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Die BAB 26 West

Überschuttverfahren sorgt bei Autobahnausbau nahe Stade für besseren Baugrund

Durch Erdarbeiten wird die Tragfähigkeit verbessert.

Stade/Jork (ABZ). – Auf den Strabag-Baustellen für den Neubau der BAB 26, auf der Strecke von Stade bis zur Anschlussstelle an die BAB 7, herrscht Hochbetrieb.

Auf den Bauabschnitten, an denen Strabag in ARGE mit der Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG beteiligt ist, werden in den kommenden rund drei Jahren mehr als 3 500 000 m³ Sand bewegt, 52 000 Sandsäulen erstellt sowie 175 000 t Asphalt und 275 000 m² Schottertragschicht eingebaut.

Die BAB 26 wird Norddeutschlands zukünftige Ost-West-Verbindung südlich der Elbe. Sie bildet zusammen mit der BAB 20 die westliche Umfahrung Hamburgs. Ziel ist es, die B 73 zu entlasten, die als Nadelöhr den Landkreis Stade im nördlichen Niedersachen mit Hamburg verbindet. Die Gesamtstrecke der BAB 26 umfasst knapp 60 km Neubau zwischen dem geplanten Autobahnkreuz (AK) Kehdingen (BAB 20/BAB 26, westlich von Stade) und Hamburg-Süderelbe (BAB 1/BAB 26) auf vier Spuren pro Fahrtrichtung. Von den rund 60 km sind etwa 15 km bereits in Betrieb, knapp 17 km werden aktuell gebaut und etwa 26 km befinden sich in der Planungsphase, teilt die Strabag mit. Die Verkehrsfreigabe des gut 8 km langen Lückenschlusses auf Hamburger Stadtgebiet, zwischen der AS Neu Wulmstorf und der BAB 7 (künftiges AK HH-Hafen), ist für 2025 geplant.

"Strabag ist derzeit in und um Hamburg an vielen großen Projekten im Verkehrswegebau maßgeblich beteiligt," sagt Christian Teichler, kaufmännischer Leiter des Bereichs Großprojekte Nord. "Wir freuen uns, dass wir auch beim Bau der BAB 26 die gesamte Expertise der Strabag-Großprojekte einbringen können."

Eine ARGE aus Strabag (50 %) und Johann Bunte (50 %) ist von der DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH mit drei Baulosen beauftragt (Lose 2.1, 2.4, 3.1). Den Endausbau im zweiten und dritten Bauabschnitt führt die ARGE im Auftrag der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus. Außerdem ist Strabag für das Baulos 2.3 im Auftrag von Johann Bunte tätig.

Die Bauarbeiten laufen größtenteils parallel. In Spitzenzeiten sind bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ARGE auf den Baustellen im Einsatz. Im Hamburger Stadtgebiet (Lose 2.1, 2.3, 2.4, 3.1) stehen auf rund 8 km umfangreiche Maßnahmen zur Baufelderschließung auf dem Plan. Dazu gehören unter anderem, etwa 12 km Baustraßen und verschiedene Arbeitsebenen zu erstellen sowie drei Behelfsbrücken zur Kreuzung größerer Gewässer und eine Porenwasserbehandlungsanlage zu bauen.

Da die Böden nur wenig tragfähig und die Grundwasserstände hoch sind, wird das Überschüttverfahren eingesetzt, um den Baugrund verbessern. 3 000 000 m³ Sand werden dabei aufgeschüttet. Dessen Gewicht erzeugt im Erdboden einen Überdruck. Dadurch entwässern und setzen sich die bis zu 8 m starken Torfschichten im Untergrund. Strabag erwarb eigens für dieses Projekt eine Sand-entnahme in Ovelgönne (Niedersachsen). Um den Sand zu gewinnen und zu fördern, setzt das Unternehmen Nassbaggertechnik ein. Strabag und Bunte sind von der Anschlussstelle Jork bis Neu Wulmstorf in Niedersachsen auch für den Endausbau der BAB 26 verantwortlich.

Dort werden auf 8 km rund 170 000 t Asphalt verbaut. Dafür werden etwa 85 000 m² Gussasphaltoberfläche und 100 000 m² offenporiger Asphalt hergestellt. Alle aktuellen Baumaßnahmen der Arge sollen im März 2024 fertiggestellt werden.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 44/2020.

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