Bauaussichten 2023

Die Abbruchbranche setzt auf Nachhaltigkeit

Von Johannes Schlenter, Vorstandsvorsitzender Deutscher Abbruchverband
Bauaussichten

Diese Wertschöpfung spielt für die Abbruchbranche eine wesentliche Rolle und trägt bei vielen Projekten zur Kostendeckung bei.

So blicken der Deutsche Abbruchverband und seine Mitglieder natürlich auf weitere Verwertungsmöglichkeiten von Wertschöpfungen, um auch in diesen diskussionsreichen Zeiten zur Nachhaltigkeit ihren Beitrag zu leisten. Insbesondere ist hier der Einsatz von Recycling-Zuschlagstoffen für ressourcenschonenden Beton zu nennen.

Der Bundesrat hat zur Stärkung des Einsatzes von wiederverwendbaren Baustoffen und Bauteilen sowie von ressourcenschonenden Recyclingbaustoffen im Mai 2022 einen entsprechenden Beschluss verfasst. Infolge dessen werden die Länder diesen Forderungen mit der Zeit nachkommen und diese umsetzen. Um recyclierte Betonzuschlagstoffe (RCL-Beton) in der geforderten Qualität zu erhalten, sind jetzt die Abbruchbetriebe gefragt. Schon bei der Planung eines Rückbaus ergeben sich neue Abhängigkeiten, den nun wertschöpfenden Betonabbruch separat zu gewinnen um diesen im Anschluss hochwertig aufzubereiten und wiederverwerten zu können. Die Abbruchbranche erhält eine neue Wertschöpfung und kann einen wesentlichen Beitrag zur allseits geforderten Nachhaltigkeit leisten. Die politischen Weichen hierzu sind gestellt.

Getrübt werden diese Aussichten jedoch durch den rasanten Anstieg der Bauzinsen. Weiterhin sind die erheblichen Baukostensteigerungen und die zurzeit fehlenden KFW-Förderungen bei Wohnungsneubauten schon jetzt ein großes Problem für alle Bauherren. Große Wohnungsbauprojekte jeglicher Art werden zunächst auf Eis gelegt. In diesen Bereichen sind natürlich auch die Abbruchbetriebe betroffen. Der längst überfällige städtebauliche Wandel in den Städten wird hierdurch leider zusätzlich deutlich gebremst.

Hier ist es jetzt weiter Aufgabe der Politik, Länder und Kommunen bezahlbare Grundstücke zu erschließen und zu attraktiven Konditionen zur Verfügung zu stellen. Bauland darf bei zukünftigen Baumaßnahmen kein zusätzlicher Preistreiber sein.

In der Hoffnung, dass sich diese Situation irgendwann ändert, sind unsere Mitgliedsbetriebe gut aufgestellt und werden sich auf die notwendigen Aufgaben vorbereiten.

Durch den ressourcenschonenden Einsatz von Recyclingbaustoffen wird unserer Branche ein neuer Stellenwert zugesprochen. Der Deutsche Abbruchverband und seine Mitglieder sind bereit, die Herausforderung anzunehmen und ihren Beitrag zu leisten.

Ich wünsche uns, dass wir möglichst viele der innovativen Pläne umsetzen können, und dass das Jahr 2023 uns viele Erfolgserlebnisse bescheren wird. Ein bewusster Mensch weiß, Leben ist Veränderung. Allen Lesern der ABZ einen guten Start ins neue Jahr 2023.

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Verbände und Experten

Ausblick – Baujahr 2023

Nachdem das Jahr 2021 die Branche mit der Pandemie und Lieferkettenproblemen bereits vor Herausforderungen gestellt hatte, bedeutete der Beginne des Ukraine- Kriegs im Februar 2022 eine Zäsur, die bis heute fortwirkt. Energieknappheit, Preisexplosionen, Klimaschutzvorgeben und ein Rückgang der Nachfrage im Wohnungsbau stellten neue Aufgaben und verunsicherten Unternehmen und Manager.

Der erfolgreiche Verlauf und der bauma 2022 zum Jahresabschluss konnte dagegen den positiven Akzent setzen, auf den viele gehofft hatten und der sich zuvor angedeutet hatte – Baumaschinenhersteller berichteten durch die Bank von übervollen Auftragsbüchern. In den nun folgenden Bauaussichten 2023 spiegelt sich die Ambivalenz der aktuellen Entwicklungen wider: Verbände und Experten sind sich einig, dass die Entwicklung der Bauwirtschaft in diesem Jahr eine Delle verzeichnen wird, Hersteller sehen die Herausforderungen des Marktes und nehmen sie tatkräftig an. Trotz aller Widrigkeiten, zu denen auch der permanente Fachkräftemangel zählt, überwiegt eine positive Grundhaltung und die Gewissheit, dass die Baubranche die vor ihr liegenden Aufgaben als wichtigste Stütze der Wirtschaft schon stemmen wird.

Das Signal, das alle Teilnehmenden der Bauaussichten 2023 in den Markt senden, wird dominiert von Stärke und Kontinuität. Dieser gemeinsame Nenner wirkt wie ein Schulterschluss, der die Branche auszeichnet und der anderen als Vorbild dienen kann.

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