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Einsparungspotential aufgrund geringer Wartungskosten

Gussasphalt übersteht bis zu 50 Jahre

Straßenbau und Verkehrswesen, Wegebau

Durch die kurze Erstarrungszeit des Gussasphalts ist ein schneller Bauablauf gewährleistet. Der Belag wird bei 240 °C eingebaut und ist innerhalb von vier bis sechs Stunden abgekühlt.

FREMDINGEN (ABZ). - Bei der Erstellung oder Instandsetzung von Stahlbetonbauwerken müssen je nach Exposition Vorgaben verschiedener Richtlinien und Regelwerke eingehalten werden, um eine langfristige Tragfähigkeit und Verkehrssicherheit sicher zu stellen.

So muss die Stahlbetonoberfläche bei Parkbauten etwa vor Tausalzeinfluss geschützt werden. Bereits 2005 wurde dazu vom Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein e. V. ein Merkblatt herausgegeben, das Kunststoffbeschichtungen und Abdichtungen in Verbindung mit Gussasphalt als mögliche Schutzsysteme nennt. Da letzterer allerdings kein optisches Highlight ist und Kunststoffbeschichtungen auf den ersten Blick kostengünstiger erscheinen, werden diese oft vorgezogen. Jedoch passen Kunststoffe langfristig nicht immer zu den Eigenschaften des Betons. Starre Beschichtungen sind höher belastbar, reißen aber, wenn der Beton aufbricht. Flexible Kunststoffsysteme können Risse im Beton überbrücken, sind jedoch geringer belastbar.

Um die Funktion des Betonschutzes dauerhaft erfüllen zu können, müssen Beschichtungen teuer gewartet und instand gehalten werden – und werden somit leicht zur Dauerbaustelle. Deswegen hat sich der Bodenexperte Thannhauser & Ulbricht Gussasphalt und Estrich GmbH auf die Verlegung von Gussasphalt spezialisiert und bietet diesen auch in attraktiven Oberflächen und Beschaffenheit an. Zwar sei das robuste Material im Einbau teurer müsse jedoch kaum gewartet werden, weshalb der Mehrpreis sich schon nach kurzer Zeit amortisiere. Bei der Planung von Parkbauten wird von einer Nutzungsdauer von 50 Jahren gesprochen. Auch das in Zusammenarbeit mit der Maier Neuberger Architekten GmbH entstandene Parkhaus am Ingolstädter Nordbahnhof wurde auf dem Topdeck, welches etwa durch die Sonne größten Belastungen ausgesetzt ist, mit einer Abdichtung in Gussasphaltbauweise realisiert.

"Alternativ zu Gussasphalt können Oberflächenschutzsysteme in Form von Beschichtungen auf den Betondecken aufgebracht werden", erklärt Markus Maurer, Architekt und Partner bei der Maier Neuberger Architekten GmbH. "Diese Beschichtungen sind jedoch in punkto Rissüberbrückung und Verschleiß deutlich anfälliger als Gussasphalt mit darunter liegender Schweißbahn. Ein weiterer Nachteil bei Oberflächenschutzsystemen liegt im hohen Wartungs- und Unterhaltsaufwand." So kommt die Neuerstellung einer Parkhauszwischendecke inklusive Kosten für Beton, Bewehrung sowie Gussasphaltschicht mit einer Bitumen-Schweißbahn in einem Kostenbeispiel, das Prof. Dr. Christoph Dauberschmidt von der Hochschule München anfertigte, auf Herstellkosten von 250 Euro/m² Oberfläche. Zwar ist die Konstruktion mit Kunststoffbeschichtung (OS 8 mit Rissbehandlung) mit 200 bis 238 Euro/m² billiger in der Erstellung, allerdings verschlingt sie innerhalb von 50 Jahren Kosten in Höhe von rund 200 Euro/m² für die Wartung, bzw. 320 Euro/m ² für die Instandsetzung. Eine Konstruktion mit Abdichtung und Gussasphalt benötigt dagegen nur rund 85 Euro/m² für Wartung und Instandsetzung. Damit betragen die Kosten dieser Konstruktion über den Nutzungszeitraum betrachtet nur rund 43 % der Konstruktion mit OS 8- Beschichtung und Rissbehandlung. Unter dem Strich amortisiert sich die anfänglich höhere Investition für den Gussasphalt mit Abdichtung durch die vergleichsweise geringen Unterhalts- und Wartungskosten schnell.

Ein wesentlicher Vorteil von Gussasphalt in Verbindung mit einer bituminösen Schweißbahn liege darin, dass damit Risse im Beton überdeckt werden und es nicht zu einem Eindringen von Chloriden in den Beton kommen kann. "Heute verwendete Betone besitzen zwar einen großen Widerstand gegen das Eindringen von Chloriden. Allerdings sind Rissbildungen aus dem Abbindeprozess des Betons oder aus Bewegungen, die durch Temperaturschwankungen, Setzungen oder Verkehrslasten entstehen, bei Stahlbetonbauwerken unvermeidbar", so Maurer. Im Bereich von Rissen die bis zur Bewehrung führen, kann bereits ein einmaliges Eindringen von Tausalz ein Auslöser für die Korrosion der Bewehrung sein. Deshalb werden nach aktuellem Wissensstand der Fachwelt risseüberbrückende Systeme empfohlen. "Diese besondere Eigenschaft von Gussasphalt wird nicht zuletzt dadurch gewährleistet, dass das Material fugenlos verlegt werden kann", erklärt Konrad Ulbricht, Geschäftsführer der Thannhauser & Ulbricht Gussasphalt und Estrich GmbH. "Somit werden mögliche Schwachstellen, durch die Wasser und Tausalze zum Beton durchdringen könnten, systembedingt vermieden."

Aus diesen Gründen entschied man sich auch beim Bau des Topdecks des Parkhauses am Ingolstädter Nordbahnhof für die Verwendung von Gussasphalt. Insbesondere bei der Planung von Schutzmaßnahmen ist die mechanische Beanspruchung der Flächen durch Fahrzeuge zu berücksichtigen. "Hoch frequentierte, öffentlich genutzte Parkdecks weisen die höchsten mechanischen Einwirkungen durch Flieh-, Brems- und Anfahrkräfte der Fahrzeugreifen auf. Eine wesentliche Anforderung war also die Sicherstellung der Dauerhaftigkeit der Tragkonstruktion", so Maurer weiter.

Die Entscheidung für Gussasphalt wurde gemeinsam mit Tragwerksplaner und Bauherr getroffen. "Die Aufgabenstellung war, insbesondere in den frei bewitterten Park- und Fahrbereichen ein möglichst robustes System einzusetzen, um die darunter liegenden Betonbauteile vor Feuchtigkeit, Chlorideintrag und Verschleiß zu schützen", so Maurer.

Aufgrund der Langlebigkeit des Materials, des geringen Wartungsaufwands und der minimalen Schadensanfälligkeit hat man sich in Ingolstadt für die Verwendung von Gussasphalt von Thannhauser & Ulbricht entschieden. Durch die kurze Erstarrungszeit ist ein schneller Bauablauf gewährleistet. Denn der Belag wird bei 240 °C eingebaut und ist innerhalb von vier bis sechs Stunden abgekühlt.

Für das Einbauen stehen mehrere Varianten zur Verfügung: So ist es möglich, eine Splittung mit einer Körnung von 2/5 oder 1/3 mm aufzubringen. "Dabei kann der Abstreusplitt sowohl mit schwarzem Bitumen, als auch mit farblosem Bindemittel umhüllt werden", erklärt Ulbricht. "Der Vorteil von einer farblosen Umhüllung ist, dass der Gussasphalt sich – gerade auf einem Topdeck – wesentlich weniger aufheizt." Während sich für die Zwischendecks eines Parkhauses das Sanden anbietet, wird vor allem auf Rampen geriffelt. "Durch Schleifen des Gussasphalts kann außerdem eine schöne und helle Optik erzielt werden", erklärt Ulbricht die Möglichkeiten der visuellen Gestaltung.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 51/2014.

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