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Einsatz in luftiger Höhe

"Schiefer Turm von Oberstdorf" wird abgedichtet

Im Zuge der Baumaßnahmen wurde der Schanzenkopf mit einem Holz-Aluminium-Fassadensystem ausgestattet.

Oberstdorf (ABZ). - Dichtungen der Firma Trelleborg dichten, dämpfen und schützen – auch an ungewöhnlichen Orten. So wurde unlängst die Flügelfalz- und Überschlagdichtung D3630 in der Heini-Klopfer-Skiflugschanze in Oberstdorf im Obersten Allgäu eingesetzt. Das Bauwerk zählt zu den höchsten seiner Art und wurde jüngst modernisiert. In der neuen Glasfassade – am Schanzenkopf – trotzen die Dichtungen des Unternehmens tagtäglich zuverlässig der Witterung. Nur fünf Skiflugschanzen gibt es weltweit – eine davon erhebt sich über die Landschaft des Stillachtals im Obersten Allgäu. Die Heini-Klopfer-Skiflugschanze ist seit jeher Austragungsort für Weltcups und -meisterschaften. Sie wurde 1950 in Holz gebaut und 1973 durch eine Betonanlage ersetzt. Namensgeber ist der deutsche Architekt und Skispringer Heini Klopfer. In den Jahren 1997 bis 2002 wurde die Skiflugschanze mehrmals modernisiert. 2016 begannen die aktuellen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen – nach Plänen von den Renn Architekten aus Fischen im Allgäu. Diese waren vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung des Skisportes und veränderter FIS-Regularien notwendig geworden.

Eine frei auskragende Spannbetonkonstruktion mit einer Anlauf-Turmhöhe von 72 m ist das besondere architektonische Merkmal der Schanze. Die Baumaßnahmen zwischen 2016 und 2017 umfassten u. a. den Abbruch des alten Schanzentisches, die Errichtung eines neuen Schanzentisches, die Vergrößerung des Auslaufbereiches sowie den Bau eines barrierefreien Personenschrägaufzugs und einer Tribünenanlage. Außerdem war die Erweiterung der Räumlichkeiten am Schanzenkopf Bestandteil der Planung. In diesem Zuge wurde die Aussichtsplattform mit einem Holz-Aluminium-Fassadensystem ausgestattet.

Vorbild für das Erscheinungsbild der Fassade in luftiger Höhe lieferte die Optik eines Adlerhorstes. So wurden die vorgefertigten Elemente außenseitig mit kreuz und querlaufenden Profilen versehen, die den Aussichtspunkt wie ein Nest erscheinen lassen. Die Fassade fertigte und montierte das Unternehmen Holzverarbeitung Bietsch aus Ofterschwang. Bei der Abdichtung der Holz-Aluminium-Fensterelemen-te setzte man auf die Dichtung D3630 von Trelleborg. Diese ist speziell für den Einsatz in Holzfenstern konzipiert. Ein besonderes Merkmal: Das Profil D3630 kann laut Hersteller sowohl als Flügelfalz- als auch als Überschlagdichtung eingesetzt werden und passt in eine Nut von 3 mm Breite.

Oberstdorf gehört zu den Regionen mit den höchsten Niederschlagswerten in Deutschland. Hinzu kommen Kälteperioden mit Minusgraden von bis zu 30 °C und überdurchschnittlich viele Sonnenstunden im Jahr. In Einsatzbereichen wie diesen erbringt die D3630 eine dauerhaft hohe Leistung bei langer Nutzungsdauer. Für die Herstellung des Profils wird das hochwertige Dichtungsmaterial TSP-Foam verwendet. Hierbei handelt es sich um einen Spezialwerkstoff auf Basis eines thermoplastischen Elastomers (TPE), das speziell modifiziert wurde. Es bietet u. a. Materialeigenschaften wie eine hohe UV- und Wasserbeständigkeit sowie Lackverträglichkeit. In Verbund mit Glas und Rahmen schützt die Dichtung zuverlässig vor Kälte, Wind, Regen und Schnee.

"Die Profile von Trelleborg sind hochwertig verarbeitet und ließen sich problemlos und schnell mit Hilfe eines Dichtungseinrollers in die vorgesehenen Nuten der Fensterrahmen einsetzen", erklärt Franz-Josef Bietsch von der Firma Holzverarbeitung Bietsch. Zügig erfolgte auch die Montage auf der Baustelle. Das verarbeitende Unternehmen benötigte lediglich drei Arbeitstage, um die Grundfassade und Verglasung zu montieren. Die Skiflugschanze mit Panoramaschrägaufzug und Anlaufturm kann ganzjährig besucht und besichtigt werden. Vom neuen Schanzenkopf genießen Besucher und Sportler jetzt einen atemberaubenden Blick über den Freibergsee und die Umgebung.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 07/2018.

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