Deponie als Wertstoffhalde

Baustoffrecyclinganlage optimal auf Durchsatzanforderung und Standort abgestimmt

Recycling
Das Unterdeck entfernt das Aufgabegut zwischen 4 und 40 mm, das dann über einen Förderer an die modulare Schwertwäsche AggMax weitergeleitet wird. Foto: CDE

Dumbarton/Schottland (ABZ). – Wenn die meisten Menschen auf eine Halde mit Baustoff- und Aushubmaterial blicken, sehen sie nur Abfall. Andrew Thompson, Direktor bei William Thompson & Son, sieht die Dinge nun nach Einführung einer CDE Baustoffrecyclinganlage anders: "Dieses Material, das bisher nicht wiederverwendet wurde, kann jetzt gewaschen, gesiebt und in eine Reihe wertvoller Produkte sortiert werden." Der jüngste Bereich der Gruppe ist Thompson's Recycling & Landfill, der in seiner Nassaufbereitungsanlage Baustoff- und Aushubabfälle recycelt. Die Anlage wurde im Januar 2016 installiert und ist für einen Durchsatz von 120 t/h ausgelegt.

In der ersten Phase vor einem Vertragsabschluss führt CDE immer eine detaillierte Prüfung des Aufgabeguts durch und ermittelt die Kapazität der Anlage. Dadurch wird sichergestellt, dass die gewählten Modelle und Optionen für den Einsatzort am besten geeignet sind. In diesem Fall ist das Aufgabegut sehr schmutzig, weil es seit über 25 Jahren auf einer Deponie lag. Außerdem ist es sehr nass und klebrig, wodurch es schwieriger zu verarbeiten ist. Nach Beratung mit dem Team von CDE wurde eine vollintegrierte Baustoffrecyclinganlage entwickelt, die speziell auf die Durchsatzanforderungen des Thompson Standorts zugeschnitten ist. Die Gesamtanlage besteht aus einer Primärsiebmaschine R2500, einer Schwertwäsche AggMax 153R, einer Nassaufbereitungsanlage M2500, einem AquaCycle Eindicker, einer Brückenholm-Filterpresse sowie vier Wasserspeicher- und Schlammpuffertanks. So wie bei allen CDE Projekten wurde auch William Thompson & Son ein eigener Projektmanager zur Seite gestellt, der als Ansprechpartner dient und für die sichere Installation und Inbetriebnahme sorgt. In seiner Beschreibung der Konstruktionsphase sagte der Projektmanager Ciaran Hegarty: "Wir haben eine Modulbauweise gewählt, um unsere maßgeschneiderten Konstruktionen verwenden zu können, die sich bereits in vielen anderen Projekten weltweit bewährt haben. Das bedeutet auch, dass eventuelle erforderliche Ersatzteile einfach und leicht erhältlich sind."

Der andere Vorteil der Modulbauweise ist die kurze Installationszeit. Während die größeren Anlagenteile modular aufgebaut sind, sind die Rohrleitungen und Förderer für eine nahtlose Verknüpfung im vereinbarten Anlagen-Layout ausgelegt. Dadurch sind effiziente Übergangspunkte und maximale Materialverweilzeit im Verarbeitungskreis sichergestellt.

Eine der ersten Herausforderungen war die Stromversorgung, weil der lokale Transformator nur eine beschränkte kW-Leistung hat. Um die hohen Kosten einer Ertüchtigung der Stromversorgung zu vermeiden, wurde die Anlage so konstruiert, dass das Steuersystem über das Netz betrieben werden kann und ein Generator bei einer eventuellen Unterdeckung Strom liefert. Ein weiteres Problem war die begrenzte Verfügbarkeit von Frischwasser vor Ort. Weil die modularen Systeme von CDE weltweit zum Einsatz kommen, sind sie für minimalen Wasserverbrauch ausgelegt. Diese Anlage ist mit einer Brückenholm-Filterpresse für maximale Wasserrückgewinnung und maximales Recycling von Wasser ausgerüstet.

Dank der effizienten Verwendung und des Recyclings von Wasser zusammen mit dem Einbau einer Filterpresse konnte CDE den Wasserverbrauch auf unter 15m³/h verringern. Eine der Hauptanforderungen von William Thompson & Son war, dass die Primärsiebanlage für die langfristigen Pläne an diesem Einsatzort geeignet sein sollte. Um dies zu erleichtern, wurde die R2500 mit erweiterbaren Aufgabetrichterseiten ausgerüstet, damit künftig größere Beschickungsmengen möglich sind. Andrew Thompson sagte: "Wir wollten ursprünglich die R1500 einsetzen, haben uns dann aber für die R2500 entschieden, denn unsere langfristigen Pläne sehen vor, die Anlage direkt mit Lkw über den Aufgabetrichter zu beschicken, sobald die vorhandenen Bestände abgebaut sind." Das Aufgabegut wird mit Radladern über eine kurze Strecke von der Halde zum Aufgabetrichter der Primärsiebanlage R2500 transportiert. Der größere, erweiterte Aufgabetrichter ermöglicht aber auch die künftige Beschickung über Lkw. Die Primärsiebanlage siebt das gesamte Überkorn von +100 mm ab. Mit dem Sieb Infinity P2 75R ist die R2500 mit der neuesten Siebtechnik ausgerüstet. Die patentierte Konstruktion umfasst Huck Kaltnietverbindungen, die ohne Schweißnähte auskommen, und eine gewichtssparende Trilogy Seitenwandtechnik, die zu einem kräftigeren und leichteren Sieb beiträgt, das weniger Strom braucht.

Das Aufgabegut mit Körnung -100 mm wird der Nassaufbereitungsanlage M2500 über einen Förderer zugeführt. In der M2500 läuft es unter einem Bandmagneten auf dem Aufgabeförderer (um Metalle zu entfernen) durch. Danach gelangt das Aufgabegut zum Waschen, Klassieren und Sortieren auf ein Infinity Sieb. Das Oberdeck entfernt das Aufgabegut über +40mm, das als Überkorn verhaldet wird. Das Unterdeck entfernt das Aufgabegut zwischen 4 und 40 mm, das dann über einen Förderer an die modulare Schwertwäsche AggMax weitergeleitet wird. In der AggMax wird das mit Lehm verunreinigte Material durch Reibwäsche gesäubert und in drei Waschprodukte getrennt: 4 bis 10 mm, 10 bis 20 mm und 20 bis 40 mm. Abfälle und organische Leichtstoffe werden am Ende der AggMax flottiert, entwässert und anschließend in einen Absetzcontainer entladen. Filtrat aus dem Abfallsieb und dem Klassiersieb wird dann in die M2500 zurückgepumpt, wo es über den EvoWash Abschnitt aufbereitet wird, um zwei Sande zu produzieren, 0 bis 4 mm und 0 bis 1 mm Feinsand.

Das Abwasser und der Schluff aus dem Zyklon wird in den AquaCycle Eindicker geleitet, wo Flockungsmittel hinzugefügt wird, um die Trennung des Schluffs vom Wasser zu unterstützen. Die Anlage hat vier Stahltanks mit einer Kapazität von 100 m³, die auf verschiedene Arten verwendet werden. Zwei der Tanks werden als Schlamm-Puffertanks zur Beschickung der Filterpresse eingesetzt. Dadurch kann die Nassaufbereitungsanlage bei voller Kapazität arbeiten, während die Tanks die produzierte Schlammmenge puffern. Die Filterpresse ist daher nicht mehr der Engpass bei der Aufbereitungskapazität der Gesamtanlage. Ein weiterer Tank wird als Haupt-Wasserumlauftank verwendet. Er speichert das gesamte Wasser, das von anderen Teilen der Anlage wiedergewonnen wird, und stellt es der Anlage bei Bedarf zur Verfügung. Der letzte Tank ist ein Wasserspeicher-Puffertank, mit dem William Thompson & Son für die erforderliche Nachfüllung sorgt, auch wenn die Verfügbarkeit von Frischwasser begrenzt ist. Die Brückenholm-Filterpresse wird von den Puffertanks versorgt. Dieses Modell enthält 183 Platten mit Abmessung 1,5 m x 1,5 m. Die Platten füllen sich mit Schlamm und durchlaufen dann einen Presszyklus, um den getrockneten Kuchen zu erzeugen, der anschließend mit einem Lader entfernt werden kann. Dank der Filterpresse können weitere 5 % Wasser in die Nassaufbereitungsanlage zurückgeführt werden.

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