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DENEFF-Brandbrief

Keine Aufweichung von Gebäudestandards

Berlin (ABZ). – Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) hat sich in einem Brandbrief an Bau- und Energiepolitiker auf Bundes- und Länderebene gewendet, gegen derzeit im Wahlkampf wieder aufkommende Ansinnen zur Abschwächung der Gebäude-Energieeffizienzstandards der Energieeinsparverordnung (EnEV). Dies betrifft Rufe nach einem Aussetzen der Energieeinsparverordnung (EnEV), wie dies derzeit in den Koalitionsverhandlungen in Nordrhein-Westfalen verhandelt wird. Andere Kreise fordern eine Umstellung auf eine alleinige CO2-Anforderung an Stelle der bisherigen Anforderungen an Primärenergiebedarf und Wärmeschutz. Konkret heißt es in dem Brief, durch niedrigere EnEV-Standards würden weder zusätzlicher Wohnraum geschaffen noch Mieten gesenkt, da die Baukosten in der Praxis vergleichsweise wenig von Energieeffizienzstandards beeinflusst seien. Das im Energieeinsparrecht fest verankerte Wirtschaftlichkeitsgebot stelle zudem sicher, dass die Energieeinsparungen höher ausfallen als etwaige Mehrkosten beim Bau durch die Vorgaben. Deshalb würden durch ein Schleifen von Standards vor allem Mieter und Kommunen durch unnötig hohe Energiekosten über sehr lange Zeit zusätzlich belastet und das Wohnen würde mittelfristig sehr viel teurer.

Eine ausschließliche CO2-Anforderung an Gebäude, wie sie von einigen Interessenverbänden gefordert wird, würde laut der DENEFF überdies nicht zu Einsparungen, sondern zu einer Umstellung auf Stromheizungen in Gebäuden mit unnötig hohem Wärmebedarf führen und verschiebe die Probleme so lediglich auf den Kraftwerkspark. Hierfür müssten allein etwa 60 000 neue Windräder zusätzlich zu bisherigen Annahmen gebaut werden und die EEG-Kosten würden massiv ansteigen – notwendige Netze und Speicher noch nicht eingerechnet.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 23/2017.

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