Dirt Run im Knüllwalder Tagebau

Baumaschinen werden zum Parcours-Hindernis

Bagger und Lader
Die Läufer mussten sich durch den tiefen Schlamm kämpfen. Foto: Eventpower

Knüllwald-Remsfeld (ABZ). – Das aktive Tagebau-Gelände in Knüllwald war zum sechsten Mal Austragungsort des Bad Wolf Dirt Run. 1500 Sportler nahmen am 9 beziehungsweise 18 Kilometer langen Schlammlauf in der Nähe von Kassel teil und kämpften sich durch einen Parcours, bei dem auch Cat-Baumaschinen zum Hindernis wurden. Den Parcours legten auch diesmal wieder der Firmenchef des Tagebaus, Karl-Hans Krug, und sein Team zusammen mit dem Organisatoren-Team von Eventpower an. Für den Hindernislauf setzten sie Cat-Baumaschinen ein, die sonst Basalte wie Wasserbausteine und Schotter, Tone für Deponien und Ziegeleien, Sande für den Tiefbau und Reitplätze oder Quarzit-Steine gewinnen. Mithilfe der Baumaschinen bereiteten die Organisatoren den Wettkampfplatz vor und gestalteten die Streckenführung für den Schlamm-Lauf. Zudem war unter anderem ein Cat-Kettenbagger des Typs 330F LN selbst ein Hindernis. Er überspannte mit seinem Ausleger einen Wassergraben voller Schlamm. Die Start- und Ziellinie markierten zwei Cat-Radlader 950M mit ihren Hubgerüsten und Schaufeln. "Ich fahre selbst unseren Cat-Minibagger 302.5C, um die Hindernisse aufzubauen. Das Gerät arbeitet mit Greifer und ist wirklich ideal, um schwere Teile wie Betonrohre zu heben", so Krug.

Während des Wettkampfs unterstützt er mit seinem Team als Streckenposten oder füllt Schlammlöcher wieder mit Wasser auf. "Der Bad Wolf Dirt Run ist ein Schlammlauf. Wegen der trockenen Witterung mussten wir diesmal viel Wasser verteilen, um ausgetrocknete Löcher und Senken unter Wasser zu setzen", sagt Krug. Mit Offroad-Events kennt sich Geschäftsführer des Tagebaus aus. Schon seit mehreren Jahren veranstaltet er im Steinbruch Testfahrten mit geländegängigen Fahrzeugen. Dafür gibt es einen 70 Hektar großen Offroad-Park mit weitreichendem Wegenetz. Anwender können Fahrzeuge dort eigenständig und ausgiebig testen. Ebenso sei es möglich, einen britischer Panzer der Ausführung FV 432 M2, einen russischen Panzer MT-LB oder einen Hummer beziehungsweise Humvee in der Militärversion zu testen, so der Veranstalter des Dirt Run. Auch die Cat-Baumaschinen können Nutzer unter Anleitung auf einem Testareal bewegen.

Genau wie die Offroad-Testfahrten führt der Bad Wolf Dirt Run durch das Tagebau-Gelände. Es besteht aus Ton- und Sandgruben, einem Basaltbruch und Wasserlöchern. Auch steile Auf- und Abfahrten auf unterschiedlichem Untergrund müssen bewältigt werden.

"Aufgrund des unterschiedlichen Vorkommens ist unsere Abbaustätte eine geologische Besonderheit, wie es sie in ganz Deutschland nicht gibt", so Krug. Die verschiedenen Untergründe würden sowohl von Läufern als auch von Veranstaltern sehr geschätzt. Oft bekäme Krug für seinen Tagebau Testfahrt-Anfragen von Automobilherstellern. Auch um schwere Maschinen zu erproben, sei das Gelände prädestiniert. Hersteller könnten den Umgang mit verschiedenen Materialien praxisnah zeigen.

"Die eingesetzten Cat-Baumaschinen sind mit den Jahren eingespielt, was an den eingeschränkten Lagermöglichkeiten liegt", sagt Krug. Der Abbau der Sande und Tone müsse in einem gewissen Verhältnis stehen, da diese nicht unbegrenzt gelagert werden könnten. Außerdem sei lange an der bestmöglichen Abbautechnik getüftelt worden. "Wir haben viel Lehrgeld bezahlen müssen, bis wir die richtige Maschinengröße gefunden hatten, damit diese zur nachgelagerten, semistationären und mobilen Aufbereitungstechnik und zu dem Nachbrechbunker passen", so Krug. Erst mit der Zeit habe sich herausgestellt, dass eine Laderaupe für die Tonbearbeitung nicht geeignet ist. Ein Radlader erweise sich als passender. "Die Raupe dreht durch und bedingt durch den Verschleiß, der bei den aggressiven Sanden und Tonen auftritt, wird dann auch schnell ihr Laufwerk in Mitleidenschaft gezogen", so der Firmenchef. Bei 1000 Betriebsstunden sei dann ein neues Fahrwerk nötig.

Die Cat-Geräte bezieht das Tagebau-Unternehmen seit vielen Jahren über die Zeppelin-Niederlassung Kassel. "Meine Philosophie ist es, immer mit neuen und jungen Maschinen zu arbeiten", sagt Krug. Rechne man Standzeiten und Reparaturkosten zusammen, dann sei es immer gut, die Maschinentechnik auf dem neuestem Stand zu halten. Sie solle nicht wesentlich älter als 3500 Betriebsstunden sein, so der Geschäftsführer des Tagebaus. Die Firma hat einige Cat-Maschinen im Fuhrpark. Darunter beispielsweise ein Kettenbagger 330F LN, ein Minibagger 302.5C, zwei Radlader 950M, einen Radlader 950K und einen Dozer D6K. Da es in Summe mehr Maschinen als Personal gibt, sei es wichtig, dass jeder der drei Mitarbeiter die Baumaschinen auch bewegen könne, so Krug.

Der Geschäftsführer setzt seine Geräte bei schlechter Witterung nicht in der Rohstoffgewinnung, sondern im Recycling ein. Angelieferter Beton werde zu Straßenaufbruch und Betonrecycling-Schotter aufbereitet. Dadurch sei der Maschinenpark kontinuierlich ausgelastet, so Krug. Abwechslung verspreche dann auch der Bad Wolf Dirt Run, der wieder am 12. September stattfindet.

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