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300 Jahre alte Bauidee

Schloss Gottorf präsentierte Umbaupläne

Modernisierung und Sanierung

Die Architekten Roland Lehnen (l.) und Phlip Peterson mit einem Modell des geplanten Anbaus am Schloss Gottorf.

Schleswig (dpa). – Das Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig hat über einen rund 30 Mio. Euro teuren geplanten Umbau informiert. Das Herzstück des Projekts sei ein 9 Mio. Euro teurer Anbau aus Glas an den Ostflügel des Schlosses, sagte Philip-Norman Peterson von Holzer-Kobler-Architekturen, die das Projekt betreuen. "Erstmals wird dadurch ein Rundgang durch die Obergeschosse möglich", sagte er. 2018 soll Baubeginn sein. Claus von Carnap-Bornheim ergänzte mit Blick auf Friedrich IV., der als Schlossherr im 17. Jahrhundert mehrere Umbauten in Auftrag gegeben hatte: "Der Anbau vollendet eine 300 Jahre alte Bauidee." Schließlich sei dieser Teil des Schlosses damals unvollendet geblieben. Der leitende Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen weiß aber auch: "So ein Eingriff provoziert immer eine kulturpolitische Debatte."

Und der Anbau ist umstritten. Die an den Ostflügel grenzende Fläche wird derzeit zwar nur als Parkplatz genutzt. Wer frontal auf das Schloss blickt, bekommt sie nicht zu sehen – und die laut Architekt Peterson "ikonenhafte Fassade" soll auch nach dem Umbau so bleiben. Dennoch häufen sich etwa in den "Schleswiger Nachrichten" in den vergangenen Tagen die Leserbriefe. "Eine an Hässlichkeit kaum zu überbietende Glas-Metallkonstruktion", schreibt einer. In einem anderen dort erschienenen Brief heißt es: "Welcher Kulturbanause denkt sich im Zusammenhang mit einem historischen Bauwerk eine derartige Verunstaltung aus?"

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