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Der Ton macht das Raumklima

Lehmfeinputz kommt mit erhöhtem Tonanteil und gilt als wohngesund

Lehmfeinputz kann mit unterschiedlichen Gestaltungsvarianten an die Wand gebracht werden. Hier die Besenzugtechnik.

Rupperswill/Schweiz (ABZ). – Lehm wird seit Jahrtausenden zum Bau von Häusern verwendet: Schon Jericho, eine der ältesten Städte der Menschheit, wurde mit Lehm gebaut, genauso wie mittelalterliche Fachwerkhäuser hierzulande. Im Licht der aktuellen Klima- und Umweltschutz-Debatte bekommen die Vorzüge dieses uralten Materials einen neuen Glanz: Denn Lehm erweise sich nicht nur bei Produktion und Entsorgung als gut für die Umwelt, der Baustoff sorge auch in Wohnräumen für ein gutes Klima. Die positive Wirkung von Lehm bzw. Lehmputz entstehe dabei durch die Tonmaterialien, so das Unternehmen Haga. "Die wenigen Millimeter zwischen Innenraum und Wandkonstruktion entscheiden maßgeblich, wie gesund die Raumluft in einer Wohnung ist", sagt Thomas Bühler, Geschäftsführer des Schweizer Naturbaustoff-Herstellers Haga. Je höher beim Lehmputz der Anteil an Ton sei, desto besser. Denn Ton könne Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben – neunmal so viel wie Gips. Dadurch wiesen Innenräume mit Lehmfeinputz eine konstante Luftfeuchtigkeit auf, die zwischen 45 und 60 % liegt, so das Unternehmen. Das sorge bei Menschen für ein Wohlfühlklima, verhindere Schimmelbildung und bekomme auch Holzmöbeln und Treppen aus Holz gut. Ein weiterer Vorteil des atmungsaktiven Materials: Es kann Schadstoffe und Gerüche aus der Raumluft aufnehmen und binden. Da Ton elektrostatisch neutral ist, werde in Wohnungen mit Lehmfeinputz weniger Staub aufgewirbelt. Auch im Hinblick auf Schall- und Brandschutz weise das rein mineralische Material gute Werte auf.

Je höher der Tonanteil, desto besser die Regulierung der Luftfeuchtigkeit und die Luftreinigung. Wohngesunder Lehmputz ist Haga zufolge außerdem völlig frei von organischen Zuschlagstoffen oder anderen chemischen Bestandteilen. Wenige Hersteller – wie der kleine Schweizer Naturbaustoff-Spezialist Haga – deklarieren alle Inhaltsstoffe. "Mit Schweizer Lehmfeinputz holen sich Bauherren 100 % Natur ins Haus", so Bühler. Der Haga-Lehmfeinputz weise einen besonders hohen Anteil an Ton auf. Der Grund dafür sei die Herstellung aus reinem Kaolin (Ton). Er könne im Neubau und für Renovierungen verwendet werden und fungiere als Farbe und Putz in einem. Es erübrige sich also, die Wände zu streichen. Angereichert mit natürlichen Pigmenten wie Glimmer, Erd- und Eisenoxiden oder farbigen Sanden steht eine Palette von mehr als 200 Farbtönen zur Wahl. Gestalterisch lassen sich mit glatten oder rauen Oberflächenstrukturen zusätzlich Akzente setzen. Lehmfeinputz muss in zwei Arbeitsgängen in einer Gesamtschichtstärke von 2,5 bis 3 mm aufgetragen werden. Für eine Schicht von 2 mm sind/m ² 2,4 kg Lehmfeinputz (Trockenmasse) nötig. Mindestens 12 Std. vor dem Verputzen muss die Wand mit einer Mineralputzgrundierung vorgestrichen werden.

Der ökologische Fußabdruck von Lehmfeinputz könne sich ebenfalls sehen lassen: Für die Verarbeitung ist nur wenig Primärenergie nötig, das Material voll kompostierbar. Aufgrund der Reinheit des Schweizer Lehmfeinputzes und des stark erhöhten Tonanteils ist das eine interessante Alternative für die natürliche und wohngesunde Wandgestaltung.

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