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Diabas-Steinbruch Schicker

Neue Technologien halten Einzug

Caterpillar, Nutzfahrzeuge, Zeppelin, Gewinnung und Recycling

In Warteposition: die Lkw, deren Mulde von einem Cat 988K beladen werden.

BAD BERNECK (ABZ). - Es gehört zu den Gesetzmäßigkeiten eines Steinbruchs, stetig im Wandel zu sein. Zum einen, weil sich der fortschreitende Abbau flächenmäßig immer weiter ausdehnt, zum anderen, weil neue Technologien Einzug halten, um den Rohstoffabbau wirtschaftlicher voranzutreiben. Die Hartsteinwerke Schicker geben dafür selbst ein gutes Beispiel ab.

Derzeit betreiben sie selbst Bauarbeiten entlang des Rimlasbachs, über den ihr Diabas-Steinbruch in Bad Berneck in die öffentliche Kanalisation entwässert wird. Das Kanalnetz wird derzeit erneuert. Eine weitere Baustelle im Betrieb stellt die Installation einer zweiten Waage dar. Die Wartezeiten der Lkw sollen sich reduzieren. Darum wird die Abwicklung automatisiert. Doch das derzeit größte Projekt dreht sich darum, die Rohstoffversorgung für die nächsten Jahre zu sichern. So wurden 2014 Erweiterungspläne beim Bergamt Nordbayern eingereicht – das Planfeststellungsverfahren wurde eingeleitet. Der Steinbruch mit einer Abbaufläche von rund 75 ha soll um zusätzliche 12 ha ausgebaut werden, um weitere 14 Mio. t Diabas zu gewinnen. Die Jahresmenge, die bislang anvisiert wurde, liegt bei 900 000 t.

Die Eigenschaften des aufbereiteten Rohstoffs haben sich über Deutschlands Grenzen hinaus herumgesprochen: das grau-blau schimmernde vulkanische Diabas- Gestein, das seit 1927 abgebaut wird, hat Abnehmer bis in die Schweiz. Seine Materialeigenschaften wie hohe Frostbeständigkeit und Druckfestigkeit hat die Schweizer Bundesbahn überzeugt, den Gleisschotter aus Oberfranken zu importieren. Auch deutsche Züge fahren über den Gleisschotter, der in Bad Berneck für die Deutsche Bahn aufbereitet wird. In der Regel beliefert der Gewinnungsbetrieb Baustellen und Mischanlagen mit Frostschutzmaterial, Sand, Splitt und Edelsplitt im Umkreis von rund 150 km. Um den Naturstein zu gewinnen, müssen erst einmal Großbohrlochsprengungen angesetzt werden. Auch hier gibt es eine Veränderung – die Sprengtechnik wurde auf Pumpsprengstoff und elektronisches Zündverfahren umgestellt. "Dadurch ließen sich die Abschläge vergrößern und somit die Anzahl der eigentlichen Sprengereignisse verringern, wenngleich die Erschütterungswerte minimiert werden konnten. Der zwangsläufig höhere Sprengstoffbedarf wird durch ein größeres Bohrraster weitestgehend ausgeglichen. Weitere Vorteile sind neben geringeren Produktionsunterbrechungen durch Sprengarbeiten, ein besseres Haufwerk und eine damit verbundene Steigerung der Vorbrecherleistung", fasst Betriebsleiter Otto Kreil die Vorteile zusammen.

Neuerungen gab es für den Steinbruch in Bad Berneck auch, was den Maschinenpark betrifft und das in dreifacher Hinsicht. So hielt mit dem Modell Cat 775G ein Vertreter der neuesten Baumaschinengeneration Einzug, um dem aktuellen Stand der Technik zu entsprechen. Sein sparsamerer Acert-Dieselmotor soll zu niedrigeren Betriebskosten beitragen – ein Aspekt, der für den Rohstoffabbau mithilfe von Großgeräten eine immense Bedeutung hat. Der 775G bietet ein um 7 % höheres Drehmoment und neue Getriebefunktionen, die schnelle Transportzyklen und sanftes Schalten wie bei einem Pkw ermöglichen. Verbesserungen, etwa hinsichtlich des Bremsverhaltens sowie der Antriebsschlupfregelung, wirken sich positiv auf den Faktor Sicherheit des neuen Muldenkippers aus.

Auch der Arbeitsschutz spielt in der Rohstoffgewinnung eine immer größere Rolle. Für seine Materialtransporte setzt der Betrieb sämtliche Muldenkipper-Baureihen von Caterpillar ein, die bislang als 775 in Serie produziert wurden, angefangen von B, C, D, F und neuerdings auch G. Anhand der kompletten Baureihe lässt sich nicht nur erkennen, welche Entwicklung die Starrrahmen-Kipper seit ihrer Einführung 1977 genommen haben, sondern auch wie ihre Bauweise und ihr Design an die Anforderungen im Materialtransport im Laufe ihres Produktzyklus angepasst wurden. Die Baumaschinen-Vertreter verkörpern somit eine ganze Ära an Baumaschinengeschichte. Dass sie alle, insbesondere die Anfangsmodelle, innerhalb des Betriebs noch heute genutzt werden, zeugt von einer Wertbeständigkeit sowie Langlebigkeit, die charakteristisch für diese Form der Baumaschinen ist. Die Hartsteinwerke Schicker wissen diese geschickt zu nutzen, indem das Maschinenleben, sprich die Einsatzzeit, der Muldenkipper, durch das Instandsetzungsprogramm Cat Certified Rebuild verlängert wurde. 2008 wurde von dem Unternehmen erstmals ein Skw zur Generalüberholung an Zeppelin gegeben. Bis heute wurden mithilfe von Rebuild sechs Skw von Servicemitarbeitern der Niederlassung Erlangen flott gemacht. Beladen wird der 775G von einem Cat Radlader 988K, der wie der neue Skw seit 2015 in Betrieb ist. Für diese Geräteformation spricht die Flexibilität, die sich das Unternehmen erhalten will. Denn der Radlader kann auf den fünf verschiedenen Sohlen eingesetzt werden. Er kann darüber hinaus auch andere anstehende Aufgaben wahrnehmen wie in der Abraumbeseitigung oder der Pflege der 1,2 km langen Fahrwege vom Abbau zum Vorbrecher. Die Ladeleistung, die der Cat 988K in der Spitze erzielen kann, liegt bei rund 850 t in der Stunde. "Der Fahrer steht dabei nicht besonders unter Druck, sondern schafft das relativ entspannt", so der Betriebsleiter in Bad Berneck. Damit ging die Rechnung auf. "Erst hatten wir noch überlegt, das eine Nummer größere Modell zu wählen, doch das wäre wieder ein enormer Investitionskostensprung gewesen", ergänzt Kreil. Um die Leistungsdaten schwarz auf weiß zu haben und die Probe auf das Exempel zu machen, war die Zeppelin Projekt- und Einsatzberatung vor Ort, vertreten durch Stefan Oppermann, und führte einen Leistungstest bezogen auf den Cat 988K durch. Das Ergebnis bestätigte sich in der Praxis: "Gegenüber der H-Serie verzeichnet die Baureihe K eine Steigerung. So haben sich Kraft und Geschwindigkeit verbessert", so Kreil. Das bestätigt auch der Radladerfahrer Stefan Kießling, der seit 33 Jahren bei den Hartsteinwerken Schicker arbeitet und das neue Gerät bedient: "Es ist leiser, schneller und kraftvoller geworden. Man hat mehr Möglichkeiten zum Steuern."

Dass hier Baumaschinen in Sachen Spritersparnis noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben, zeigt die dritte Neumaschine im Bunde: der Cat Radlader 972M XE. Er übernimmt die Rückverladung von Schüttgütern und erhielt zusätzlich ein High-Lift-Hubgerüst zum besseren Beladen der Lkw. Mit ihrem stufenlosen Leistung Verzweigten Getriebe kann die Baumaschine hier ausspielen, dass der Motor immer im optimalen Drehzahlbereich läuft und sie die Vorteile von Hydrostat sowie mechanischem Direktantrieb verbindet. Ohne ruppige Schaltunterbrechung wechselt der Fahrer von einem Gang zum nächsten. Ähnliche Erfahrungen kann auch der Standort Kupferberg vorweisen, wo bereits ein Radlader-Vertreter der K-Serie in Form des 966K XE eingesetzt wird.

"Obwohl die Maschine auf möglichst niedrigen Kraftstoffverbrauch getrimmt wurde, hängt noch viel vom Fahrer ab, ob er das letzte Quäntchen an Leistung aus der Maschine abrufen kann", meint Herbert Behringer, Zeppelin Verkaufsrepräsentant, der die Hartsteinwerke Schicker in punkto Cat Baumaschinen seitens der Niederlassung Erlangen betreut. Was das Unternehmen stetig – etwa über das Flottenmanagement Vision Link – verfolgt, ist der Dieselverbrauch. Doch Verbrauch ist nicht gleich Verbrauch. Es geht zwar in erster Linie immer um die Relation zu den Betriebsstunden, doch aussagekräftiger ist die Relation zur bewegten Tonnage. "Hier müssen wir erst noch die Maschinendaten über einen längeren Zeitraum vergleichen. Grundsätzlich gibt es aber schon eine deutliche Verbesserung von einer Baumaschinenserie zur nächsten, was eindeutig auf die neue Motorentechnik zurückzuführen ist", erklärt der Betriebsleiter. Was den Radlader im Abbau betrifft, so sind klare Fortschritte in Richtung niedriger Verbrauch erkennbar. "Im Vergleich zum 988H macht das beim 988K 5 l im Durchschnitt weniger in der Stunde aus", so Kreil. Als gravierend bezeichnet er den Unterschied gegenüber dem 972M XE und seinem Vorgänger. "Dieser war schon nicht schlecht, doch bei einem Durchschnittsverbrauch von 11 l/h haben wir hier einen schönen Schritt vorwärts gemacht", so sein abschließendes Urteil.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 41/2015.

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