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Digitalisierung in der Baubranche

Job 4.0 oder warum Bob zukünftig iPad trägt

Von Jens Günther

Doka, Architektur,  Stadtplanung und Stadtentwicklung, Stadtentwicklung, Digitalisierung im Bauwesen DIB

Jens Günther: „Für die kommenden Generationen wird es bereits völlig selbstverständlich sein, dass Bauroboter und 3DDrucker das Bild auf der Baustelle prägen."

Amstetten/Österreich. – Wenn wir in einigen Jahren mit unseren Kindern und Enkelkindern Bücher über Bob den Baumeister lesen, werden die Geschichten über die Arbeit des Poliers, des Kranführers oder des Bauarbeiters neu geschrieben sein. Denn die Digitalisierung hat in der Baubranche eine Revolution eingeläutet. Damit erleben auch die klassischen Berufsbilder einen grundlegenden Wandel. Die gute Nachricht: Es werden viele spannende, ganz neue Jobs entstehen.

Die auffälligste Veränderung wird sein, wie sich die klassische "Bauarbeit" neugestaltet. Weniger Muskelkraft, stattdessen qualifizierte Tätigkeiten im Bereich der Prozesssteuerung, -organisation und -kontrolle sind in Zukunft gefragt. Es wird verstärkt Fachkräfte mit Affinität und Know-how im Bereich Informationstechnologie brauchen. Für die kommenden Generationen wird es bereits völlig selbstverständlich sein, dass Bauroboter und 3D-Drucker das Bild auf der Baustelle prägen. Und der Bauarbeiter die Vorgänge mit mobilen Endgeräten steuert.

Doch was müssen wir heute tun, damit unsere Mitarbeiter die Werkzeuge der Zukunft richtig bedienen können? Wie können wir sicherstellen, dass sich genügend Mitarbeiter und zukünftige Mitarbeiter für diese Entwicklung interessieren und bereit sind, sich das dafür nötige Know-how anzueignen? Wie und wo findet sich das passende Ausbildungsangebot? Und was kann die gesamte Branche dazu tun, diese Entwicklung entsprechend zu forcieren?

Seit Jahren wird akribisch und mittels beträchtlicher Investitionen an der Forschung und der (Weiter-)Entwicklung von neuen Prozessen, Technologien und Materialien im Bereich Planen und Bauen 4.0 gearbeitet. Was dabei nicht vergessen werden darf, ist, dass die Mitarbeiter dafür auch qualifiziert werden müssen. Es ist wesentlich, dass die Entwicklung der Technologien mit der Organisation Hand in Hand geht, das heißt parallel und eng verknüpft stattfindet. Und vor allem frühzeitig. Denn was nützen uns die effizientesten Technologien und die smartesten Tools, wenn es uns an Personal fehlt, das diese bedienen kann?

Wenn wir dazu übergehen, ein Bauprojekt als Prozess zu sehen – von der Planung über den Bau bis hin zu Erhaltung, Revitalisierung und schlussendlich dem Rückbau und der Entsorgung – dann kommt schnell BIM ins Spiel. Building Information Modeling wird uns zukünftig dabei unterstützen, diesen Prozess deutlich wirtschaftlicher zu gestalten. Das berücksichtigt ökonomische Gesichtspunkte genauso wie ökologische. Rein technologisch gesehen ist dieses Informationssystem längst soweit, sämtliche Bau- und Planungsprozesse abzubilden. Warum BIM trotzdem nur stellenweise genutzt wird? Meines Erachtens nach liegt es daran, dass der rechtliche Rahmen zur Offenlegung aller Prozess- und Kostendaten jedes am Bau beteiligten Unternehmens noch nicht vollumfänglich vorhanden ist und dass es in den ausschreibenden, planenden und ausführenden Unternehmen noch nicht genügend Mitarbeiter gibt, die über ausreichende BIM-Kompetenzen verfügen. Es sind die Unternehmen selbst, die proaktiv Impulse setzen und sich punktuell, meist anlassbezogen, damit befassen, geeignete Leute mit entsprechender Qualifizierung zu finden oder eigene Leute mittels – meist privater – Bildungsangebote weiterzubilden. Großflächigen Eingang in die Hochschul- und Berufsausbildung hat die Nachfrage nach diesbezüglichen Fachkräften bisher noch nicht gefunden. Hier ist es auch an uns als Wirtschaft, aktiv auf Hochschulen zuzugehen und gemeinsam Wege zu finden, bedarfsgerechte Ausbildungsmodelle zu entwickeln und zu forcieren. Ebenso gefragt: die Berufsgenossenschaften im Rahmen der beruflichen Ausbildung.

Dass wir als Unternehmen uns hier einbringen, ist ganz wesentlich. Schließlich geht es nicht nur um die Definition von Berufsbildern und der zugehörigen Qualifikation. Wichtig für uns als Unternehmen ist es vor allem, im Dialog mit den Ausbildungsstätten geeignete, bedarfsgerechte Lehrinhalte zu entwickeln.

Der Zeitpunkt, an dem uns der Bedarf an Mitarbeitern einholt, die den Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt entsprechen, ist gekommen. Auch wir als Doka Group sind ständig auf der Suche nach guten Leuten. Denn auch bei uns heißt es längst: Schalung 4.0.

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