Line System erfüllt die höchsten Standards für den Transport von Trinkwasser weltweit und ist in vielen Ländern zertifiziert – bspw. in Australien, den USA, Deutschland, Kanada und Israel. Primus Line gibt es in Nennweiten von DN 150 bis DN 500.

Über diese und weitere Einsatzmöglichkeiten von Primus Line informiert das Team der Rädlinger primus line GmbH auf der IFAT in München: Halle C3, Stand Nummer 247.

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