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Bauaussichten 2021

Die "Wertschöpfungskette Bau" beginnt mit unseren Leistungen

Von Dr. Gerd Hagenguth, Präsident des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe, Köln

Der Bundeshaushalt 2021 zeigt, trotz insgesamt bedenklicher wirtschaftlicher Aussichten, dass die vor Corona in die Zukunft geplanten Baumaßnahmen ihre Priorität behalten sollen. Erfreulich ist zudem die beschlossene Aufstockung der Mittel für Betrieb, Planungsleistungen und Verwaltung der Autobahn GmbH des Bundes. Die Verwaltungsausgaben der neuen Autobahngesellschaft gehen damit 2021 nicht zulasten der investiven Mittel für Neubau und Erhaltung von Fahrbahnen und Brücken im BAB-Bereich. Auch nötige Maßnahmen an Bundeswasserstraßen wurden nach Ansicht der bauausführenden Wirtschaft ausreichend budgetiert, die Mittel für Schienenwege jeder Art steigen, das Baulandmobilisierungsgesetz trägt der hohen Bedeutung des Wohnungsbaus Rechnung.

Flankiert wird die monetäre Willensbekundung von verschiedenen Planungsbeschleunigungsgesetzen, um Bremsklötze im Finanzmittelhochlauf zu beseitigen und dringliche Maßnahmen in Deutschland schneller zur Baureife zu entwickeln. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen demnach kein blockierender Hemmschuh bleiben, sondern funktional und sicher, wie ursprünglich angedacht, wirken. Berufene Kommentatoren der Bauwirtschaft werden hierzu sicher auf Details eingehen. Von unserer Seite muss die praktische Frage aufs Tapet, wie sich das möglicherweise beschleunigte Bauen auf die Nachfragesituation nach Kies, Sand, Splitt und Schotter für die Baustoffproduktion und den direkten Einsatz – beispielsweise als Bahnschotter – auswirkt.

Im Geschäftsjahr 2019/2020 konnten wir einen für gute Baujahre typischen Bedarf bilanzieren. Die Nachfrage belief sich auf etwa 500 Millionen Tonnen Gesteinsbaustoffe, wobei moderate Rückgänge im Natursteinsegment maßgeblich auf den Verantwortungsübergang aller BAB-Projekte in Richtung Autobahn GmbH zurückzuführen sein dürften. Da die Bautätigkeit trotz Lockdown weiterlaufen konnte, blieben relevante Ordereinbrüche aus. Das Jahr wird von unseren Unternehmen bei Nachfrage und Umsatz mit gut bis sehr gut bewertet. Wenn Mittelausstattung und Beschleunigungsgesetze für die Zukunft nahelegen, dass die Nachfrage stabil bleiben, vielleicht sogar anziehen wird, dann stellen Sie sich nun in diesem Zusammenhang zwei Zahnräder vor, die ein Getriebe in Gang halten. Eines davon dreht sich schneller als das andere – theoretisch. Praktisch dreht es sich deshalb nicht schneller, weil das Langsamere zwangsläufig die gemeinsame Geschwindigkeit bestimmt. Damit Beide gleich schnell laufen können, muss die Investitions- und Planungsbeschleunigung auch für unsere Zulieferbranche Geltung erlangen. Der seit Jahren aufgetürmte Genehmigungsstau im Bereich von Anträgen für die Gewinnung von Naturstein, Sand und Kies gehört abgetragen. Wir liefern als erstes Glied in der "Wertschöpfungskette Bau" genormte Gesteinskörnungen für die Baustoffproduktion und die direkte Versorgung bauausführender Unternehmen. Ganz gleich, was gebaut wird und welche Werte geschaffen werden – unsere mineralischen Rohstoffe sind immer mit dabei. Wer nun meint, das sei Schnee von gestern, der irrt. Auch das "Wohnhaus aus dem Drucker" braucht Beton, ergo Zement, ergo Kalkstein als Basis und als Zuschläge für den Spezialbeton speziell aufbereitete feine Sande. Womit rechnen wir also 2021? Sollte zügiger geplant und gebaut werden können, erwarten wir, dass der Wert kurzer einheimischer Lieferketten und die bedarfsnahe Produktion unserer Grundstoffe eine neue Würdigung erfahren. Infolge dessen sollten sich Genehmigungsprozeduren auch bei unseren Antragsverfahren nicht mehr endlos, sondern sachbezogen gestalten. Diese Forderung von unserer Seite kennen Sie bereits, denn ein Blick auf die Kommentare der vergangenen Jahre bestätigt, dass uns dieses Thema bei steigender Dringlichkeit schon länger beschäftigt.

Als wichtiger Zulieferer im Bausegment gestalten wir Lebensräume für Menschen mit. Gleichzeitig gestalten wir Landschaften durch unsere Eingriffe, strukturieren sie im Sinne der gewünschten Nachnutzung als neuen Naturraum, Naherholungsrefugium, Wirtschaftsareal, See, Wald oder Agrarfläche. Was nach unserer Inanspruchnahme aus einer zeitweise für die Rohstoffgewinnung genutzten Fläche wird, bestimmen wir nicht allein, sondern jedes Unternehmen bestimmt es gemeinsam mit Partnern vor Ort, mit Genehmigungsbehörden, Bürgern, dem Naturschutz oder anderen örtlichen Interessengruppen. Auch wenn es im ersten Schritt natürlich um die produktive Nutzung der gewonnenen Gesteinsrohstoffe geht, laden wir dazu ein, im zweiten Schritt gemeinsam Gestaltungswillen zu entwickeln. So kann – stets angepasst an die individuelle Situation – genau das entstehen, was eine Mehrheit vor Ort will – baulich genauso wie landschaftlich. Glückauf!

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