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Deines-Bruchmüller-Kaserne wächst

Sechs viergeschossige Gebäude errichtet

Zwei Treppenhäuser erschließen die insgesamt vier Geschosse. An die Haupttreppenhäuser docken jeweils die Verbindungsgänge zum nächsten Nachbargebäude an.

Lahnstein (ABZ). – 482 Raummodule, rund 19 000 Quadratmeter Gesamtfläche und eine Rekordbauzeit von nur zehn Monaten: Seit Oktober 2019 sind die sechs neuen modularen Büro- und Verwaltungsgebäude der Bundeswehr auf dem Gelände der historischen Deines-Bruchmüller-Kaserne in Lahnstein nun in Betrieb. Relisiert wurde der Komplex von Alho.

Neu war für die Projekt-Verantwortlichen das Bauen mit präzise im Werk vorgefertigten Raumelementen nicht, denn mit der schnellen Bauweise hatte der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung mit seiner Niederlassung Diez (LBB), der die Baumaßnahme in Lahnstein im Auftrag des Bundes verantwortlich betreute, schon mehrfach Erfahrungen gemacht. Im öffentlichen Vergabeverfahren des LBB mit einer Funktionalausschreibung für sechs viergeschossige Büroriegel konnte sich Alho erfolgreich durchsetzen.

Wie Perlen an einer Kette folgen nun insgesamt elf modular errichtete Büroriegel mit ihren Schmalseiten dem geschwungenen Verlauf einer Zufahrtsstraße auf dem Kasernengelände und bilden so einen ganzen Straßenzug. Sie fügen sich harmonisch in das historische Umfeld der in 1930er-Jahren erbauten Kaserne ein und bieten gestalterisch wie städtebaulich ein prägnantes Bild.

Die Gebäude Nummer 71 bis 75 waren bereits im Jahre 2015 in Modulbauweise errichtet worden. Im September 2018 wurde Alho mit der Realisierung der sechs weiteren neuen Bauten – die Gebäude Nummer 41 bis 46 – beauftragt. Nahezu baugleich mit ihren Vorgängern machen sie die eindrucksvolle Reihe nun komplett. Nach gewonnener Ausschreibung knüpfte Alho an die bereits bestehende Entwurfsplanung des LBB an. Auch die Genehmigungsplanung für die Bauten lag bereits vor, und so startete Alho sofort mit der Ausführungs- und Werkplanung sowie der präzisen Vorfertigung der insgesamt 482 Stahlmodule im Werk. Im Januar 2019 wurden bereits die ersten Module von Morsbach nach Lahnstein geliefert, montiert und anschließend ausgebaut. Nach nur zehn Monaten Bauzeit vor Ort erfolgte die Übergabe der sechs Gebäude schlüsselfertig an den Nutzer, das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, BAAINBw.

Von ihrer Grundrissorganisation wie auch in ihrer äußeren Ausprägung sind die 12 m breiten und 60 m langen Neubau-Riegel weitestgehend identisch. Sie verfügen über eine hochwertige hinterlüftete Fassade aus anthrazit- beziehungsweise hellgrauen Faserzementelementen. Vereinzelt wurden Farbakzente in Orange gesetzt. Die Flachdächer sind extensiv begrünt.

Im Erdgeschoss sind die Gebäude über eingeschossige Gänge miteinander verbunden. Sie schließen jeweils an die Haupttreppenhäuser an und hier befinden sich die Eingänge in die Verwaltungsgebäude.

Die Verbindungsgänge wurden aus Beton errichtet. Diese Hybridbauweise – also die Kombination aus Modulbauweise bei den Bürogebäuden und Beton bei den Verbindungsgängen – wurde von Alho geplant beziehungsweise baulich vorbereitet und in Zusammenarbeit mit einem Nachunternehmen erstellt.

Entlang langer Mittelflure reihen sich auf allen Etagen Büroräume unterschiedlicher Größe aneinander – meist zwischen 12 und 17 m² groß und von Funktionsräumen für Drucker und Kopierer sowie den sanitären Anlagen und Teeküchen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flankiert. Auf den insgesamt 24 Büroetagen mit einer Bruttogeschossfläche von rund 19 000 m² konnten Arbeitsplätze für rund 800 Dienstposten des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr untergebracht werden.

Der Gesamtkomplex wurde energetisch an das bestehende Fernwärmenetz der Kaserne angeschlossen.

Einer der großen Vorteile von Gebäuden in Stahlmodulbauweise, die sich aus statisch freitragenden Einzelmodulen zusammensetzen, ist die große Flexibilität bei der Raumaufteilung in jedem Geschoss. Mit statisch nicht relevanten Leichtbau-Innenwänden werden Grundrisse sehr flexibel und unabhängig voneinander gestaltet. Quasi über Nacht können sie an geänderte Raumanforderungen angepasst werden – die leichten Trennwände werden einfach umgesetzt. So sind moderne Modulbauten besonders anpassungs- und damit zukunftsfähig. Auch die Grundrisse der sechs Büroneubauten in Lahnstein profitieren von dieser Entwurfsfreiheit und passen sich den jeweiligen Anforderungen auf jeder Etage an.

Diese Gänge verbinden die sechs Bürogebäude miteinander. So kommen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen witterungsunabhängig von einem Gebäude ins andere.

"Unser Ziel ist es, für unsere Kunden und die Nutzer individuelle und maßgeschneiderte Gebäude zu entwickeln und zu bauen, die umweltfreundlich, energieeffizient und so in hohem Maße zukunftsorientiert sind und eine langfristig sichere Investition bieten", heißt es bei Alho. Dazu gehört nicht nur die konsequente Weiterentwicklung des "Produktes Raummodul", sondern auch der Einsatz smarter Technologie, der methodische Ansatz des Lean Managements sowie der Einsatz innovativer Materialien, die dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck der Gebäude weiter zu verbessern.

Mit der Entscheidung für die Modulbauweise verkürzte sich die Bauzeit der Gebäude um rund 18 Monate im Vergleich zu einem konventionellen Bauen – eine Zeitersparnis von etwa 60 %. Ein hoher und somit attraktiver Wirtschaftlichkeitsfaktor, dem die Bundeswehr als Nutzer mehrere Monate Kosteneinsparung für Büroanmietung zur Überbrückung während der Bauarbeiten verdankt.

Die vorgefertigten 482 Stahlskelettbau-Module mit Sonderbreiten von 3,4 bis 4 m wurden nachts in Etappen auf die Großbaustelle transportiert, dort mit Schwerlastkränen bewegt und von qualifizierten, bestens geschulten Facharbeitern montiert. Damit beim Zusammenfügen des Gebäudes alles passt, ist höchste Präzision bei der Fertigung der Raummodule Voraussetzung – hier wird nicht in Zentimetern, sondern in Millimetern gedacht.

In Lahnstein konnten täglich bis zu zehn Module "verarbeitet" werden, so dass in zwei Tagen ein Geschoss komplett montiert wurde. Entsprechend professionell musste auch der Zulieferverkehr sowie die Baustellenlogistik organisiert sein – inklusive hoher Sicherheitsanforderungen auf dem Kasernengelände. Mit den gebauten Ergebnissen ist man vor Ort sehr zufrieden. Die Qualität der Räumlichkeiten sei überdurchschnittlich gut, heißt es weiter.

Alho hat in der Zwischenzeit übrigens bereits ein weiteres Gebäude für die LBB-Niederlassung Diez realisiert, das Bauleitungsgebäude auf dem Baugelände des neuen US-Militärkrankenhauses in Weilerbach. Und auch in Zukunft möchte der LBB nach eigenen Angaben seine Kompetenzen und Erfahrungen im Modulbau weiter auf- und ausbauen.

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